Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie

IG Metall kündigt „massive Warnstreiks“ an

Michael Schwunk vom Arbeitgeberverband.
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Michael Schwunk vom Arbeitgeberverband.

Arbeitgeber sprechen von „unnötiger Eskalation“.

Von Manuel Böhnke

Solingen. In der aktuellen Tarifrunde kündigt die IG Metall Remscheid-Solingen „massive Warnstreiks“ im Bergischen an. „Noch in dieser Woche werden wir die Beschäftigten in allen tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie zu Warnstreiks aufrufen“, teilt Serdar Üyüklüer mit. Er ist der erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft. Aktionen seien am Freitag geplant. Alle Mitarbeiter „in allen Schichten und allen Büros, auch im Homeoffice“, sollen früher in den Feierabend und damit ins Wochenende gehen.

Die ersten Streiks fanden am Mittwoch statt. Den Auftakt machten Zwilling-Beschäftigte mit Kundgebungen auf dem Betriebsgelände. Am Freitag soll auch dort wieder die Arbeit niedergelegt werden. Gleiches gilt für Firmen wie Adient, Accuride, Forst, Hugo Bauer und Wilkinson.

Die Arbeitgeber-Seite hatte in der dritten Verhandlung der laufenden Tarifrunde ein Angebot unterbreitet. Sie schlagen eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3000 Euro vor. Der Tarifvertrag solle 30 Monate lang laufen, Tabellenerhöhungen werden währenddessen in Aussicht gestellt.

Serdar Üyüklüer von der IG Metall.

Die IG Metall Remscheid-Solingen lehnt das ab. „Einmalzahlungen sind schnell ausgegeben. Für dieses sogenannte Angebot gibt es nur eine Antwort – nämlich Warnstreiks“, betont Serdar Üyüklüer. Er weist darauf hin, dass es 2018 die letzte prozentuale Entgelterhöhung gegeben habe. Deshalb fordert die Gewerkschaft ein Plus von acht Prozent.

Kompromiss sollBeschäftigung sichern

Die Warnstreiks weisen die Arbeitgeber der Solinger Metallindustrie als „unverständlich“ zurück. „Die IG Metall belastet die Verhandlungen mit einer unnötigen Eskalation. Dabei brauchen die Unternehmen und die Beschäftigten angesichts der angespannten welt- und wirtschaftspolitischen Lage mehr denn je möglichst schnell Planungssicherheit“, sagt Michael Schwunk, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Solingen.

Man habe ein „faires Angebot“ vorgelegt, nun sei es an der Gewerkschaft, sich in den Verhandlungen konstruktiv zu verhalten. Ein Kompromiss sei notwendig, der „Beschäftigung sichere und Betrieben die Bewältigung der Herausforderungen durch Energieknappheit, angespannten Lieferketten und der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nicht noch zusätzlich erschwere“. Die Tarifpolitik stehe für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Solingen in der Verantwortung.

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