Humboldt-Mädchen eröffnen Werkstatt im Industriemuseum

Emily (links) und Valeria von der Mint-Mädchen-AG des Humboldtgymnasiums lernen bei Hans-Jürgen Schrage im Museum Metallbearbeitung.
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Emily (links) und Valeria von der Mint-Mädchen-AG des Humboldtgymnasiums lernen bei Hans-Jürgen Schrage im Museum Metallbearbeitung.

In der alten Gesenkschmiede Hendrichs können Klassen, Familien und Einzelgäste jetzt dauerhaft handwerken

Von Daniela Neumann (Text und Foto)

Das Solinger LVR-Industriemuseum hat ein neues Herzstück. Ab sofort ist die zuvor erprobte Besucherwerkstatt fest in die Gesenkschmiede Hendrichs integriert. In der Dauerausstellung an der Merscheider Straße kann nun regelmäßig Metall-Handwerk selbst erprobt werden.

Eröffnet wurde die dauerhafte Besucherwerkstatt mit Unterstufenschülerinnen der Mint-Mädchen-AG des nahen Humboldtgymnasiums. Die Schule ist offizielle Bildungspartnerin des Museums und richtet beispielsweise alle zwei Jahre eine große Kulturnacht dort mit aus.

Zusätzlich zu anderen Arbeitsgemeinschaften bietet sie speziell Mädchen Förderung in den Zukunftsbereichen Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint). „Das Interesse ist ganz groß“, erzählt Lehrerin Katja Nabbefeld: „Es haben sich 40 angemeldet, und wir mussten 8 auslosen.“ Museumsleiterin Nicole Scheda und der in der Corona-Zeit hinzugekommene Museumspädagoge Jan-Nikolas Pankop schauen jetzt, wie sie den Bedarf decken können.

Grundsätzlich steht die Besucherwerkstatt in kleinen Gruppen nacheinander allen Interessenten von Klassen über Familien bis Einzelnen offen. Über das Internet können künftig Termine rausgesucht werden, um ein Werkstück zu machen. Das, was für die Mint-Mädchen-AG gilt, gilt auch für die Werkstatt allgemein: Sie ist ein niederschwelliges Angebot, um Fertigkeiten zu erlernen. Das betrifft nicht nur Fachhandwerkliches: Teilnehmende erfahren, dass für ein Ergebnis drangeblieben und geübt werden muss.

Emily (11) etwa überlegt zunächst, wie ihr späterer Anhänger aus Aluminium aussehen soll: „Ich nehme ein Muster oder einen Namen.“ Den ihrer Familie womöglich, denn die hatte bis Anfang der 1970er eine eigene Scherenfirma, weiß die Sechstklässlerin. Architektur findet sie selbst als Berufsfeld spannend, das Konstruieren testet sie jetzt. Gegenüber hat Valeria ihre Skizze auf ihr Metallplättchen übertragen, jetzt geht es ans Bohren. „Das wird ein Tor mit einem Ball darin, ich spiele Fußball“, berichtet die Elfjährige. Hans-Jürgen Schrage weist sie ein. Der gelernte Scherenmonteur ist einer von mehreren Leuten im Team, die die Besucherwerkstatt betreuen.

Museumsbesuch ist bis zur Volljährigkeit kostenlos

Wer einen Eindruck sucht, prüft die Regeln und kommt vorbei – der Museumsbesuch ist bis zur Volljährigkeit oder am 1. Freitag im Monat gratis.

industriemuseum.lvr.de

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