IHK: Stadt hat gute Gewerbeflächen, aber. . .

Auf dem ehemaligen Gelände der Firma Rasspe in Stöcken soll wieder Gewerbe angesiedelt werden. Foto: Christian Beier

Corona-Krise erschwert die Planungen – Büromieten könnten sinken

Von Björn Boch

In Zeiten des Wahlkampfs werden Gewerbeflächen fast schon traditionell zum Thema. Hat die Stadt Solingen ausreichend Flächen im Angebot? Werden zu viele Gewerbeflächen in Wohnraum umgewandelt, weil der Wohnungsmarkt boomt? Und wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Planung und Entwicklung von Gewerbeflächen aus? Wir haben nachgefragt bei der Bergischen IHK. Klaus Appelt, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Innovation und Umwelt, ist dort zuständig für Gewerbeflächen und Bauleitplanung.

Wie beurteilt die IHK das Spannungsverhältnis zwischen Wohnraum und Gewerbeflächen?

Klaus Appelt: Für den Bestand und die Erweiterung von Unternehmen, aber auch für die Neuansiedlung von Betrieben ist ein ausreichendes Angebot an Gewerbeflächen eine zwingende Voraussetzung. Gleichzeitig muss aber ein attraktives Wohnraumangebot vorhanden sein, um insbesondere den gut qualifizierten Fachkräften in den Unternehmen hochwertigen Wohnraum anbieten zu können.

Wie steht die IHK Initiativen gegenüber, Gewerbeflächen größeren Ausmaßes, die teils lange auf eine gewerbliche Neunutzung warten, in Wohnraum umzuwandeln?

Appelt: Die Umwandlung von Gewerbe- in Wohnraumflächen muss sorgfältig abgewogen werden. Aus Sicht der IHK sollte der gewerblichen Nutzung Vorrang gegeben werden, auch wenn sie zunächst im Vergleich zu einer Nutzung als Wohnraum weniger rentabel ist. Auf mittlere Sicht sorgen Gewerbeflächen für Arbeitsplätze und Gewerbesteuern, auf die die Stadt zwingend angewiesen ist.

Wie ist Solingen Ihrer Meinung nach im Bereich Gewerbeflächen aufgestellt? Reichen die Angebote aus?

Appelt: Zur Zeit verfügt die Stadt Solingen durchaus über ein attraktives Angebot an Gewerbeflächen. Allerdings ist dieses Angebot endlich. Wie die Situation in einigen Jahren aussehen wird, weiß heute, vor allem vor dem Hintergrund der Corona-Krise, niemand einzuschätzen.

Welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf die Nachfrage nach Flächen und auf die Planung?

Appelt: Die Antwort auf diese Frage hängt sehr von dem weiteren Verlauf der Pandemie ab, den zurzeit niemand einschätzen kann.

Ist ein Verfall von Preisen bei Büroflächen zu erwarten, weil viele Firmen das Mobile Office für sich und die Mitarbeiter entdecken?

Appelt: Die Mietpreise für Büroflächen sind von vielen Faktoren abhängig. An erster Stelle steht die Zahl der Beschäftigten, die in Büros arbeiten, an zweiter Stelle die Nutzung der Fläche: Großraum oder Einzelbüros. Sollte die Beschäftigung durch die Corona-Krise sinken und der Trend zum Mobile Office anhalten, so wird dies tendenziell zu niedrigeren Mieten für Büroflächen führen.

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