Historisches Foto

Wo ist dieses Bild entstanden?

Auf welchem kleinen aber feinen Stadtteil-Weihnachtsmarkt, den es heute leider nicht mehr gibt, könnte dieses Bild entstanden sein?
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Auf welchem kleinen aber feinen Stadtteil-Weihnachtsmarkt, den es heute leider nicht mehr gibt, könnte dieses Bild entstanden sein?

Viele Solinger teilten mit uns ihre winterlichen Kindheitserlebnisse – zum Beispiel auf dem Teich im Engelsberger Hof.

Von Kristin Dowe

Solingen. „Ho ho ho!“ Auf welchem kleinen aber feinen Stadtteil-Weihnachtsmarkt, den es heute leider nicht mehr gibt, könnte dieses Bild entstanden sein? Was haben Sie auf Solinger Weihnachtsmärkten erlebt? Schicken Sie uns gerne Ihre Erinnerungen bis Donnerstag, 15. Dezember: redaktion@solinger-tageblatt.de

Das historische Foto der vergangenen Woche: Milchdose wurde zum Puck für Eishockey

Das erste Mal mit wackeligen Beinen auf der Eisfläche oder eine wilde Schneeballschlacht: Solche winterlichen Momente sind in Zeiten des Klimawandels rar geworden und für viele Solinger eine kostbare Erinnerung, wie die zahlreichen Einsendungen mit tollen Schnappschüssen zu unserem Historischen Foto in der vergangenen Woche zeigen. Den Anfang hatte bei unserem Hauptfoto zuletzt Jochen Evertz gemacht. Die leicht unscharfe Aufnahme – eben ein Dokument des technischen Standards seiner Zeit – zeigt den ST-Leser, wie er in Begleitung einer Dame graziös seine Runden auf dem Teich am Kannenhof dreht.

Das Bild von Willi Kutter von 1966 wurde am Entenhäuschen auf dem Teich an der Scheidter Mühle aufgenommen.

Derweil ist beim Betreten von gefrorenen Flächen generell erhöhte Vorsicht geboten. Die Frage, ob die Stadt überhaupt noch Teiche bei ausreichender Dicke des Eises zum Betreten frei gibt, konnte durch die Pressestelle der Stadt gestern nicht beantwortet werden. Wir reichen die Information baldmöglichst nach.

Statt auf den Kufen einen Sturz zu riskieren, ging Harald Hoffmann in den 60er Jahren lieber auf Nummer sicher: Der Solinger war in dieser Zeit stolzer Besitzer eines Paars „Gleitschuhe“ – eine Alternative zu Schlittschuhen, die heute wohl etwas in Vergessenheit geraten sein dürfte. „Im Gegensatz zu den Schlittschuhen hatten die Gleitschuhe eine flache Metallunterseite, die dann unter die normalen Schuhe geschnallt wurden“, erinnert sich Hoffmann und gesteht freimütig: „Ich schwänzte damals den oft Konfirmandenunterricht und ging lieber zum lange zugefrorenen Stiehls-Teich an der Weyerstraße zum Gleitschuhlaufen.“

Eine gute Figur machte Renate Canales als junges Mädchen auf dem Eis, wie ein Foto von 1958 beweist. Dick eingemummelt und mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht flitzt sie darauf über die Fläche der Eishalle Düsseldorf. Gelernt hat sie diese Kunst zu Hause in Solingen. Ihr Vater habe ihr das Schlittschuhlaufen 1952 auf dem Teich im Engelsberger Hof beigebracht, berichtet sie.

Dorthin zog es in den 60er Jahren auch Bernd Zimmermann. Damals habe das Eis oft noch bis Ende Februar gehalten, blickt der 76-Jährige zurück, so dass er immer im Winter pünktlich nach Schulschluss aufgebrochen sei. Mit seinem Vater habe er die Begeisterung fürs Eislaufen geteilt. Immer im Gepäck: „Hudora-Schlittschuhe zum Unterschrauben, alte Spazierstöcke und eine Milchdose.“ So bewies der Ohligser Improvisationstalent, denn letztere wurde als Puckersatz für eine Partie Eishockey zweckentfremdet. „Interessanterweise traf man dort in jedem Jahr die gleichen Leute wieder.“

ST-Leserin Renate Canales drehte 1958 als junges Mädchen gerne in der Eishalle Düsseldorf ihre Runden.

Alle Altersgruppen vom Kind bis zum Erwachsenen seien dort bunt gemischt gegeneinander angetreten, weiß er noch. Weihnachten hatte die Milchdose dann ausgedient, als unter dem Baum von Familie Zimmermann endlich ein komplettes Eishockey-Set inklusive Schuhe, Schlägern und Puck lag. Kleiner Wermutstropfen für Bernd Zimmermann: Der Schläger habe nicht allzu lange gehalten.

Ebenfalls ein tolles Kinderfoto schickte ST-Leser Willi Kutter der Redaktion. In den späten 60er Jahren sei er neben dem Teich im Engelsberger Hof gelegentlich auch auf dem Teich der Scheidter Mühle Schlittschuh gefahren. Auf dem Foto lacht ein Wonneproppen aus dem damaligen Entenhäuschen dort ausgelassen in die Kamera. Ob es mit dem Schnee in diesem Jahr noch etwas wird, darüber können wir wohl nur spekulieren. Zumindest bis Weihnachten sagen die Prognosen eher Regen und leichte Plusgrade voraus. Wenn es in der Klingenstadt mal schneit, ist für die Kinder etwa der Pfaffenberg zum Rodeln ein besonderes Vergnügen. Von einer weißen Weihnacht können die Solinger heute – frei nach Bing Crosby – wohl nur träumen.

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