Historisches Foto

Was wurde hier gefeiert?

Woran erinnern Sie sich rund um die fünfte Jahreszeit gerne zurück? 
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Woran erinnern Sie sich rund um die fünfte Jahreszeit gerne zurück? 

In der vergangenen Woche haben wir das ehemalige evangelische Gemeindehaus an der Mankhauser Straße in Ohligs gesucht. Der spätere Pastor Heinz Kieseier erinnert sich, wie er dort die Jugendarbeit aufbaute.

Von Kristin Dowe

Solingen. Da kommen gerade in diesem Jahr der erneuten pandemiebedingten Absagen wehmütige Erinnerungen auf. Was wurde hier gefeiert? Woran erinnern Sie sich rund um die fünfte Jahreszeit gerne zurück? Schicken Sie uns doch Ihre Geschichten und Anekdoten, die Sie mit der Aufnahme verbinden. Wir freuen uns über Ihre Einsendung bis zum 24. Februar. Gerne per E-Mail an die Redaktion. 

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Das Rätselbild der vergangenen Woche

Das markante Gelb der Fassaden des schmucken Altbaus ist nun zwar erst auf unserem Auflösungsfoto zu erkennen, doch das konnte das Urteilsvermögen unserer Leserinnen und Leser kaum trüben – sie erkannten fast alle das ehemalige evangelische Gemeindehaus an der Mankhauser Straße in Ohligs wieder. Sage und schreibe 19 Zuschriften mit persönlichen Erinnerungen erreichten die Tageblatt-Redaktion diesmal, für jede einzelne bedanken wir uns ganz herzlich.

In den 60er und 70er Jahren fanden im Keller des damaligen Gemeindehauses legendäre Partys für Jugendliche statt.

„Das Bild wurde Anfang der 1980er Jahre aufgenommen, als wir, die Schülerinnen und Schüler des ehemaligen Geschwister-Scholl-Gymnasiums, gegen die Auflösung unserer Schule und die Umwandlung in eine Gesamtschule demonstrierten“, vermutet etwa Ralf Elke. „Ich kann mich sehr gut an den Fackelmarsch durch Ohligs und weitere Aktionen erinnern. Alle Proteste halfen nichts, und so gehöre ich zum letzten Abiturjahrgang des Gymnasiums, wo wir 1989 als zusammengeschweißter Haufen in den Prüfungen saßen.“ Die Verbundenheit sei aber auch nach der Auflösung der Schule geblieben, schreibt Elke. So würden die Klassentreffen von allen immer sehnlichst erwartet. Ironie des Schicksals: Heute besucht seine Tochter das gleiche Schulgebäude, die heutige Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Erinnerungen aus mehreren Lebensabschnitten verbindet Ingeborg Heerdt mit dem Gebäude. „Dort habe ich viele Stunden meiner Kindheit verbracht, und über dreißig Jahre bin ich dort ein und aus gegangen.“ Gerade mal vier Wochen habe sie es als Kind im angrenzenden Kindergarten ausgehalten. „Dann hatte ich keine Lust mehr und bin ausgebüchst. Meine Mama hat mich dann abgemeldet“, gesteht die Solingerin freimütig. Als Teenager habe sie sich dann an unterschiedlichen Freizeitaktivitäten für Jugendliche beteiligt. „Viele schöne Sachen wurden dort angeboten wie ein Singkreis, Lagerfeuer, Basteln, Spiele und eine Disco.“ Später wurde sie im großen Gemeindesaal des Gebäudes konfirmiert und übernahm nach ihrer Ausbildung sogar einen kleinen Job bei der evangelischen Kirchengemeinde. „Es war eine schöne Zeit. Ich glaube, heute hat dieses Haus einen anderen Besitzer.“

Bei dieser Frage kann einmal mehr Norbert Posthum weiterhelfen. „Die Kirche hat das Objekt im Jahr 2013 aufgegeben“, weiß der ST-Leser zu berichten. „Es folgte eine umfangreiche Sanierung und Modernisierung sowie eine Umwidmung zu Wohnzwecken.“ Dabei seien elf Wohneinheiten entstanden, eine Spezialfirma aus Wesseling habe die Arbeiten ausgeführt. Für die Maßnahme gab es den Denkmalschutzpreis des Bergischen Geschichtsvereins 2016 – nicht zuletzt, weil die charakteristischen „Tonnendächer mit den Biberschwanzschindeln“ erhalten blieben, so Posthum. „Die Bezeichnung Wohnidylle ist hier voll zutreffend.“

„Rechts und links des monumentalen Portals befinden sich in Stein gehauene Reliefs von Martin Luther und Ulrich von Hutten“, ergänzt Regina Mengel. Erbaut worden sei das evangelische Gemeindehaus in den Jahren 1911/1912. Auch sie kann sich noch an die legendäre Keller-Disco erinnern: „Dies scheint auch auf dem historischen Bild der Fall zu sein, man traf sich vor der Disco.“

Inzwischen befindet sich das Gebäude an der Mankhauser Straße in Privatbesitz. Es ist aufgeteilt in elf Wohneinheiten.

Und auch er hat sich beim ST gemeldet, der Mann, den man den damaligen Jugendlichen kaum vorstellen muss: Der spätere Pastor Heinz Kieseier leitete von 1961 bis 1971 die Jugendarbeit in der Evangelischen Kirchengemeinde Ohligs. Nachdem der frühere Kokskeller endlich durch eine Ölheizung überflüssig wurde, konnte der Raum in dem Haus an der Mankhauser Straße 13 endlich für die Jugendarbeit genutzt werden. „Der Raum wurde bald stadtbekannt als „Mankes 13“ und ich dazu als der ,Boss vom Mankes’“, verrät Kieseier. „Das Foto zeigt den üblichen Andrang samstags vor Einlass zum Tanz.“ Da der Raum Platz für maximal 250 Jugendliche bot, habe man den Zulauf später über Clubkarten regulieren müssen. 1976 wechselte Heinz Kieseier mit seiner Frau Rosemarie und seinen Kindern in eine Pfarrstelle nach Troisdorf-Spich. „Hier genießen wir nun den Ruhestand und auch die Ehe im Diamant-Jubiläum. Gerne grüßen wir die jungen Leute von damals!“

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