Auszeichnung

Ihm macht der Erhalt historischer Gebäude Spaß

Die BGV-Vorsitzende Dr. Beate Battenfeld überreichte Unternehmer Mirko Novakovic die Auszeichnung.
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Die BGV-Vorsitzende Dr. Beate Battenfeld überreichte Unternehmer Mirko Novakovic die Auszeichnung.

Bergischer Geschichtsverein zeichnet Unternehmer Mirko Novakovic mit Denkmalschutzpreis aus.

Von Holger Hoeck

Solingen. Bis zuletzt mussten die Mitglieder der Abteilung Solingen des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) nach ihrer Jahreshauptversammlung am Dienstag mutmaßen, wer dieses Jahr mit dem traditionellen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet wird. Als der gebürtige Ohligser und IT-Unternehmer Mirko Novakovic mit seiner Frau Dragana das Planetarium des Galileums betrat, war das gut gehütete Geheimnis gelüftet.

Eingebettet in einen abwechslungsreichen und informativen Vortrag über „markante historische Gebäude in Solingen-Ohligs“, in dem zahlreiche geschichtliche Hintergründe, etwa über den Bahnhof, die Düsseldorfer Straße, die ehemalige Badeanstalt und das Planetarium selbst dargelegt wurden, schuf die BGV-Vorsitzende Dr. Beate Battenfeld den perfekten Übergang zu der von Mirko Novakovic erworbenen Immobilie und dem eigentlichen Grund der Auszeichnung.

2019 erwarb der Geschäftsmann das geschichtsträchtige Gebäude der Konsumgenossenschaft Solidarität an der Prinzenstraße 2a, die 1902 gegründet wurde und nach ihrer durch die Nazis erzwungenen zwischenzeitlichen Auflösung bis in die 1960er Jahre bestand. Unter Erhalt des äußeren historischen Erscheinungsbildes entstanden in der Immobilie dank umfangreicher Instandsetzungs- und Umbauarbeiten moderne Büroflächen, ein Restaurant und ein Fitnessstudio.

Das frühere Gebäude der Konsumgenossenschaft Solidarität an der Prinzenstraße ist zu einem Blickfang geworden.

„Der Arbeitskreis Denkmalpflege des Bergischen Geschichtsvereins war beeindruckt von der Idee, dieses historische Gebäude einer neuen Nutzung zuzuführen, und der hervorragenden Umsetzung gemeinsam mit Architekten und Handwerkern sowie der Unteren Denkmalbehörde“, begründete Beate Battenfeld in ihrer Laudatio die Entscheidung zur Preisverleihung. Sie überreichte Mirko Novakovic die Urkunde, eine Collage mit alten wie aktuellen Aufnahmen des Gebäudes mitsamt historischen Erläuterungen.

„Ich wollte das Gebäude ursprünglich als Firmensitz für meine damalige Firma Instana entwickeln. Auch wenn ich meine Firma dann während des Umbaus an die IBM verkauft habe, habe ich das Projekt für einen Co-Working-Space einschließlich Gastronomie und Fitness sowie für Start-ups fortgeführt“, erläuterte der 46-Jährige. Acht Gebäude, darunter das frühere Rathaus, Amtsgericht, Bürgerhaus und die Festhalle, gehören dem „Ohligser Jong“ im Stadtteil inzwischen. „Ich habe kein Interesse daran, Wohngebäude zu kaufen. Ich interessiere mich vielmehr für Gebäude, die ich selbst mit entwickeln kann. Alle Gebäude sind praktisch gemietet von Unternehmen, bei denen ich auch Gesellschafter bin.“

Seine Motivation sei der Spaß am Alten, verriet Novakovic. „Ich liebe historische Bausubstanzen. Besonders die Gebäude an der Prinzenstraße strahlen etwas aus. Dieses Flair ist einfach unfassbar. Und ich fände es auch schade, wenn sie verfallen würden.“

Sechs Mitglieder gehören dem entscheidenden Arbeitskreis an, der von der Unteren Denkmalbehörde Objekte ohne Mitteilung der Eigentumsverhältnisse genannt bekommt, die im abgelaufenen Jahr fertiggestellt wurden. „Diesmal waren wir uns direkt einig, wer den Preis erhalten soll“, blickte Beate Battenfeld auf die Wahl des Gewinners zurück, der aufgrund verschiedener Kriterien, etwa dem Umfang der vorgenommenen Arbeitsmaßnahmen, ermittelt wird. „Die Verleihung des Preises kann auch Motivation für andere sein, sich ebenfalls für den Erhalt historischer Gebäude und für den Denkmalschutz zu engagieren“, nannte die Vorsitzende eine Intention des Denkmalschutzpreises.

Denkmalschutzpreis

Der Denkmalschutz ist eine der vielfältigen Aufgaben, denen sich der Bergische Geschichtsverein intensiv widmet. Seit der Gründung im Jahr 1925 setzt sich die Abteilung Solingen für den Erhalt von historischen Bauwerken ein, die einen Teil der Stadtgeschichte repräsentieren. Seit 1989 vergibt der Verein jährlich rückwirkend einen ideellen Denkmalschutzpreis in Form einer Urkunde für die Rettung eines Baudenkmals durch die abgeschlossene Renovierung beziehungsweise Sanierung im vorangegangenen Jahr.

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