Förderprogramm

Humboldtgymnasium erhält „coolen Schulhof“

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (4.v.l.) pflanzte gemeinsam mit Vertretern von Stadt, Schule und Deutscher Umwelthilfe den ersten Baum, einen Rheinischen Bohnapfel, auf dem Gelände des Humboldtgymnasiums. Foto: Christian Beier
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NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (4.v.l.) pflanzte gemeinsam mit Vertretern von Stadt, Schule und Deutscher Umwelthilfe den ersten Baum, einen Rheinischen Bohnapfel, auf dem Gelände des Humboldtgymnasiums.

100.000 Euro aus dem Förderprogramm von Land und Umwelthilfe zur „Klimaresilienz in Kommunen“ gehen nach Solingen.

Von Simone Theyßen-Speich

Bis in die 1970er und 80er Jahre hinein ging es bei der Schulhofplanung vor allem darum, die Flächen pflegeleicht zu gestalten. Große Betonflächen prägen deshalb in der Regel das Bild der Außengelände an den Solinger Schulen. Umwelt- und Klimaaspekte sorgen jetzt nach und nach für ein Umdenken. Mit dem Programm „Coole Schulhöfe für Nordrhein-Westfalen“ von Land und Deutscher Umwelthilfe sollen die Flächen klimagerechter gestaltet werden.

Das Humboldtgymnasium war die erste und einzige Solinger Schule, die sich um Fördergelder aus dem Projekt bemüht hat und ihre Pläne jetzt umsetzen darf. 100 000 Euro erhält das Gymnasium dafür. Gestern war NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) zu Gast, um das Programm vorzustellen und das Startsignal zu geben.

Schon im Frühjahr sollen die Pläne umgesetzt werden

„Als zertifizierte Schule der Zukunft haben wir Anschlussthemen gesucht und sind so auf die Idee mit der Schulhofumgestaltung gestoßen“, erklärt Schulleiter Alexander Lübeck. Die von der Schule entwickelten Ideen sollen jetzt schon im ersten Quartal 2022 umgesetzt werden. So entsteht auf einer 1200 Quadratmeter großen Brachfläche am Rand des Schulgeländes eine Streuobstwiese mit sechs heimischen alten Obstbaum-Sorten. Als weitere Projekte sollen Sträucher und Bodendecker für besseres Schulhofklima und Artenreichtum sorgen. Acht Hochbeete sowie Wiesen- und Staudenflächen runden die Pläne ab.

Der Solinger Landschaftsarchitekt Udo Jochems, der mit der Umsetzung der Ideen beauftragt ist, erläuterte gestern die Einzelheiten: „Mit den Apfelblüten und den anderen ausgewählten Pflanzen bieten wir den Bienen Nahrungsgrundlage.“ Auch Teile der Rasenflächen sollen zu artenreichen Blumen- und Staudenflächen umgebrochen werden.

Dass Umweltschutz nicht nur in den Biologieunterricht gehört, zeigen künstlerische Ideen wie „Der Umgedrehte“ – dabei sollen abgestorbene Bäume wie Skulpturen kopfüber in Erdhaufen stecken und ebenso wie Trockenmauern, Steinhaufen oder Totholzecken Insekten und Reptilien Refugien bieten. In dem geplanten offenen Klassenzimmer aus großen Natursteinblöcken kann zukünftig draußen Unterricht stattfinden.

„Mit Obst und anderen Nahrungsmitteln aus unserem Naschgarten wird dann auch das Thema gesunde Ernährung in den Unterricht eingebunden“, ergänzt Alexander Lübeck. Diese Verknüpfung verschiedener Ideen lobte die Ministerin. „Das Programm ,Coole Schulhöfe‘ ist Teil des NRW-Klimaanpassungsgesetzes. Uns ist es wichtig, auch in diesem Bereich gegen Versiegelung vorzugehen und für mehr grüne Infrastruktur zu sorgen“, so Ursula Heinen-Esser.

Bei zukünftigen Neugestaltungen von Schulhöfen wolle man diese Ideen zur umwelt- und klimagerechten Gestaltung von Außengeländen mit einbringen, betonte Bürgermeister Thilo Schnor (Grüne). Beim Humboldtgymnasium sei es ein Glücksfall gewesen, dass die Schule viele gute Ideen schon in der Schublade hatte, unterstrich Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, die das Projekt gemeinsam mit dem Land durchführt.

Am Freitag wurde der erste Apfelbaum gepflanzt. Schüler, Lehrer und Eltern kamen dabei mit den Vertretern von Stadt und Land ins Gespräch. „Das Projekt hilft, Umweltthemen erlebbar und erfahrbar werden zu lassen“, so Schuldezernentin Dagmar Becker. „Wir brauchen solche Projekte, aber wir brauchen auch die Förderprogramme für ihre Umsetzung.“

Coole Schulhöfe

Umfang: 23 Schulen aus 21 Städten und Kreisen in NRW werden aktuell in dem Projekt „Coole Schulhöfe“ gefördert. Das Humboldtgymnasium erhält mit 100 000 Euro die höchstmögliche Fördersumme.

Nachhaltigkeitsstrategie: Das Engagement passt in die Nachhaltigkeitsstrategie, die Solingen als „Global Nachhaltige Kommune“ 2018 verabschiedet hat. Neben den Bereichen Klima, Energie und Umwelt stehen auch Arbeit und Wirtschaft, Mobilität sowie gesellschaftliche Teilhabe im Fokus des Nachhaltigkeitsplanes.

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