Historisches Foto

Welchen Ort suchen wir heute?

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Welchen Ort suchen wir heute?

Viele Leser erkannten auf dem Rätselbild der vergangenen Woche die frühere Schleiferei „Siebels Maschinn“ – nach getaner Arbeit ging es dort gesellig zu.

Von Kristin Dowe

Solingen. Haben Sie das historische Foto erkannt? Verbinden Sie eine besondere Erinnerung mit der Bahn oder dem Gebäude? Dann schicken Sie doch bitte Ihre Erinnerungen, Geschichten und Anekdoten bis zum kommenden Donnerstag, 16. Dezember, – mit dem Vermerk „Historisches Foto“ – an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail an: redaktion@solinger-tageblatt.de Foto: ST-Archiv

Das Rätselbild der vergangenen Woche

Der Anblick ist offenbar noch vielen Lesern vertraut: Wie diesmal viele richtig erkannten, handelt es sich bei unserem heutigen historischen Foto um die ehemalige „Siebels Maschinn“ an der Löhdorfer Straße. Heute befindet sich dort ein Penny-Markt. In dem abgebildeten Gebäude, so erklärt Norbert Posthum in seiner Zuschrift, befand sich früher „eine der bedeutendsten Dampfschleifereien in Solingen“. Das Bauwerk wurde in den 1980er Jahren abgerissen.

In dem Fabrikgebäude seien überwiegend Heimarbeiter tätig gewesen, die dort ihre Arbeitsplätze angemietet hatten, führt Posthum weiter aus. „Sie waren meist für mehrere Fabrikanten tätig. Bei den Aufträgen – dazu gehörte das Schleifen, Pliesten und Polieren von Rohlingen – wurde unterschieden zwischen guten und schlechten Sorten, je nach Höhe der Vergütung.“

In der „Siebels Maschinn“ hatten früher viele Schleifer ihre Arbeitsplätze angemietet.

Auch seien die dort tätigen Schleifer durchaus gesellige Zeitgenossen gewesen: „In einem Großraum der Gebäude, auch Stube genannt, waren mehrere Schleifer gleichzeitig tätig, jeder jedoch auf eigene Rechnung. Man pflegte die Kameradschaft untereinander und war auch dem Alkoholgenuss nicht abgeneigt.“

Michael Stamm weist darauf hin, dass die Siebels Maschinn damals die Arbeit der Schleifer vereinfachte, weil „sie unabhängiger als die Schleifer an den Bächen und an der Wupper waren, deren Arbeit der Wasserstand bestimmte“. Erbaut wurde sie in den Jahren 1883 und 1884 von dem Ohligser Fabrikanten Carl Bracken, der Mitinhaber der Scherenfabrik Gebrüder Bracken in Schnittert war, weiß Stamm noch zu berichten. „Sie besaß zwei Dampfmaschinen und wurde durch ihren hohen Schornstein zum Wahrzeichen.“

Auch Christian Hammacher lag mit seinem Tipp richtig – mit Blick auf seine Familiengeschichte muss er es schließlich wissen: „Ich kenne dieses Gebäude nebst Nebengebäude aus meiner Jugend und Kindheit. In dieser Lohnschleiferei hat vor gut 120 Jahren mein Ururgroßvater als Schleifer gearbeitet.“ Eine Gruppenaufnahme, die diesen zeigt, schickte Hammacher dem Tageblatt zum Beweis gleich mit – dafür bedanken wir uns ganz herzlich!

Heute befindet sich auf dem Gelände an der Löhdorfer Straße ein Penny-Markt.

Erika Tesche verbindet ebenfalls Familienerinnerungen mit der damaligen Werkstätte: Ihre Großeltern hätten in dem kleinen Fachwerkhaus mit vier Töchtern und einem Sohn gelebt – letzterer war ihr Vater.

Eva Roll kann sich an die frühere Verkehrssituation dort erinnern: „Aus einer Kreuzung wurde ein Kreisverkehr an der Friedenstraße / Löhdorfer Straße“, weiß die Solingerin. Neben der Schleiferei seien weitere Häuser in der Umgebung abgerissen worden. Zum Beispiel die damalige Bäckerei Bauer, die – zumindest nach Meinung von Eva Groll – „ganz besonders schöne Kuchen herstellte“.

Auch Bärbel Westermann kommt das Bauwerk auf dem Foto ziemlich bekannt vor, denn als sie ein Kind war, lag es direkt auf ihrem Schulweg. „Ich wurde 1947 in Widdert eingeschult und kam täglich dort vorbei.“

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