Hubertus Heil: Gutes Beispiel für moderne Arbeitswelt

Codecentric-Mitgründer Rainer Vehns (r.) zeigte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD, 2.v.l.) praktische Anwendungen neuer Technologie. Vehns und Mitgründer Mirko Novakovic (hinten) begrüßten auch OB Tim Kurzbach (l.) und Solingens SPD-Chef Josef Neumann (2.v.r.). Foto: Christian Beier
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Codecentric-Mitgründer Rainer Vehns (r.) zeigte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD, 2.v.l.) praktische Anwendungen neuer Technologie. Vehns und Mitgründer Mirko Novakovic (hinten) begrüßten auch OB Tim Kurzbach (l.) und Solingens SPD-Chef Josef Neumann (2.v.r.). Foto: Christian Beier

Der SPD-Bundesminister für Arbeit und Soziales besuchte die Ohligser Softwarefirma Codecentric

Von Björn Boch

Wie sich moderne Technologie und Industrie verzahnen lassen, erfuhr Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gestern in der Ohligser Softwarefirma Codecentric anhand eines Schweißtisches. Der Tisch wird bei einem Autohersteller eingesetzt, brachte aber ein Problem mit sich: Die schriftliche Anleitung erschwerte das Einarbeiten. Codecentric-Mitgründer Rainer Vehns erklärte, wie sein Unternehmen das löste: Mit einer „Hololens“-Brille sehen Mitarbeiter virtuell beim Blick auf das reale Gerät, welches Teil welchem Arbeitsschritt dient.

Hubertus Heil, der sich „brennend interessiert für die Transformation der Arbeitswelt“, ließ sich unter anderem erklären, dass Codecentric-Mitgründer Mirko Novakovic in dem Ohligser Neubau, in den die Firma 2016 eingezogen ist, möglichst perfekte Arbeitsbedingungen für seine „Brainworker“ schaffen wollte. Die Kollegen haben keine Einzelbüros mehr, aber Freiraum im Unternehmen. Arbeiten ist mit Wlan unterbrechungsfrei überall möglich, selbst während einer Videokonferenz. Freiräume gibt es auch bei der Arbeitszeit: Vier Tage pro Woche gehören Projekten, ein Tag steht für Fortbildungen, Wissenstransfer und eigene Ideen zur Verfügung.

Das ist kein Selbstzweck, Codecentric kämpft um Fachkräfte. „Wir stellen uns den Bewerbern vor, nicht umgekehrt“, betonte Novakovic – im Gegensatz zu früher habe nun auch die klassische Industrie Verwendung für die Fachleute, die Codecentric (Eigenschreibweise: codecentric) dringend sucht.

Hubertus Heil zeigte sich erfreut, dass die Firma keine Kurzarbeit anmelden musste. Gründe hätte es gegeben, betonte Rainer Vehns, doch der Vorstand habe sich dagegen entschieden. SPD-Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der gemeinsam mit Solingens SPD-Chef Josef Neumann an dem Rundgang teilnahm, betonte die Wichtigkeit von Firmen wie Codecentric: „Sie sollen auch die klassische Industrie nach vorne bringen.“ Die Stadtverwaltung sei mit der Firma in permanentem Austausch, man lerne viel voneinander.

Bundesminister Heil, der viele Fragen stellte, wollte unter anderem wissen, was die Regierung bei ihrer Strategie zum Thema „Künstliche Intelligenz“ verbessern könne. Die Codecentric-Macher verwiesen vor allem auf einen Mentalitätswandel. In Deutschland sei vieles zu angstbehaftet, auch Experimentierfreude fehle. Konkret bremse der Datenschutz – die Ohligser Firma arbeitet international unter anderem für Amazon.

„Neues in Bestehendes einbauen, darin ist Deutschland gut“, stellte Heil fest. Bei Disruption aber – neue Technologien, die alte verdrängen – gebe es Nachholbedarf. Er ist überzeugt, dass die Arbeit im technologischen Wandel nicht verschwindet, sondern sich Anforderungen ändern. Eines seiner Hauptthemen daher: „Wie kriegen wir die Arbeiter von heute in die Arbeit von morgen?“ Gute Beispiele habe er gestern in Ohligs gesehen. | Ein ausführliches Interview mit Arbeitsminister Hubertus Heil lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben.

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