Südpark

Hunderte trödeln bei strahlendem Sonnenschein

Silvia Tabea Schmitz führte Gespräche mit ihren Standbesuchern. Bei strahlendem Sonnenschein konnten sie auf dem Flohmarkt allerhand entdecken: Von Bohrmaschinen über Lampen bis hin zu Kleidung, CDs und Riesen-Teddybären. Foto: Moritz Alex
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Silvia Tabea Schmitz führte Gespräche mit ihren Standbesuchern. Bei strahlendem Sonnenschein konnten sie auf dem Flohmarkt allerhand entdecken: Von Bohrmaschinen über Lampen bis hin zu Kleidung, CDs und Riesen-Teddybären.

Vor den Ateliers im Südpark fand der zweite Flohmarkt „Schön und gut“ statt. Ein Termin für die nächste Auflage ist schon in Planung.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Ein 1,50 Meter großer rotbrauner Teddybär sitzt zurückgelehnt auf einem Stuhl in der Sonne und wartet auf einen zukünftigen Besitzer. „Der Riesenbär hat meiner Tochter Jo-Inn gehört“, erzählt Künstlerin Janine Werner am Trödelstand vor ihrem Atelier Andersartig. „Sie hatte sich während eines Urlaubs auf Korsika in ihn vernarrt. Zum Glück waren wir damals mit dem großen Auto unterwegs und konnten ihn transportieren.“

Der Stand befand sich inmitten des regen Getümmels auf dem Flohmarkt „Schön und gut“, der am Samstag entlang der Rampe an der Parkseite der Güterhallen im Südpark stattfand.

Künstler der Ateliers in den Güterhallen und teilnehmende Freunde hatten ihre privaten Schätze aus Schränken und Kellern hervorgeholt und sie an der Rampe vor ihren Präsentationsräume aufgebaut. Dabei standen die Ateliers den Besuchern offen.

Das größte Geschäft hat meine Tochter gemacht und 100 Euro verdient.

Janine Werner, Südpark-Künstlerin

Am Stand von Andersartig gab es jede Menge Kleidung. „Das größte Geschäft aber macht meine Tochter“, berichtete Janine Werner. „Sie hat schon früh 100 Euro verdient mit dem Verkauf ihrer Monster-High-Puppen. Die sind sehr begehrt.“ An anderen der 13 Stände sah man Bücher, CDs und Gartenzwerge neben antiken Kohlenbügeleisen, Nähmaschinen, eine alte Anrichte, Fahrräder und elegante Designer-Barhocker aus den 1970er Jahren – „das Stück für nur 10 Euro“.

Kaffeekannen mit blauem Zwiebelmuster konnte man am Tisch von Künstlerin Conny Schüssler vor dem Hutsalon von Bea Kahl erstehen. Beatrix Deux hatte neben den beliebten Südpark-Bechern mit Graffiti-Motiv allerhand Geschirr und Steingut im Angebot. Dazu mehr als 20 paar Schuhe und Stiefel. „Vier Paar Schuhe habe ich schon verkauft“, verriet Beatrix Deux. „Ich bin ja schuhsüchtig und will mich jetzt doch mal von einigen meiner Schätzchen trennen.“

Vor dem Atelier „Pestprojekt“ von Peter Amann und Thomas Zolper befand sich ein unüberschaubares Sammelsurium an Werkzeugen jedweder Art, Scheinwerfern, Kaffeemühlen, afrikanischen Masken, einem Globus und einer Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge. Dazu große Plastiken, die der Objektkünstler Amann aus Metall-Abfällen geschmiedet hatte. „Bei uns findet man einfach alles – von der verrosteten Bohrmaschine bis hin zum edelsten Design-Klassiker“, sagte er schmunzelnd und wies auf einen metallenen Design-Kerzenhalter.

Der Ur-Solinger und gelernte Industriekaufmann kam vor mehr als 20 Jahren zu seiner künstlerischen Bestimmung. Dabei wählte er Erzeugnisse der heimischen Industrie zum Material seiner Objektkunst. Amann hatte den Güterhallen-Flohmarkt organisiert. „Der Markt findet nun zum zweiten Mal statt und ist sehr gut besucht. Wir sind voll zufrieden“, resümierte er. „Vorhin kamen zwei Besucher aus Holland zu mir und haben sich schon mal mit einem Antiquitätenstand für den nächsten Flohmarkt angemeldet.“ Dieser werde etwa im April oder Mai 2022 stattfinden. Teilnehmende Gäste seien willkommen: „Aber keine Profis. Wir verkaufen ausschließlich Trödel.“

Ein besonderer Blickfang war der Verkaufstisch von Michael Lichtenstein. Er hatte antike Objekte zu bizarren Lampen umgebaut. So hatte er unter anderem eine behäbige alte Schreibmaschine, einen ledernen Fahrradsattel oder einen Diaprojektor mit Kohlefaser-Leuchtbirnen versehen, die für stimmungsvolles Licht sorgten. „Die Leute kommen alle und staunen. Der Verkauf aber könnte besser sein.“

Für Ellen Ern am „Pestprojekt“-Tisch stand sowieso nicht der Verkauf im Mittelpunkt: „Heute kamen schon etliche Leute zu mir, die ich lange Zeit nicht gesehen habe.“

Flohmarkt 2022: Termin und Anmeldung

Am nächsten Flohmarkt können sich nur private Anbieter beteiligen. Stattfinden soll er im April oder Mai 2022. Verkauft wird nur Trödel. Anmeldungen und Informationen unter Tel. 1 85 36 (Peter Amann), (01 52) 9 26 34 27 (Ellen Ern).

Aus Künstlerpack wird Kunstraum Solingen

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