Pandemie

Unterricht findet über Videokonferenzen statt

Daniel Rahn, Lehrer am Gymnasium Schwertstraße, und seine Kollegen unterrichten ihre Schüler über Microsoft Teams. Foto: Michael Schütz
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Daniel Rahn, Lehrer am Gymnasium Schwertstraße, und seine Kollegen unterrichten ihre Schüler über Microsoft Teams.

Das Gymnasium Schwertstraße setzt den regulären Stundenplan komplett digital um.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Seit Dezember sind die Solinger Schüler wieder überwiegend im Distanzunterricht. Im Vergleich zur ersten Schulschließung im Frühjahr 2020 hat sich beim Homeschooling jedoch viel getan. Es gibt Lernplattformen, die nach Startschwierigkeiten inzwischen auch laufen. Um den Kontakt zwischen Schülern und Lehrern zu halten, gibt es an den meisten Schulen jetzt Videokonferenzen. Das Gymnasium Schwertstraße setzt damit als einzige weiterführende Schule in Solingen sogar den kompletten Stundenplan um.

„Wir haben uns dafür entschieden, weil das für alle einen regelmäßigen Unterrichtsbetrieb sichert“, sagt Direktor Ulrich Nachtkamp. Die Rückmeldungen von Schülern und Eltern seien positiv. Und auch aus technischer Sicht laufe es gut. Im Herbst 2020 wurde abgefragt, wie die Schüler zu Hause mit technischen Geräten ausgestattet seien, berichtet Nachtkamp. Für bedürftige Schüler gab es die Leih-iPads der Stadt, „außerdem konnten wir mit schuleigenen Geräten aushelfen“.

Die Schwertstraße arbeitet seit Sommer 2020 mit Microsoft Teams. Von der Software, mit der auch Videokonferenzen möglich sind, hat die Stadt Solingen 10 000 Lizenzen für alle Schulen angeschafft. Auch Aufgaben können hochgeladen und ausgetauscht werden.

In der 7. Jahrgangsstufe sieht ein Schultag im Lockdown dann so aus: ab 8 Uhr jeweils eine Doppelstunde Englisch, Mathematik und Deutsch, aber eben von zu Hause aus. Die Anwesenheit wird zu Beginn der Stunde abgefragt. Bei Krankheit müssen Schüler sich regulär entschuldigen. Während Schüler und Lehrer vor ihren Laptops, Tablets und Computern sitzen, findet der Unterricht nicht immer „frontal“ in der großen Runde statt. „Wir setzen nicht auf 45 Minuten Lehrerpräsenz in einer Schulstunde, sondern der Austausch soll möglich sein“, erläutert Nachtkamp. In den Videokonferenzen gebe es Arbeitsphasen, in denen Schüler sich ausklinken und allein oder mit anderen über Chats Aufgaben bearbeiten.

Es sei wichtig, dass die Schüler auch im Distanzlernen jeden Tag ihre Lehrkräfte sehen – wenn auch nur über den Bildschirm. „Wir müssen ja die Unterrichtsinhalte schaffen. Außerdem bleibt die Kontinuität gewahrt.“ Kein Phänomen sei diesmal auch, dass Schüler „abtauchen“. „Im vergangenen Frühjahr hatten wir hingegen von einzelnen keine Rückmeldung.“ Die geregelte Tagesstruktur sei zudem eine Unterstützung für die Schüler, ist Nachtkamp überzeugt.

Solingen: Nur Unterricht via Videokonferenz finden nicht alle sinnvoll

Auch an der Theodor-Heuss-Schule gibt es Unterricht via Videokonferenz nach einem eigens erstellten, verkürzten Online-Stundenplan. Vier Stunden würden so täglich abgedeckt, sagt Rektor Joachim Blümer. „Wir hatten im vergangenen Jahr die Rückmeldung der Eltern bekommen, dass die fehlenden Tagesstruktur ein großes Problem war.“

Auch die Alexander-Coppel-Gesamtschule (ACG) führt Videokonferenzen durch. „Darüber aber die ganze Zeit Unterricht zu geben, halte ich für einen Fehler“, sagt Schulleiter Andreas Tempel, der dafür pädagogische Gründe ins Feld führt. „Man kann Schüler und Lehrer nicht durchgehend in Videokonferenzen halten.“ Es sei schwer, dann die Konzentration hoch zu halten. An der ACG gebe es Videokonferenzen deshalb vor allem in den Hauptfächern. „Statt drei Stunden Matheunterricht in Präsenz gibt es dann zwei Stunden digital.“ In der übrigen Zeit würden Aufgaben bearbeitet.

„Digitalunterricht kann Präsenzunterricht nicht ersetzen“, betont Schwertstraßen-Direktor Nachtkamp. „Aber in dieser Zwangssituation ist das für uns die bestmögliche Form.“

In unserem Montagsinterview ging es um die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Folgen für Kinder.

Distanzunterricht

Bis zum 12. Februar findet an allen Schulen Distanzunterricht statt, hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag mitgeteilt. Für Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 sowie Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf gibt es eine Notbetreuung. Wie der Distanzunterricht klappt, möchte die Landeselternkonferenz NRW in Erfahrung bringen. Sie hat unter Eltern eine Umfrage gestartet, die bis zum 31. Januar läuft.

lek-nrw.de

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