Solinger Musiker sorgen für die Musik

Hörspiel Intropolis nimmt in fantastische Köper-Innenweltwelt mit

Gestern ist „Intropolis – Ein Körperkrimi“ von Claudia Gahrke bei Valve Records erschienen. Grafik: Celina Hoß
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Gestern ist „Intropolis – Ein Körperkrimi“ von Claudia Gahrke bei Valve Records erschienen. Grafik: Celina Hoß

Autorin Claudia Gahrke glänzt selbst in nahezu allen Sprechrollen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Wer Freude an fantastischer Unterhaltung hat, wird Claudia Gahrkes Hörspiel „Intropolis“ feiern, das gestern erschienen ist: Die Schauspielerin ist nicht nur Autorin des Hörbuchs, sondern bis auf einen kurzen Gastaufritt von Ron Williams einzige Sprecherin aller verschieden Rollen.

Das ist zu hören: Der Traum des Hypochonders Herr Wunderlin wird für den Hörer zum spannenden Krimi in dessen Innenwelt: Auf fantastische Weise begegnet er bei dem Fall in seine Innenwelt – vergleichbar mit dem von Alice in den Kaninchenbau, der sie ins Wunderland brachte – den Bewohnern von Darm, Leber oder anderen Organen. Staunend versteht er, dass die Welt, die er dort träumend vorfindet, er selbst ist. Er begegnet einer Vielfalt von Einwohnern mit unterschiedlichen Charakteren: Zum Teil zwielichtigen Gestalten der Unterwelt in der Darmflora oder den philosophische Mikroben im Dünndarm, die darüber nachdenken, ob es eine Welt außerhalb ihres Mikrokosmos geben könnte. Einzeller betreiben in Hinterzimmern der Leber Glücksspiele, und vollbusige Monaden tanzen Striptease. Romantische Erinnerungen an mexikanische Mikroben kommen vor und antibiotika-abhängige Streptokokken: Planen all diese winzigen Lebewesen in einem Inneren den Umsturz und wollen ihn vernichten, wollen , den „Laden übernehmen“ und die Welt regieren?

Das Hörspiel lebt von der Ausdruckskraft Claudia Gahrkes

Gahrkes Sprechtechnik und Ausdruckskraft überzeugen bei der verlangten Farbigkeit: Der französische Akzent einer „Engel-Mikrobe“ macht genau so viel Spaß wie ein Barkeeper, der breiten Ruhrpott-Slang spricht. Schon lange vor Corona sei ihr die Idee zu dem Thema gekommen, erzählt Claudia Gahrke. Nun hat das Ganze seine Weg aus der Schublade zum fertigen Projekt gefunden. Die menschliche Innenwelt sei für sie tatsächlich schon lange durch und durch faszinierend, sagt die Künstlerin. „Menschen neigen zu der arroganten Haltung, alles im Griff zu haben und Herr über sich selbst zu sen. Dabei spricht man ja mittlerweile öfters davon, den Darm als zweites Gehirn zu bezeichnen und weiß immer besser, wie wichtig die gute Besiedelung unserer Innenwelt mit Mikroorganismen ist. In „Intropolis“ spinnt sie diese Erkenntnisse in einem Gedankenexperiment weiter.

Mit Julian Müller und Suzan Köcher konnte Gahrke zwei Musiker gewinnen, die voller Begeisterung Atmosphäre und Stimmung der Story wiedergeben: Surreale anmutende Klänge erschaffen verschrobene Klangfarben, die den inneren Bahnen des Hypochonders eine surreal-fantastische Note verleihen.

Valve Records, ISBN 978-3-00-070426-0 Empfohlener Verkaufspreis: 12 Euro Spieldauer: 54 Minuten

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