Gesundheit

HPV-Viren werden oft unterschätzt

Prof. Dr. Andreas Sesterhenn sprach im VHS-Forum auch über die Gefahren von Tabak, Alkohol und Cannabis.
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Prof. Dr. Andreas Sesterhenn sprach im VHS-Forum auch über die Gefahren von Tabak, Alkohol und Cannabis.

Prof. Dr. Andreas Sesterhenn, HNO-Chefarzt im Klinikum, referierte über Gesundheitsgefahren bei Heranwachsenden.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Eine besondere Gefahr mit potenziell lebensgefährlichen Folgen birgt die Infektion mit bestimmten Untergruppen des „Humanen Papilloma Virus“ kurz HPV genannt. „Bei der Infektion mit bestimmten Subtypen des Virus sind letztendlich sogar Entwicklungen bösartiger Tumore des Genital- und Analbereiches sowie der oberen Luft- und Speisewege möglich“ erläuterte Professor Dr. Sesterhenn am Donnerstagabend im VHS- Forum. Dorthin hatte das Elternnetzwerk Solingen als hybride Veranstaltung eingeladen.

Auf die Gefahren der HPV-Viren aufmerksam zu machen, sei ihm ein besonders wichtiges Anliegen, betonte der Chefarzt der Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf-Hals-und-Schilddrüsenchirurgie sowie plastischer Gesichtschirurgie am Städtischen Klinikum Solingen. „Diese Erreger bringt man oft allenfalls in Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs und der dagegen angebotenen Impfung für 9- bis 14-jährige Mädchen“, sagte Sesterhenn. „Ein richtiges und wichtiges Angebot. Aber dass HPV-Viren auch andere, sehr schlimme, schmerzhafte und mitunter auch bösartige Tumore auslöse können, ist kaum in der Gesellschaft bekannt.“

Das zu ändern, war unter anderem Anliegen seines Vortrages mit dem – bewusst reißerisch formulierten – Titel „Sex & Drugs & Rock’n Roll“. Darin wies er aus dem Blickwinkel des HNO-Arztes auf relevante körperliche Gefahren für junge Menschen hin.

Anderthalb intensive Stunden lang zeigte er zudem auf, welche gesundheitlichen Schäden durch den Konsum von Nikotin, Alkohol und Cannabis-Produkten bei Heranwachsenden entstehen können. „Gottlob zeigen die Statistiken, dass die Zahl junger Menschen, die rauchen oder übermäßig trinken, seit Jahren abnimmt“.

Dennoch sei ihm wichtig aufzuzeigen, was solche Gifte im Körper anrichten, wenn sie regelmäßig konsumiert werden: Zuviel Alkohol verursache bleibende Hirnschäden, fördere Arteriosklerose, schädige das Entgiftungsorgan Leber sowie Magen oder Darm und sei auch im HNO-Bereich für manches Karzinom wie etwa in Rachen oder Mundhöhle verantwortlich.

Die Kombination aus Tabak und Alkohol erhöht das Krebsrisiko

Ähnliches gelte für Nikotin. Sesterhenn: „Rauchen ist neben den Risiken, Ischämien (Durchblutungsstörungen) und Infarkte zu begünstigen, auch ein großer Risikofaktor, an Krebs zu erkranken. Nicht nur im Magen-Darm-Trakt, sondern auch im Kehlkopf, dem Rachen oder im Mund.“ Die Kombination aus Tabak und Alkohol befeuere die Risiken noch, weil Alkohol die Zelloberflächen so verändere, dass das Nikotin seine schädliche Wirkung schneller und substanzieller entfalten könne. „Da potenziert sich die Wahrscheinlichkeit, an einem Krebs im HNO-Bereich zu erkranken.“

Unterschätzt, weil vielfach verharmlost, werde das „Kiffen“ und somit die langfristige Wirkung von Cannabis. Kiffen werde allmählich gesellschaftsfähig, bedauerte Sesterhenn. „Dabei ist das THC (Tetrahydrocannabinol) die schädigende Substanz in Haschisch oder Marihuana, die Psychosen, Depressionen oder gar Intelligenzminderung verursachen kann.“

Die dauerhafte Wirkung lauter Musik, die häufige Verwendung von Kopfhörern oder sogenannten „Inears“ könne zu einer nachhaltigen Schädigung des Hörorgans führen. Dafür ein Bewusstsein zu entwickeln, sei wichtig, damit man den Gebrauch sensibel handhabe. „Man sollte dem Ohr immer eine Lärm-Pause gönnen, wenn man zum Beispiel auf einem lauten Rockkonzert war“, empfahl Professor Sesterhenn.

Elternnetzwerk

Vorträge: Das Elternnetzwerk ist eine Initiative der Solinger Stadtschulpflegschaft, die 2021 an den Start gegangen ist. Veranstaltungen wie beispielsweise Vorträge zu für Eltern relevanten Themen anzubieten, ist ein wichtiger Baustein des Elternnetzwerkes.

Kontakte: Auch die gegenseitige Hilfe ist eines der Projekte, das auf digitale Vernetzung setzt und damit niederschwellig Kontaktmöglichkeiten anbietet.

Auch der Vortrag diese Woche wurde hybrid angeboten.

stadtschulpflegschaft-solingen.de

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