Einkaufscenter

Hofgarten in Solingen: Food Court soll umziehen

550 Sitzplätze stehen im Food Court des Hofgartens zur Verfügung – viele davon werden nicht gebraucht. Die Zahl soll im Zuge des Umbaus angepasst werden. Foto: Christian Beier
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550 Sitzplätze stehen im Food Court des Hofgartens zur Verfügung – viele davon werden nicht gebraucht. Die Zahl soll im Zuge des Umbaus angepasst werden.

Eröffnung eines neuen Gastronomiebetriebs im Hofgarten ist bis September geplant.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Innerhalb des Hofgartens bahnt sich ein größerer Umbau an. Derzeit läuft die Suche nach einem neuen Standort für den Food Court, bestätigt Ralf Lindl. Der Centermanager erklärt: „Der Gastronomiebereich ist in seiner jetzigen Form einfach viel zu groß.“ Deshalb strebe man eine Verlagerung innerhalb des Einkaufszentrums an.

Mit 550 Sitzplätzen wurde die Fläche im Obergeschoss angelegt. „So viele müssen es in Zukunft nicht mehr sein“, macht Lindl deutlich. Zumal aktuell lediglich zwei Anbieter für die Kunden vor Ort sind. Der neue Standort für den Food Court steht noch nicht fest. Externe Berater erarbeiten derzeit ein Konzept.

Hofgarten Solingen: Fläche des ehemaligen Yellow River soll getrennt werden

Dem Centermanager zufolge kommen Flächen im Erd- sowie im Untergeschoss infrage. Prinzipiell vorstellbar sei, die Gastronomen an der Außenfassade in Richtung Neumarkt zu konzentrieren. „Das wäre eine gute Ergänzung zu den Anbietern an der gegenüberliegenden Seite des Platzes“, führt Lindl aus.

Bereits heute gibt es im Hofgarten zwei Gastronomiebetriebe an der Bergstraße: das Café Espresso Perfetto sowie das Eiscafé La Luna. Ein weiterer Mieter soll folgen. Dafür ist eine bauliche Veränderung nötig. Die Fläche des früheren asiatischen Restaurants Yellow River, die sich über zwei Etagen erstreckt, wird getrennt. Im ebenerdigen Teil möchte sich ein „neues gastronomisches Projekt ansiedeln“. Ralf Lindl rechnet mit einer Eröffnung spätestens im September.

Voraussichtlich im Jahr 2022 wird die Verlagerung des Food Courts konkret. Für die Maßnahme ist eine Baugenehmigung notwendig. Im Obergeschoss entsteht durch das Projekt eine Lücke, die Einzelhändler und Dienstleister schließen sollen. Dabei denkt Lindl zum einen an den Umzug der Anbieter, die für den neuen Gastronomiebereich ihren Platz räumen müssen. „Die Verkaufsfläche ist auf 18 000 Quadratmeter festgeschrieben, das müssen wir beachten“, erläutert der Centermanager. Nichtsdestotrotz möchten die Verantwortlichen auch neue Mieter gewinnen. Denn unabhängig von den Umbauplänen gibt es bereits heute leerstehende Ladenlokale.

„In den ersten Wochen haben wir uns beinahe auf einem normalen Niveau bewegt.“

Ralf Lindl, Hofgarten-Centermanager

Vor knapp eineinhalb Wochen ist ein weiteres hinzugekommen. Spiele Max im Untergeschoss existiert nicht mehr. Die Kette hat in der Corona-Krise mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Ralf Lindl rechnet mit einer komplizierten Nachfolgersuche: „Es wäre wünschenswert, dass sich dort wieder ein Spielwarenladen ansiedelt. Momentan drängt sich aber kein Anbieter auf, der diese Lücke schließen könnte.“ Deshalb führe man auch Gespräche mit Interessenten aus anderen Bereichen.

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie waren und sind im Hofgarten zu spüren. Mit dem Neustart nach der coronabedingten Zwangspause zeigt sich Ralf Lindl jedoch durchaus zufrieden: „In den ersten Wochen haben wir uns beinahe auf einem normalen Niveau bewegt.“ Nun sei die Nachfrage zwar etwas abgeflacht, allerdings noch immer „sehr zufriedenstellend“.

Die aktuellen Entwicklungen in der Innenstadt bewertet der Centermanager positiv. Der Neubau der Stadt-Sparkasse gegenüber dem Hofgarten werde den Neumarkt aufwerten. Dass auf der aktuellen Fläche der Sparkassen-Hauptstelle sowie auf dem Gelände von Kaufhof und P & C neuer Wohnraum entstehen soll, sei ebenfalls eine gute Nachricht: „Das bringt uns neue Kunden in die Innenstadt.“ Mit Blick auf das geplante Verkehrskonzept sei entscheidend, dass die Parkhäuser in der City gut erreichbar bleiben. „Von dort aus ist vieles gut fußläufig zu erreichen.“

Clemens-Galerien

Auch in den Clemens-Galerien soll sich etwas am gastronomischen Angebot tun. Seit einiger Zeit existieren Pläne, dass das Restaurant Pizza Pazza in das frühere Tedi-Ladenlokal zieht. Vollzug kann Inhaber Ioanis Lampropoulos jedoch noch nicht melden. „Wir befinden uns nach wie vor in Verhandlungen“, erklärt der Gastronom im Gespräch mit dem Tageblatt.

Standpunkt

manuel.boehnke@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Manuel Böhnke

Hand aufs Herz: Wann haben Sie den Food Court des Hofgartens zuletzt richtig voll erlebt? Als der Solinger Fußballer Christoph Kramer nach seinem Triumph bei der Weltmeisterschaft 2014 Autogramme schrieb, lockte das viele Besucher in das Obergeschoss des Einkaufszentrums. Als Schlagersänger Jürgen Drews im Oktober 2017 seine neue CD vorstellte, kamen immerhin 500 Solinger. Im Alltag, wenn nicht gerade Stars die Innenstadt beehren, bleiben im großzügigen Gastronomiebereich allerdings viele Stühle leer. Die Corona-Pandemie hat das Problem sicherlich verschärft. Mit 550 Sitzplätzen war der Food Court aber vermutlich von Beginn an überdimensioniert geplant. Dass dies nun nachträglich korrigiert wird, ist ein positives Signal für die City. Es zeigt: Nicht nur im Umfeld des Hofgartens tut sich etwas, es wird auch Geld in die Hand genommen, um das Einkaufszentrum selbst fit für die Zukunft zu machen – und Raum für neue Ideen zu schaffen.

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