Kontaktloses Hotel

Hotelkette „JustStay“ baut Schwerthof um

Den Namen „JustStay“ wollen im November die Hotelbetreiber Dr. Christoph Hamann (l.) und Alin Dicu zum Leuchten bringen. Foto: Christian Beier
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Den Namen „JustStay“ wollen im November die Hotelbetreiber Dr. Christoph Hamann (l.) und Alin Dicu zum Leuchten bringen.

Im November soll die kontaktlose Übernachtungsherberge den Betrieb aufnehmen.

Von Philipp Müller

Solingen. Wer ab November die Hotellobby des neuen „JustStay“ an der Focher Straße betritt, den begrüßt kein Personal. Alin Dicu und Dr. Christoph Hamann setzen in Solingen ein weiteres Mal ihr Konzept eines kontaktlosen Hotels um. Das übliche Hotelgeschäft läuft nur digital. Um in die Lobby zu kommen, braucht der Gast einen Zugangscode, der vorab per E-Mail oder SMS kommt. In Grevenbroich und Ratingen läuft das schon. Der ehemalige Schwerthof wird noch einige Wochen dafür umgebaut.

Daher sieht man noch nichts von dem, was die beiden Düsseldorfer Geschäftsleute den Solingern anbieten werden. Doch das Konzept wirkt durchdacht. Außer einem Hausmeister, dem Reinigungspersonal und anderen Gästen, wird der Hotelnutzer niemandem begegnen. „Nur so können wir attraktive Preise bieten“, erklärt Dr. Hamann. Gebucht werden kann das Hotel direkt bei der Kette selbst oder auch über die bekannten Buchungsportale.

Dass „JustStay“ überhaupt als Hotel-Start-up entstanden ist, war wohl fast ein Zufall. Hamann war zuvor im Investment-Geschäft tätig. Alin Dicu Bauunternehmer. Bei einem Projekt für ein Einfamilienhaus lernten sie sich kennen. Man ist sich sympathisch, spinnt ein bisschen rum – am Ende steht die Geschäftsidee für ein neues Hotelkonzept.

Und das ließen sie nicht nur von teuren Profis umsetzen. „Wir haben die Farben der Fließen und Möbel alle selbst ausgesucht“, erzählt Dicu. Zugleich hätten die beiden auch den Geschäftsplan für die künftigen Hotels erstellt.

In Solingen bedeutet das, dass die 11 Einzelzimmer für 45 Euro pro Nacht angeboten werden, das Doppelzimmer, es gibt 14, für 55 Euro – und die neun Appartements, die zwei Räume bieten, für 65 Euro. Zielgruppe sind vor allem die Gäste, die tatsächlich am meisten Wert auf die reine Übernachtung – just stay = bleib einfach – legen wollen. Getränke und Speisen kommen aus dem Automaten in der Lobby. Das gilt auch für alles, was man fürs Frühstück braucht. Doch auch ein Schnitzel kann der stählerne Kellner servieren.

„Wir werden modernes Design anbieten.“

Dr. Christoph Hamann, „JustStay“

Dafür bleibt im Gebäude des Schwerthofs kaum etwas, wie es vorher war. Es sei am Ende eine Kernsanierung, erklären die beiden. Moderne, auch durchaus hochwertige Zimmer, erwarten den Gast. Zwei Stockwerke werden auf den Schwerthof aufgesetzt, um die Zimmerzahl zu erhöhen. In einer zweiten Ausbaustufe sollen noch weitere Appartements im Bereich der Bowlinganlage des Schwerthofs folgen. Das könnten nochmals vier bis sechs kleine Hotel-Wohnungen geben.

„Auch dabei bleiben wir uns treu: Wir werden modernes Design anbieten“, sagt Dr. Christoph Hamann. Und er erklärt, dass es in jedem Zimmer eine kleine Küche gibt, in der sich Selbstversorger abseits des Angebots aus den Automaten kleine Speisen zubereiten können. „Pfannen und Geschirr braucht man natürlich nicht mitzubringen“, sagt Dicu mit einem Augenzwinkern.

Gesteuert wird alles vom Firmensitz in Düsseldorf, dort gibt es auch eine Telefonzentrale, die sieben Tage rund um die Uhr besetzt ist. Wer plötzlich Hilfe brauche, den beruhigen die beiden Hoteliers. Feuerwehr und Rettungsdienst würden einen Zugangscode zum Hotel erhalten, so dass sie stets schnell vor Ort sein könnten, um zu helfen.

Hotelbranche unter Druck

Das neue Hotelkonzept „JustStay“ wird in wirtschaftlich stürmischen Zeiten zu Wasser gelassen. Denn durch die Corona-Pandemie sind die Übernachtungszahlen bis Mai 2020 erheblich eingebrochen und erholen sich nur langsam. Da sehen die beiden Düsseldorfer aber auch ihre Chance. Weil das Hotel im Grunde kontaktfrei zu Menschen nutzbar ist, sehen sie sich gegenüber dem klassischen Geschäftsmodell eines Hotels im Vorteil. Türen öffnen sich nur per individuellem Code. Hohe Hygiene-Standards garantieren sie.

Auch dem Neubau des Hotels an der Rückseite des Hauptbahnhofs in Ohligs steht nichts mehr im Wege. An der Steinstraße soll ein fünfgeschossiges Hotel mit 158 Zimmern und einem Restaurant im Erdgeschoss entstehen.

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