Kooperation von Süßwarenfachschule und Hochschule Niederrhein

Hochschulstandort kommt im Herbst 2021

Die ZDS stellt sich für die Zukunft neu auf. Dazu gehört auch das im August eröffnete neue Wohnheim für Schüler. Foto: Christian Beier
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Die ZDS stellt sich für die Zukunft neu auf. Dazu gehört auch das im August eröffnete neue Wohnheim für Schüler.

Die Absichtserklärung für die Zusammenarbeit hatten Vertreter der beiden Bildungseinrichtungen und der Stadt Solingen im Oktober 2018 unterschrieben.

  • Der Studiengang an der ZDS soll im Wintersemester 2021/22 starten.
  • Studierende der Ernährungswissenschaften können in Gräfrath ihren Bachelor-Abschluss machen.
  • Schülerzahlen an der ZDS sind trotz Corona im geplanten Bereich.

Von Andreas Tews

Solingen. Die zweijährigen Vorbereitungen für einen Hochschulstudiengang an der Süßwarenfachschule in Gräfrath sind so gut wie abgeschlossen, am Vertrag ist laut Andreas Bertram nur noch „Feintuning“ nötig. Dennoch muss das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenindustrie (ZDS) noch ein Jahr warten, bis die ersten Studenten der Hochschule Niederrhein (HSNR) nach Gräfrath kommen, um dort ihren Abschluss zu machen. Der Start des Studiengangs an der ZDS werde zum Wintersemester 2021/22 erfolgen, kündigte HSNR-Sprecher Dr. Christian Sonntag auf ST-Anfrage mit.

Die Absichtserklärung für diese Zusammenarbeit hatten Vertreter der beiden Bildungseinrichtungen und der Stadt Solingen im Oktober 2018 unterschrieben. Das Ziel war, ein Institut für Forschung und Lehre zu gründen. Wann es losgeht, war bis zuletzt unklar. Im Solinger Rathaus und bei der ZDS hatte man gehofft, dass der gemeinsame duale Studiengang mit der in Mönchengladbach angesiedelten Hochschule bereits in diesem Herbst starten könnte. Dies habe sich aber verzögert, berichtete Sonntag jetzt.

„Das Angebot ist sehr attraktiv für die Studenten.“

Carsten Zimmermann, Strategische Planung, Stadt Solingen

In den vergangenen Jahren hätten ausgewählte Studenten der Hochschule bereits Praktika an der Süßwarenfachschule in Gräfrath absolviert, teilte Carsten Zimmermann, Abteilungsleiter für strategische Planung im Rathaus, mit. Diese Zusammenarbeit wird jetzt intensiviert. In einem Jahr sollen Studenten der Ernährungswissenschaften an der ZDS die Möglichkeit haben, ihren Bachelor-Abschluss zu machen.

Auf die Zahl der Studierenden angesprochen, hält sich Andreas Bertram bedeckt. Schon allein wegen der durch die Corona-Krise unsicheren Rahmenbedingungen könne man derzeit keine sichere Prognose wagen. Vor zwei Jahren war von bis zu 150 in der Endstufe die Rede.

Solingen-Gräfrath: Schülerzahlen an der ZDS im geplanten Bereich 

Laut Sonntag wird der neue Studiengang bis zum Start in einem Jahr noch einmal intensiv beworben. Geplant ist ein dualer Studiengang, zu dem laut Zimmermann Unternehmen die Studenten anmelden oder empfehlen können. Dabei handele es sich um solche Firmen, mit denen die ZDS und die HSNR zusammenarbeiten. Zimmermann zeigt sich optimistisch, dass es für das Bildungsangebot eine Nachfrage geben wird: „Das Angebot ist sehr attraktiv für die Studenten, da sie zwei Abschlüsse parallel in viel kürzerer Zeit erhalten als dies hintereinandergeschaltet der Fall wäre.“ Die Regelstudienzeit in der angebotenen Kombination des dualen Studiums betrage fünf Jahre – für Ausbildung und Hochschulabschluss.

Die Studierenden werden laut Zimmermann an drei Orten parallel lernen: an der Hochschule Niederrhein, der ZDS und in den jeweiligen Betrieben. Als Abschlüsse können sie einerseits den Abschluss „Bachelor of Science“ im Fach Lebensmittelwissenschaften“ erwerben und gleichzeitig zwei verschiedene Ausbildungsalternativen. Laut Zimmermann entweder zum Süßwarentechnologen oder zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik.

Die Zusammenarbeit zwischen der Süßwarenfachschule, der Hochschule Niederrhein und der Stadt beschreibt Zimmermann als „sehr erfolgreich und harmonisch“. Die Organisation des Angebots stimmen die beiden Bildungseinrichtungen nach seinen Angaben eng miteinander ab. Für beide Organisationen sei dies „ein gemeinsames Erfolgsmodell“.

Die Schülerzahl an der ZDS bewegt sich laut Bertram – unabhängig vom neuen Studiengang – trotz der Corona-Beschränkungen wieder im geplanten Rahmen. Seit August finden an der De-Leuw-Straße wieder Präsenzveranstaltungen statt. Auch mit der Entwicklung des im August eröffneten neuen Wohnheims der ZDS ist Bertram zufrieden. Dessen Zimmer seien wie geplant ausgebucht.

Kooperation

Studiengang: Bei der neuen Zusammenarbeit kooperiert die Zentrale Fachschule der Deutschen Süßwarenindustrie (ZDS) mit dem Fachbereich Oecotrophologie der Hochschule Niederrhein. Der ist mit 900 Studenten einer der größten seiner Art in Deutschland.

ZDS: Die Süßwarenfachschule ist seit 1951 in Solingen. Ihr Standort ist in Gräfrath. Aktuell hat sie 54 Mitarbeiter.

HSNR: Die Hochschule Niederrhein wurde 1855 gegründet. Ihre Standorte sind in Krefeld und Mönchengladbach.

Auch die Europäische Fachhochschule (EUFH) will in Solingen einen Standort eröffnen. Ab dem Wintersemester 2021/22 sollen zunächst Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik angeboten werden.

Standpunkt: Gute Planung ist wichtig

Von Andreas Tews

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Der angepeilte Zeitrahmen für die Kooperation der Süßwarenfachschule (ZDS) und der Hochschule Niederrhein war ambitioniert. Von vornherein gaben die Beteiligten aber auch zu verstehen, dass sie lieber gut planen als sich überstürzt in ein Abenteuer zu begeben. Getreu dem Sprichwort: Gut Ding will Weile haben. Von daher ist es kein Beinbruch, dass die Solinger jetzt ein Jahr länger darauf warten müssen, bis Gräfrath zum Standort eines Hochschulstudiengangs wird. Von dieser Kooperation können alle Beteiligten profitieren. Die Studenten, weil sie auf eine attraktive, praxisnahe und straff organisierte Ausbildung hoffen können. Die Hochschule, weil sie dabei auf die Expertise der Süßwarenfachschule bauen kann, die ZDS, weil ihre Ausbildung noch einmal aufgewertet wird, und die Stadt Solingen, weil junge Menschen zum Studieren herkommen und weil das neue Angebot einen Prestigegewinn mit sich bringt. Um die Akzeptanz im direkten Umfeld zu erhöhen, muss jetzt aber auch die angespannte Parkplatzsituation rund um die ZDS geklärt werden. Auch dies will gut geplant sein. 

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