Andacht

Mit Hoffnung und Zuversicht ins neue Jahr gehen

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Die evangelische Stadtkirchen-Gemeinde in der Innenstadt.

Theologen laden im ST zur Andacht ein – heute die evangelische Pfarrerin Jutta Degen.

Liebe Leserin, lieber Leser, 

gehen Sie voller Hoffnung in dieses neue Jahr 2021? Oder fragen Sie eher: „Wie lange dauert diese Corona-Pandemie noch? Wie halte ich das durch? Was trägt mich durch diese Zeit?“

Selbstverständlich gibt es sie, diese kleinen Hoffnungen. Sie bestimmen unseren Alltag. Hoffentlich dürfen wir bald wieder unsere Verwandten und unsere Eltern besuchen, sie in den Arm nehmen – ein Herzenswunsch so vieler Angehöriger. Hoffentlich gehen die Ansteckungen in diesem erneuten Lockdown zurück und das Leben kann sich langsam wieder normalisieren. Hoffentlich kommt genug Impfstoff und löscht die Krankheit bald aus. Hoffentlich bleiben ich und meine Lieben gesund. Hoffentlich überstehen wir die wirtschaftliche Krise.

Hoffnungen von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, Hoffnungen für das neue Jahr, das nun vor uns liegt. 365 neue Tage und kein Tag des alten Jahres wird sich wiederholen. Und nichts wird so bleiben wie es jetzt ist. Mir kommt es so vor, als ob sich die Tür zu einem neuen wunderbaren Raum öffnet. Ich denke an die Dinge, die zu erwarten sind: Bei manchen wird es persönliche oder berufliche Veränderungen geben, Weichen werden neu gestellt oder Schwerpunkte anders gesetzt. Viele neue Aufgaben und Verpflichtungen kommen auf uns zu.

Jutta Degen ist Pfarrerin der evangelischen Stadtkirchen-Gemeinde in der Innenstadt.

Und dann sind da noch die Sorgen, die ich mit hinübergenommen habe ins neue Jahr: Sorgen um die Menschen, die mir am Herzen liegen, um Freunde und Angehörige, die krank sind. Ungewissheit, wo nicht klar ist, wie es weitergeht. Ich merke, dass die 365 unbeschriebenen Tage des neuen Jahres ganz unterschiedliche Gefühle in mir auslösen. Sie machen mich neugierig auf das, was kommt. Zugleich machen sie mich auch unsicher, weil ich nicht immer weiß, was kommt.

Hoffnung habe ich, dass sich alle Pläne und Vorhaben und die Corona-Pandemie zum Guten wenden mögen. Zugleich ist das Wissen da, dass sich meine Wünsche und Träume nicht immer erfüllen werden. Viele Menschen fragen nach dem, was Bestand hat in unserem Leben, was wirklich verlässlich ist. Ich denke an die Botschaft des Weihnachtsfestes: „Gott ist geboren – für euch.“ Für alle Menschen. Und er hält und trägt durch das, was war, und durch alles, was kommt. Bei ihm ist alle Zeit aufgehoben. Er lädt uns dazu ein, mutig unsere Schritte zu gehen, frei und unbeschwert, und darauf zu vertrauen, dass er bei uns ist.

Gott ist bei uns mit seiner Liebe und Zuwendung und er wird uns nicht allein lassen. Keinen Tag wird es geben, an dem er uns nicht seinen Segen zuspricht. Gott sagt: „Ich bin da. In das Dunkel deiner Vergangenheit und in das Ungewisse deiner Zukunft, in deine Sorgen und deine Freude lege ich meine Zusage: Ich bin da.

„Ich bin voller Zuversicht, dass Gott uns durch das neue Jahr begleitet.“
Jutta Degen, Pfarrerin

In die Fülle deiner Aufgaben und in die Leere deiner Geschäftigkeit, in die Vielzahl deiner Fähigkeiten und in die Grenzen deiner Begabung lege ich meine Zusage: Ich bin da. In die Freude deines Erfolgs und in den Schmerz deines Versagens lege ich meine Zusage: Ich bin da. In die Enge deines Alltags und in die Weite deiner Träume lege ich meine Zusage: Ich bin da.“

Ja, wenn es einen Vorsatz gibt für das neue Jahr, dann diesen: Aus dieser Verheißung Gottes will ich leben. Ich bin voller Zuversicht, dass Gott uns durch das neue Jahr begleitet und uns trägt. Fühlen Sie sich umhüllt von Licht und Liebe und bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrerin Jutta Degen

Persönlich

Jutta Degen ist Pfarrerin an der Evangelischen Stadtkirche Solingen-Mitte. Die Theologin und verheiratete Mutter zweier Söhne und Großmutter einer Enkelin geht zuversichtlich ins neue Jahr.

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