Flutkatastrophe

Hochwasser hat in Solingen neun Brücken zerstört - Wanderwege betroffen

Viele Wanderwege im Stadtgebiet, wie hier zwischen Unterburg und Glüder, wurden durch das Hochwasser großflächig unterspült. Foto: Christian Beier
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Viele Wanderwege im Stadtgebiet, wie hier zwischen Unterburg und Glüder, wurden durch das Hochwasser großflächig unterspült.

Stadt zieht Schadensbilanz für Wanderwege nach dem Unwetter – Spaziergänger sollten sich informieren

Von Kristin Dowe

Solingen. Das Unwetter am 14. Juli hat in Solingen auch auf den Wanderwegen Spuren hinterlassen – so wurden viele Pfade ausgespült oder von umgestürzten Bäumen versperrt. Zwar sind die meisten Schäden nach Angaben der Stadt soweit beseitigt, aber vor allem zerstörte und weggespülte Brücken stellen vielerorts ein länger andauerndes Hindernis dar. „Dort werden jetzt Umleitungen eingerichtet und ausgeschildert“, kündigt Rathaussprecherin Sabine Rische an.

„Der Neubau der Brücken wird Zeit in Anspruch nehmen.“

Sabine Rische, Rathaussprecherin

Damit Wanderer ihren Ausflug sicher planen können, hat die Stadt auf ihrer Internetseite und insbesondere auf dem dort verfügbaren Baustelleninformationssystem „Basti“ umfangreiche Informationen zusammengestellt, die in den kommenden Tagen weiter aktualisiert werden.

Mittlerweile verfüge die Stadt über einen umfassenden Überblick über die in den Wäldern entstandenen Schäden, so Rische. „Nahezu alle Wege und die rund 70 Brückenbauwerke beziehungsweise Durchlässe und Stützwände wurden inzwischen fachtechnisch geprüft.“

Hochwasser in Solingen: Schäden wirken sich auf Wanderwegenetz aus

So waren in den vergangenen Wochen städtische Mitarbeiter der Abteilung Wald und Landschaft damit betraut, Ausspülungen mit Schotter aufzufüllen und umgefallene Bäume zu entfernen. Insgesamt sieben Brückenbauwerke hätten zunächst gesperrt werden müssen, neun Brücken seien vollständig den Fluten zum Opfer gefallen – so etwa am Obenrüdener Kotten über die Wupper, am Wipperkotten über den Weinsberger Bach, die Fußgängerbrücke über den Obergraben am Balkhauser Kotten, zwei Brücken in Burg am Weißen Stein, sowie Bauwerke im Sengbachtal und im Hammertal.

Die Schäden wirken sich unmittelbar auf das Wanderwegenetz aus. So sind aufgrund der fehlenden Brücken aktuell Pfade rund um den Weißen Stein gesperrt und auch die Schwebefähre in Müngsten ist schwer beschädigt. Wann sie wieder in Betrieb genommen werden kann, sei unklar, heißt es bei der Stadt.

Ein Lichtblick: Erste Brückensperrungen konnten laut Verwaltung bereits wieder aufgehoben werden, so sind etwa die Reparaturarbeiten an der Juckelbrücke und an der Fußgängerbrücke an der Becher Straße bereits erledigt.

Die Stadt wirbt bei den Solingern um Geduld: „Die Reparatur beziehungsweise der Neubau der Brücken wird Zeit in Anspruch nehmen.“ Für länger andauernde Sperrungen wie etwa im Fall der Wupperquerung am Obenrüdener Kotten werden in den kommenden Wochen Umleitungen eingerichtet. „An manchen Stellen sind alternative Wege offensichtlich, beispielsweise am Balkhauser Kotten. Dort ist der Balkhauser Weg als Umleitungsstrecke nutzbar“, erklärt die Stadtsprecherin.

Die Schadensbilanz der Stadt fällt unterm Strich allerdings verheerend aus: „Wegeausspülungen, Erosionsrinnen, umgefallene Bäume, Schäden am Brückengeländer, Totalverlust von Bauwerken – das waren die häufigsten Schäden“, so Rische weiter. Betroffen seien vor allem die Steilhänge in Burg. „Aber auch im Weinsberger Bachtal und im Lochbachtal ist deutlich zu sehen, welche Kraft das Wasser hat.“

Wer auf seinen Spaziergängen unpassierbare Abschnitte oder Schäden entdeckt, kann diese online über den Mängelmelder auf der Internetseite der Stadt melden. Überregional sind die Sperrungen in den Karten des Naturparks Bergisches Land verzeichnet.

naturparkbergischesland.de

Wanderung sicher und zuverlässig planen

Basti: Über das Baustelleninformationssystem „Basti“ können Spaziergänger ihre Wanderung planen. Ein Brückensymbol in der Karte zeigt, wo die gesperrten Bauwerke liegen. In Zukunft sollen dort auch Umleitungen für die Wanderwege sowie Informationen zum weiteren Zeitplan abrufbar sein. Um alle Funktionen nutzen zu können, muss die Anzeige im Vollbild geöffnet sein. Als Kartengrundlage kann dann die Freizeitkarte ausgewählt werden, die unter anderem gezielt das Wanderwegenetz abbildet.

Routen: Weitere Infos bieten die Solingen-App und die digitalen Stelen im Stadtgebiet. Das Paket an Wander- und Fahrradtouren der Stadt sind ebenfalls auf der Internetseite der Stadt abrufbar. Die Routen sind auch über die Tourenplaner-App Komoot verfügbar.

Standpunkt

kristin.dowe@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Kristin Dowe

Wer öfters im Bergischen in der Natur unterwegs ist, weiß, wie viele idyllische und reizvolle Fleckchen unsere Region zu bieten hat. Gerade jetzt nutzen viele Solinger gerne noch die letzten sonnigen Spätsommertage für einen Ausflug ins Grüne. Das ist auch eine gute Idee – so lange Spaziergänger dabei Vorsicht walten lassen. Das bedeutet, sich umfassend über die aktuellen Bedingungen auf der Wunschroute zu informieren und mögliche Sperrungen unbedingt ernstzunehmen.

Denn noch immer lauern vielerorts Gefahren. Das Hochwasser hat in der Natur gravierende Schäden angerichtet, die trotz der intensiven Bemühungen der Stadt nicht von heute auf morgen behoben sein werden. Allein die Tatsache, dass innerhalb weniger Stunden neun Brückenbauwerke mal eben so weggespült wurden, spricht Bände über das Ausmaß der Katastrophe. Dabei lohnt es sich, online einen Blick auf das Baustelleninformationssystem der Stadt zu werfen, das mit umfassenden und teils sehr differenzierten Informationen auch für Wander-Einsteiger einen nützlichen Service bietet. Gut informiert bleiben dann alle auf der sicheren Seite.

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