Debatte

Höhrath: Nicht alle wollen von Solingen weg

Klaus Dieter Land vor seinem Restaurant. Auch bei seinen Gästen ist die Debatte ein Thema.
+
Klaus Dieter Land vor seinem Restaurant. Auch bei seinen Gästen ist die Debatte ein Thema.

Gastronom Klaus Dieter Land sieht keinen Grund für die neuerliche Debatte.

Von Björn Boch

Solingen. Seit Dezember 1982 lebt Klaus Dieter Land in Solingen-Höhrath, Anfang 1983 hat er sein Restaurant eröffnet – die heutige Kartoffel-Kiste. Land ärgert sich, dass nun eine alte Debatte wieder auflebt: eine mögliche Zuordnung des Ortsteils Höhrath zu Wermelskirchen.

So war es zwar schon einmal – bis zu einer Gemeindereform 1975. „Aber es gibt doch jetzt keinen Grund dafür“, sagt Land. Wieso ändern, was seit mittlerweile 45 Jahren gut funktioniere? Die Stadt Solingen habe sich sehr engagiert und für viele Bereiche einen Kriterienkatalog erarbeitet. Eine schlechtere Versorgung – etwa in Notfällen durch Rettungsdienst oder Feuerwehr – könne er nicht erkennen.

Für den Rettungsdienst gebe es eine Sondervereinbarung, im Falle eines Brandes sei die Freiwillige Feuerwehr aus Burg schnell zur Stelle, bis die Berufsfeuerwehren aus Wermelskirchen oder Solingen kommen. Und was längere Wartezeiten angeht, findet Klaus Dieter Land: „Es ist halt nicht gerade Ortskern hier.“

Land glaubt nicht, dass die meisten Höhrather zurück nach Wermelskirchen wollen, viele hätten die Umstrukturierung gar nicht vor Ort erlebt. „Ich bin 1982 nach Höhrath und damit nach Solingen gezogen, ich habe nie zu Wermelskirchen gehört.“ Bei den meisten der Anwohner in Höhrath sei das genauso. Jene, die bereits die Umstellung 1975 mitgemacht hätten, seien in der Minderheit.

Seine Gäste, berichtet Klaus Dieter Land, kämen nicht nur aus Höhrath selbst, sondern auch aus den restlichen Teilen Solingens, aus Wermelskirchen und der Umgebung. So manche Besucher sprechen ihn auf die neue, alte Debatte an. „Und die Solinger Gäste nehmen den Höhrathern das natürlich ein wenig übel.“

Wie berichtet hat Burkhard Stock, Vorsitzender der Bürgerinitiative Höhrath, einen neuen Antrag angekündigt. Die Initiative wolle beim Solinger Rat ein weiteres Mal darum bitten, den Stadtteil Höhrath an Wermelskirchen abzugeben.

Das letzte Mal wurde 1985 ein Antrag in Solingen gestellt – der bei der Abstimmung im Rat gescheitert war. Auch diesmal müsste der Solinger Rat darüber entscheiden, allerdings müssten auch zwei Bezirksregierungen einbezogen werden. Der Rheinisch-Bergische Kreis zählt zu Köln, Solingen zu Düsseldorf.

Hürde: 80 Prozent der Höhrather sollen Antrag unterstützen

Gebietsangleichungen bezeichnet Solingens Stadtdirektor Hartmut Hoferichter als „oft rechtlich schwierig und aufwendig“, die Stadt hoffe aber, dass sich Höhrath ohnehin entscheide, Solinger Ortsteil zu bleiben. Wermelskirchen würde eine Rückkehr Höhraths dagegen sehr begrüßen, wie Bürgermeister Rainer Bleek betont.

Das wird allerdings erst relevant, wenn der Antrag überhaupt gestellt wird. Burkhard Stock, Vorsitzender der Bürgerinitiative, kündigte an, dass der Verein nur tätig werde, wenn 80 Prozent der Höhrather das unterstützen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung
Zahlreiche Kunden unterstützen Verkaufsaktion im Wipperkotten
Zahlreiche Kunden unterstützen Verkaufsaktion im Wipperkotten
Zahlreiche Kunden unterstützen Verkaufsaktion im Wipperkotten
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare