Wieder Regelunterricht

i-Dötzchen feiern Einschulung im Freien

Schulleiterin Petra Ehrenfeld (li.) und Lehrerin Beate Schälte (re.) rufen die „Löwenklasse“ für die erste Schulstunde zusammen.
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Schulleiterin Petra Ehrenfeld (li.) und Lehrerin Beate Schälte (re.) rufen die „Löwenklasse“ für die erste Schulstunde zusammen.

1412 Erstklässler hatten am Donnerstag ihren ersten Schultag in 21 Solinger Grundschulen.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Der erste Schultag ist für die i-Dötzchen immer ein ganz besonderer. Am Donnerstag gab es für die 1412 Erstklässler aber nicht nur eine neue Schule, eine neue Lehrerin und viele neue Freunde, sondern auch gleich viele neue Regeln.

Wie an der Grundschule Meigen fanden die Einschulungsfeiern in nahezu allen Solinger Grundschulen im Freien statt. „Wir machen die Feier gleich viermal, zweimal am Standort in Meigen, zweimal am Montessori-Standort an der Schützenstraße“, beschrieb Schulleiterin Petra Ehrenfeld den großen Aufwand.

Bei der Einschulung der i-Dötzchen an der Grundschule Meigen hatte jede Familie einen festen „Familiensitz“. Gefeiert wurde auf Abstand.

Den hatten sie und ihre Lehrer-Kollegen aber gerne auf sich genommen. „Wie sonst mit 600 oder 700 Personen eine große gemeinsame Feier in der Turnhalle zu veranstalten, das wäre ja gar nicht gegangen.“ Stattdessen gab es gestaffelte Feiern zwischen 8.30 und 11 Uhr. Im großen Stuhlkreis auf dem Schulhof hatte jedes Kind mit seinen Eltern einen „Familiensitz“ in Form eines Stuhles, dekoriert mit einem Glücksbringer-Kleeblatt. Dort durften auch die Masken abgenommen werden.

„Da ja auch die Kennenlerntage ausgefallen waren, war es doch wichtig, dass die Kinder das Gesicht der Lehrerin wenigstens einmal sehen, bevor sie mit ihr zur ersten Schulstunde gehen“, betont die Schulleiterin. Petra Ehrenfeld, eine von zwei Vertreterinnen der Grundschulen im Schulleiter-Sprecherrat, verwies dabei auch auf die Vorgaben des Schulministeriums. „Aus pädagogischen Gründen darf man auch von der Maskenpflicht absehen.“

Solingen: Grundschulen hatten schon vor den Ferien Regelunterricht

Grundsätzlich halte sie die Hygiene- und Abstandsregeln aber für sinnvoll und wichtig, damit Unterricht in den Schulen wieder mit allen Kindern durchgeführt werden kann. In den Grundschulen hatte man das ja schon in den letzten Wochen vor den Sommerferien praktiziert.

So etwa beim Betreten des Schulhofs in Meigen. Schon an ihrem ersten Schultag lernten die Kinder, dass die Klasse 1a durch den einen, die 1b durch den anderen Eingang auf das Gelände kommen soll. Auch bei den Pausen arbeite man mit versetzten Zeiten. Die Organisation ist dabei an der Grundschule Meigen besonders kompliziert, da die Schule mit altersgemischten Klassen arbeitet. So wurden die Kinder der 1a, die Donnerstagmorgen als Erste eingeschult werden, dann auch gleich auf vier verschiedene Gruppen aufgeteilt, die Löwen-, Tiger-, Mäuse- und Marienkäfer-Klasse.

Eine der neuen i-Dötzchen war die sechsjährige Greta. „Natürlich ist die Vorfreude auf die Schule groß“, erzählen die Eltern Jennifer und Daniel Schmitz. Sie sind froh, dass der besondere Tag „so schön wie möglich“ stattfinden kann. „Wir fühlen uns auf jeden Fall von der Schule sehr gut informiert und hier gut aufgehoben.“ Jetzt müsse man halt darauf vertrauen, dass alles klappt.

Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin gab es ein gemeinsames Lied. Da derzeit in den Schulen ja nicht gesungen werden darf, machten die Viertklässlerinnen Levi, Emma, Adrian und Lisa mit den neuen Schülern das Tanzlied „Move your body to the beat“. Auch die älteren Klassensprecher begrüßten die Neulinge. „Wir helfen euch gerne“, gaben sie den Kleinen mit auf den Weg in ihre erste Schulstunde. Auch für die erste Schulzeit hat jeder Neuling einen Paten, der ihn durch den Schulalltag und die Corona-Regeln begleitet. „Bis jetzt hat alles gut geklappt, wir hoffen, dass die Schulen vor Infektionen verschont bleiben“, so Petra Ehrenfeld.

Einschulung

i-Dötzchen: Am Donnerstag wurden in den 21 Grundschulen 1412 Erstklässler eingeschult. Im vergangenen Jahr waren es 1421 Kinder.

Corona: In den Grundschulen müssen Kinder und Lehrer auf den Fluren und dem Schulhof Masken tragen, nicht in der Klasse.

In älteren Jahrgängen ist eine Bedeckung von Mund und Nase auch im Unterricht Pflicht. Die Schüler arrangieren sich mit den Masken – so liefen die ersten Tage.

Standpunkt: Ein Stück Normalität

Von Simone Theyßen-Speich

simone.theyssen-speich@ solinger-tageblatt.de

Bei unserer – zugegebenermaßen nicht repräsentativen – Umfrage am Donnerstag kam eines heraus: Schüler und Lehrer sind froh, dass der Unterricht in den Schulen wieder gestartet ist. „Ein Stück Normalität“, das war überall zu hören. Und das ist absolut wichtig. Ob zu dieser Normalität auch das Tragen einer Maske gehört, darüber gehen die Meinungen auseinander. Offensichtlich macht es den meisten Kindern und Jugendlichen aber nicht so viel aus, wie besorgte Eltern befürchtet haben. 

Bleibt zu hoffen, dass dieses Opfer, das Schüler und Lehrer voraussichtlich noch bis Ende August bringen müssen, auch etwas nützt. Wenn mit Masken, Abstand, Verantwortungsbewusstsein, kreativem Pragmatismus und gesundem Menschenverstand ein Beitrag dazu geleistet werden kann, dass analoger Unterricht in den Schulen wieder funktioniert, dann hat sich der Aufwand gelohnt. Parallel muss das Schulministerium aber mit einem verlässlichen Plan B als digitale Lösung für den Notfall vorankommen. Da haben gute Ideen aus Düsseldorf in den vergangenen sechs Ferienwochen gefehlt – unentschuldigt. 

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