Liebeserklärung

„Ich will nur Dich, Sylvia“ – wem fällt dazu eine Geschichte ein?

Autorin Renate Eickenberg ist sehr gespannt, zu welchen Geschichten ST-Leser durch die Inschrift auf dem Stamm der Rotbuche angeregt werden. Foto: Christian Beier
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Autorin Renate Eickenberg ist sehr gespannt, zu welchen Geschichten ST-Leser durch die Inschrift auf dem Stamm der Rotbuche angeregt werden.

Liebeserklärung in der Krone einer Rotbuche gibt Rätsel auf.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Wer mag diese Sylvia gewesen sein, der im Nacker Bachtal in einer stattlichen Rotbuche eine sehnsüchtige Liebesinschrift gilt? Und wer die in sie verliebte Person, die im Jahr 1941 „Ich will nur Dich, Sylvia“ in rund 15 Metern Höhe in den Stamm ritzte.

Heute hat das Naturdenkmal einen Stammumfang von etwa vier Metern und ist rund 33  Meter hoch. Da eine Rotbuche sehr langsam wächst, wäre der Teil des Stammes, auf den die gefühlvollen Worte eingeritzt wurden, auch vor 80 Jahren nicht einfach so vom Weg aus erreichbar gewesen. Was mag aus dieser Sehnsucht geworden sein? Gab es ein Happy End, vielleicht sogar eine Ehe oder eine heftige Affäre? Schließlich war Krieg und die für die Menschen schlimmen Jahre bis zu seinem Ende standen im Bergischen noch bevor.

Warum steht diese Inschrift überhaupt so weit oben am Stamm, es wäre doch viel leichter gewesen, diese Liebeserklärung klassisch auf Augenhöhe einzuritzen: Fragen über Fragen stellen sich fantasievollen Spaziergängern, die von der Hofschaft Nacken den Weg stadteinwärts gehen – falls sie die Inschrift in luftiger Wipfelhöhe entdecken.

Auch Renate Eickenberg, Autorin und Personal-Coach musste erst von ihrer Freundin auf diese Kuriosität aufmerksam gemacht werden. „Mir war nur der imposante, mit einer zweiten Buche zusammengewachsene Baum aufgefallen“, sagt sie und hatte dann aber, nach dem Entziffern der geritzten Inschrift sofort eine Geschichte dazu im Kopf, die sie spontan zu einem Roman ausschmücken wollte.

„Meine Freundin hatte ganz andere Fantasien und als ich anderen Freunden von diesem Satz erzählte, kamen noch mal weitere Versionen“.

Von diesem Vielerlei fasziniert, entwickelte die Autorin nun die Idee, verschiedene (Kurz-)Geschichten zu dieser „Sylvia-Inschrift“ zu sammeln und in einem speziellen „Solingen-Buch“ zu veröffentlichen. Bis jetzt aber hat sie – den Einschränkungen der Corona-Zeit geschuldet – nur fünf potenzielle Schreiber und Schreiberinnen gefunden und bittet nun die Tageblatt-Leser um Mithilfe. „Selbst wenn Sylvia und die Person, die diese Inschrift verfasst hat, 1941 erst um die 20 waren, dürften sie inzwischen verstorben sein und wir können sie nicht mehr fragen“, sagt Renate Eickenberg. Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt, allerdings müsste der Kontext der damaligen Zeit berücksichtigt und eventuell ein bisschen recherchiert werden – aber das macht ja auch Freude und die Sache spannend.

Wer also Lust hat, kann bis zum 31. August eine maximal fünf Seiten umfassende Kurzgeschichte schreiben und per E-Mail ans ST schicken: redaktion@solinger-tageblatt.de

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