Strom und Gas

Hohe Energiekosten: Das raten die Stadtwerke Solingen

Die Tarife aus der letzten Gaspreiserhöhung der Stadtwerke im April gelten aktuell noch.
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Die Tarife aus der letzten Gaspreiserhöhung der Stadtwerke im April gelten aktuell noch.

Die immer weiter steigenden Energiekosten belasten private Haushalte wie Unternehmen gleichermaßen.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Steigende Preise, besonders bei den Energiekosten – das Thema lässt viele Familien mit dem Rotstift rechnen und mit Sorge im nächsten Jahr die Abrechnung für Gas und Strom erwarten. Bei den Stadtwerken Solingen (SWS) setzen Stefan Ziebs, Bereichsleiter Markt, zu dem auch die Sparte Energie gehört, und Stefan Wicker, Hauptabteilungsleiter Customer Care (Kundenservice), alles daran, die Gasversorgung für die Solinger sicherzustellen und den Kunden in der schwierigen Zeit zu helfen.

Wie ist die aktuelle Situation?

Das Gas, das aktuell in den Haushalten verbraucht wird, wird zu den vereinbarten Tarifen abgerechnet. Da die Privatkunden in der Regel festgelegte monatliche Abschläge zahlen, sei der enorme Preisanstieg bei den Kunden noch nicht angekommen, so die Stadtwerke. „Noch gibt es auch keine erkennbare Zunahme an Mahnungen oder Sperrungen der Anschlüsse, weil Kunden nicht mehr zahlen können“, so Stefan Wicker. Aber es sei zu befürchten, dass sich das ändern wird. Zuletzt waren etwa 100 Solinger Haushalte von Sperrungen betroffen.

Zu welchen Preisen kaufen die SWS das Gas ein?

Der Preis, zu dem die Stadtwerke derzeit das Gas für Solingen einkaufen, habe sich in kürzester Zeit vervierfacht, von 25 bis 30 Euro auf jetzt über 100 Euro pro Megawattstunde. „Noch bilden wir diese enorme Verteuerung nicht auf der Absatzseite ab, weil wir langfristig eingekauft haben“, so Ziebs. Es bestehe aber große Sorge. „Derzeit analysieren wir, wie stabil die Lieferketten sind und damit die Verträge, wenn plötzlich kein oder fast kein Gas mehr fließt“, sagt er mit Blick auf die von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ausgerufene Notfallstufe. Zudem könnten die Verträge auch über hoheitliche Lösungen ausgesetzt werden. Die aktuellen Preise können die SWS nur halten, so lange die Vorlieferanten ihre Verträge noch erfüllen.

Ab wann wird die Verteuerung an die Kunden weitergegeben?

Im April haben die Stadtwerke Solingen zuletzt den Gaspreis erhöht. „Wer also jetzt kurzfristig seine nächste Jahresabrechnung erwartet, der muss noch keinen großen Preisschock befürchten“, so Stefan Wicker. Bezüglich der nächsten Erhöhung sei man bei den Stadtwerken jetzt noch „in der Warteschleife“, so Stefan Ziebs, weil der Gesetzgeber noch entscheide, welche Kosten auf die Verbraucher umgelegt werden können. Die Kunden müssen aber mit einer Gaspreiserhöhung spätestens im Herbst, mit der für Strom vermutlich im Januar rechnen, so der Energie-Experte. Preiserhöhungen würden aber immer sechs Wochen vorher angekündigt.

Ist es ratsam, Abschläge freiwillig zu erhöhen?

Bei größeren Preisanpassungen erhöhen die Stadtwerke auch die Abschläge automatisch, um böse Überraschungen für die Kunden zu vermeiden. „Wir bieten aber auch an und empfehlen momentan, das auch selbst zu machen“, erklärt der Leiter des Kundenservice-Centers, Stefan Wicker. Das könne im Online-Portal unter dem Stichwort „Abschlagsplan ändern“ aber auch telefonisch erfolgen. Derzeit nutzten viele Kunden diese Möglichkeit, um auf der sicheren Seite zu sein. „Das Geld ist ja auf jeden Fall wie auf einem Sparbuch sicher“, garantiert er. Bei einer Erhöhung des Abschlags um ein Drittel sei man zunächst mal „auf der komfortablen Seite“, rät auch Stefan Ziebs.

Wie wirkt sich die Preiserhöhung beim Strom aus?

Der Strommarkt sei sogar noch nervöser, so Ziebs. Auch dort seien die Kosten nach oben gegangen. Angesichts der aktuellen Probleme seien beide Bereiche gleich zu sehen. Zum 1. Juli greift allerdings der gesetzlich bestimmte Wegfall der EEG-Umlage. Dieser sieht vor, den Strompreis um 3,723 Cent pro Kilowattstunde netto zu senken. „Dies führt für die Kunden zu einer Kostenentlastung von 4,43 Cent/kWh inklusive Umsatzsteuer, was wir natürlich 1:1 und automatisch an unsere Kunden weitergeben“, so Stadtwerke-Sprecherin Lisa Nohl.

So rüstet sich die Stadt Solingen für hohe Energiepreise

Wie kann jeder Einzelne sparen?

Das Wichtigste sei, bewusst mit Gas umzugehen. Wer die Zeitunter der warmen Dusche reduziert, könne viel Gas sparen. Die Stadtwerke verleihen an ihre Kunden auch Messgeräte, mit denen man zum Strom-Detektiv wird. „Alte Kühl- und Eisschränke austauschen, auf den Trockner verzichten, die Heizung um zwei Grad reduzieren“, all das sind wirksame Tipps, so Stefan Wicker. Einige Möglichkeiten zu sparen, hätten die Kunden selbst in der Hand. „Wir als Stadtwerke können die Gasmenge, die in die Haushalte fließt, nicht technisch steuern. Aber wenn wir insgesamt 20 Prozent einsparen, kommen wir ohne Versorgungsengpässe durch den Winter, habe Wirtschaftsminister Habeck vorgerechnet“, so Ziebs.

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