Jahrtausendflut

Hochwasser: Burger nutzen Beratung vor Ort am Bauwagen

Lars Rogge und Özgun Albaz von der städtischen Hochwasserhilfe konnten viele Flutgeschädigte auf der Wupperinsel beraten. Foto: Christian Beier
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Lars Rogge und Özgun Albaz von der städtischen Hochwasserhilfe konnten viele Flutgeschädigte auf der Wupperinsel beraten.

Ein Team des Rathauses gab in Unterburg Tipps zur Wiederaufbauhilfe.

Von Philipp Müller

Solingen. Damit hatten Lars Rogge und Özgun Albaz Samstag vor einer Woche nicht gerechnet. Obwohl es überall noch Sturmwarnungen gab und Unterburg wegen der gesperrten Burger Landstraße lange nicht erreichbar war, kamen viele vom Hochwasser Betroffene zum Bauwagen der Stadt. Der stand auf der Wupperinsel.

Lars Rogge ist der Teamleiter der Hochwasserhilfe. Er und Albaz mussten vor allem viele Fragen zum Antragsverfahren beantworten, über welches Schäden ersetzt werden können. Rund 50 Anträge hatten Solinger mit Hilfe der Stadt auf den Weg gebracht.

Dem Land liegen sogar schon knapp 70 vor. Das hat seinen Grund. Über das Land NRW wird die Wiederaufbauhilfe aus dem Fonds des Bundes und der Bundesländer beantragt. Ab 50 000 Euro Schaden braucht es auch ein Gutachten über die tatsächlichen Schäden.

Die Schäden wachsen manchen über den Kopf.

Lars Rogge, Hochwasserhilfe

Warum mehr als ein halbes Jahr nach der Flut und fünf Monate nach dem Start des Wiederaufbauprogramms immer noch neue Gesichter bei Rogge auftauchen, dafür hat er eine Erklärung. Und die fällt vielseitig aus. Einige Betroffene hätten sich zunächst allein auf den Weg gemacht, um die Schäden zu beseitigen. „Die Schäden wachsen manchen über den Kopf“, hat Rogge beobachtet.

Dann gibt es die, die sich vom Staat nichts schenken lassen wollen und erst später realisieren, dass sie die Hilfe der Gemeinschaft doch in Anspruch nehmen können. Rogge mutmaßt, dass da auch Schamgefühle eine Rolle spielen können. Die dritte Gruppe ist die, die immer noch mit der Aufnahme der Schäden beschäftigt ist. Wie Stuckateurmeister Wolfgang Grabawa. Er hat in seiner Firma einen Millionenschaden erlitten und ließ sich von Lars Rogge erklären, was er selbst bereits anschieben könne, um an Hilfen zu kommen. Denn ein Gutachten hat er noch nicht, das wird wegen der vielen Schäden und Komplexität des Verfahrens auch dauern. Aber er und viele andere, die noch keine Anträge gestellt haben, haben bis Ende 2023 einen Anspruch, Anträge zu stellen. Einen Anspruch auf Auszahlung gibt es aber nicht. Die Wiederaufbauhilfe ist eine „Billigkeitsleistung“ von Bund und Land, die freiwillig fließt.

Rogge geht davon aus, dass der Termin mit dem Bauwagen in Unterburg wiederholt werden müsse, um noch mehr der stadtweit geschätzten 420 Antragsberechtigten zu erreichen. „Der Bauwagen ist vielleicht etwas niederschwelliger als direkt ins Rathaus zu kommen.“ Das steht aber weiterhin offen, versichert er. Auch vergangenen Samstag wurden dafür Termine vereinbart, denn am Bauwagen lässt sich die Materie nicht abwickeln. Die Hochwasserhilfe ist unter Tel. 290 67 00 zu erreichen.

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