Nach 18 Stunden Arbeit

Hölzerne Liëwerfrau begrüßt Wanderer

Andi Conrads hat die Liëwerfrau geschnitzt, die nahe seines Hofes am gleichnamigen Wanderweg an der Lacher Straße steht.
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Andi Conrads hat die Liëwerfrau geschnitzt, die nahe seines Hofes am gleichnamigen Wanderweg an der Lacher Straße steht.

Andi Conrads möchte mit der geschnitzten Statue Spaziergängern eine Freude machen.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Schöne Dinge, die Solingerinnen und Solinger machen, um anderen Menschen eine Freude zu bereiten – darum geht es in unserer kleinen Reihe von Adventsgeschichten. Erfreut sein werden etwa die Spaziergänger, die derzeit in Widdert eine Winterwanderung machen. Dort gibt es nämlich seit ein paar Tagen eine neue Attraktion.

Auf dem Liëwerfrauenweg, der zur Vereinfachung für auswärtige Besucher auch Lewerfrauenweg genannt wird und der in diesem Jahr offiziell eröffnet wurde, steht jetzt eines der Solinger Originale in Lebensgröße. Andi Conrads, der an der Lacher Straße Forstwirtschaft und Gartenbau betreibt, hat sie geschnitzt und als Attraktion für den neuen Weg in der Nähe seines Wohnhauses, das direkt an den Weg grenzt, aufgestellt. Traditionell haben die Liëwerfrauen die Rohlinge aus den Fabriken zu ihren Männern, die in den Schleiferkotten entlang der Wupper tätig waren, gebracht und sie anschließend – wieder im Korb auf dem Kopf, der Lewermang, – zurückgetragen.

„Ich gehe selbst gerne wandern und wollte mit der Statue etwas Schönes entlang des Liëwerfrauenwegs schaffen“, erzählt Andi Conrads. Im Frühjahr hatte der 54-Jährige schon Holztische und Bänke für die Wanderer zum Verweilen aufgestellt. An der Stelle, an der jetzt die Liëwerfrau steht, habe eine große Tanne gestanden. „Da kam mir die Idee, daraus etwas zu schnitzen“, erinnert sich Conrads. Der Nadelbaum sei aber bereits zu morsch gewesen. Deshalb hat der Forstwirt einen Eichenstamm mit einem Meter Durchmesser aus dem heimischen Wald für sein Kunstwerk darauf gesetzt.

Liëwerfrau am Fronhofwar das Vorbild

Die Bildhauerei hat er sich selbst beigebracht. „Vor fünf Jahren hat das mit Figuren, die ich zum Verschenken gemacht habe, angefangen“, erinnert sich Conrads. Die Liëwerfrau ist da jetzt ein paar Nummern größer. Deshalb hat der Holzexperte die Kettensäge angesetzt. Zuvor wurde das Motiv, nach dem Vorbild der Liëwerfrau an der Treppe zum Fronhof, gezeichnet, die Proportionen berechnet. „Wichtig ist, beim Sägen die Maserungen des Holzes zu beachten, Holz bricht immer nur in einer Richtung“, erklärt Conrads. „Da hat man schnell zu viel abgesägt.“

18 Stunden hat er an der Statue gearbeitet. Selbst Gesicht und Hände sind mit der Motorsäge entstanden. 400 Kilo wiegt die massive Dame, die fest verankert ist, insgesamt. „Es ist toll geworden“, ist auch Bruder Robert Conrads begeistert. „Die Leute bleiben alle stehen und machen Fotos von Tante Hilde“, wie die Brüder die Figur getauft haben.

Ebenfalls direkt an der Lacher Straße hat auch Bruder Robert Conrads seinen Landwirtschaftsbetrieb und Weihnachtsbaumverkauf. Am 3. und 4. Advent gibt es beim Weihnachtsbaumverkauf wieder die traditionelle Glühweinaktion. Alle Spenden für den ausgeschenkten Glühwein gehen an die Kette der helfenden Hände.

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