Jahresempfang

IHK nimmt sich selbst in die Pflicht

Der gut besuchte Jahresempfang fand erstmals im kürzlich eröffneten Maku-Restaurant an der Prinzenstraße in Ohligs statt.
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Der gut besuchte Jahresempfang fand erstmals im kürzlich eröffneten Maku-Restaurant an der Prinzenstraße in Ohligs statt.

Welche Chancen der Standort Solingen hat – und was getan werden muss für eine erfolgreiche Zukunft.

Von Björn Boch

Als es auf dem Podium bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) um Fachkräfte- und Nachwuchsmangel ging, ließ das Felicia Ullrich aufhorchen. Unternehmerinnen und Unternehmer müssten sich auf die aktuelle Generation von Auszubildenden einstellen, anstatt zu jammern, dass diese anders sei. Ullrich sah die Mitverantwortung auch bei ihrer Generation. „Wir haben diese Kinder erzogen. Sie erleben gestresste und ausgebrannte Eltern und sagen: Das will ich nicht. Und das ist richtig so“, rief die Solinger Unternehmerin (U-Form-Gruppe) den Gästen beim Jahresempfang der Solinger Wirtschaft im Maku-Restaurant in Ohligs am Montagabend zu. Schon aus Eigennutz: „Wir wollen diese jungen Menschen. Sie brauchen uns im Moment weniger als wir sie.“

Thorsten Kabitz (v. l.) diskutierte auf dem Podium mit Jan Coblenz, Henner Pasch, Tim Kurzbach, Felicia Ullrich und Gloria Göllmann.

Es war ein Abend der unbequemen Erkenntnisse. IHK-Präsident Henner Pasch zeigte sich auf Nachfrage von Moderator und Radio-RSG-Chefredakteur Thorsten Kabitz zwar „grundsätzlich zufrieden mit der Heimatstadt und ihrer Entwicklung“, nahm aber die Anwesenden in die Pflicht und diagnostizierte eine Verlangsamung, die man sich nicht leisten könne. Zwar schaffe die Gesellschaft Veränderungen in Krisenzeiten zu Anfang gut, aber in den letzten eineinhalb, zwei Jahren hätten sich zu viele daran gewöhnt, dass Stadt, Staat oder die IHK helfen. „Das tun wir auch gerne. Aber: Wir alle bewegen uns nicht schnell genug.“

Ein Appell an die Mitglieder, den Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) aufnahm. Er sitze in zu vielen Runden, in denen Bedenken geäußert würden, statt Lösungen zu diskutieren. „Packen Sie mutig mit an!“ Viele Debatten – etwa zum Fachkräftemangel, zur Energiewende oder zur Digitalisierung – würden seit Jahren geführt. Und doch müsse man nach wie vor selbst erfolgreiche Unternehmer in Solingen von Glasfaseranschlüssen überzeugen. „Nutzen Sie das. Bitte“, sagte Kurzbach.

Jahresempfang der Solinger Wirtschaft

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Jahresempfang der Solinger Wirtschaft © Christian Beier
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„Die, die hier sitzen, sind geeignet. Sie wollen vorangehen und sind bereit für einen neuen gesellschaftlichen Deal, Dinge hier positiv zu entwickeln“, betonte Henner Pasch. Er appellierte am Ende an alle, Mut zur Veränderung zu zeigen, an den Standort zu glauben, die soziale Marktwirtschaft und die Demokratie zu verteidigen und den Kindern ein gutes oder besseres Leben zu ermöglichen. „Das hier ist die Insel der Glückseligen. Wir kapieren das nur nicht.“ Zuvor nannte Pasch wie viele an diesem Abend Gastgeber Mirko Novakovic als gutes Beispiel. Er steckte Millionen in das ehemalige Gebäude von Flora Frey an der Prinzenstraße, das nun unter anderem das Restaurant beherbergt, in das die IHK eingeladen hatte.

Ohne Zuwanderung, waren sich alle einig, steht die Wirtschaft vor einem unlösbaren Problem. „Wir werden ein intensives Einwanderungsland werden müssen“, so Henner Pasch. IHK-Vize Jan Coblenz (Brangs + Heinrich) berichtete von 600 Bewerbungen im Jahr, darunter 200 allein aus den Maghreb-Staaten. Eine junge Frau bilde er derzeit aus. „Da bräuchte es Vollzeit-Kümmerer von der Stadt für die Integration. Das ist wichtiger, als zu überprüfen, ob die Baumschutzsatzung eingehalten wird.“

Netzwerken: Nach dem offiziellen Teil standen Gespräche zwischen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung auf dem Programm.

Marketingexpertin und ISG-Managerin Gloria Göllmann wünschte sich von der Stadtverwaltung, „die Struktur grundsätzlich zu überdenken“. Die jetzige sei überholt. Nicht zuletzt brauche es das im Konflikt der Systeme, der viele IHK-Mitglieder besorgt. Das tolle System Demokratie müsse sich behaupten. Oder, wie Göllmann es formulierte: „Demokratie leben, das ist nichts für Lappen oder Angsthasen.“

Für die Stabilität von Demokratie und sozialer Marktwirtschaft brauche es einen „New Deal“ der staatlichen Ebenen untereinander, erklärte OB Tim Kurzbach. Die Unterfinanzierung der Gemeinden sei ein schwebender Skandal. „Wir müssen in die Köpfe der jungen Menschen investieren, statt ihnen unsere Schulden in die Zukunft zu schieben.“ Die Erhöhung kommunaler Steuern – Gewerbesteuer und Grundsteuer – hält Kurzbach „in der jetzigen Situation für Gift“. Er könne das aber nicht „auf ewig ausschließen“.

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