Rätselfoto

Historisches Foto: Welchen Brunnen suchen wir?

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Welcher Brunnen ist hier gesucht?

In der vergangenen Woche suchten wir die Bibliothek in Wald.Was suchen wir diesmal?

Was ist das für ein Brunnen? Wer erkennt die Gasstätte im Hintergrund ? Bitte senden Sie uns Ihre Erinnerungen und Anekdoten bis kommenden Donnerstag, 7. Oktober mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail an: redaktion@solinger-tageblatt.de

Das historische Foto der vergangenen Woche: In Wald stand die gesuchte Bibliothek.

Von Philipp Müller

Solingen. Beim Anblick des Bildes ist klar, um was es beim historischen Foto in der Vorwoche ging. ST-Leserin Regina Mengel drückt es so aus: Wo „Stadt-Bücherei“ drauf stehe, müsse auch eine Stadtbücherei dringewesen sein. Und sie schreibt: „Es handelt sich um das dreistöckige Haus aus der Gründerzeit mit imposantem Eckerker und Turm sowie zahlreichen Stuckverzierungen über den Fenstern und an den Simsen, in der zeitweise die Walder Stadtbücherei untergebracht war.“ Dass bestätigt Cornelia Licco – und sie muss es ganz genau wissen. Denn sie teilt mit: „Dieses Haus haben mein Mann und ich vor circa 14 Jahren von der Stadt erworben. Und es hat unseres Wissens eine bewegte Vergangenheit: zum Beispiel als Kantine der Stadt Solingen, als Stadt-Bücherei, Zweigstelle einer Bank und Musikschule Solingen. Es befindet sich an der Friedrich- Ebert- Straße 65 in Wald an der Ecke Gebhardstraße.“

Die ehemalige Stadtbücherei in Wald wurde von uns gesucht.

Elvira Rütten verortet das Gebäude am Central, was nicht richtig ist. Es handele sich um „meinem absoluten Lieblingsrückzugsort, geschaffen am Central aus den beengten Unterkünften für Übersiedler aus der sogenannten Ostzone in den 60er Jahren.“ Weiter sagt sie zur Stadtbücherei: „Ich erinnere mich gern an freundliche und hilfsbereite Mitarbeiterinnen mit viel Verständnis für Kinder, die nichts hatten.“

Dr. Ralf Kemper verortet die frühere Stadtbücherei wieder richtig in Wald: „1974 und 1975 wohnte meine damalige Freundin in diesem Haus, und ihre Mutter putzte in dieser Zweigstelle.“

Frühere gab es in jedem Stadtteil eine öffentliche Bücherei

Bernhard Erkelenz hat einige Stichpunkte zur Historie zusammengetragen: „Seit den 1970er Jahren sind mehrere Filialen der Stadtbücherei Solingen geschlossen worden, darunter die am Central an der Focher Straße, die im Ohligser Rathaus und die auf dem Foto in Solingen-Wald an der Friedrich-Ebert-Straße. Noch jahrelang diente der Bücherbus als Ersatz, bis auch dieser abgeschafft wurde.“

Regina Mengel ergänzt dies: „Erste Volksbüchereien mit festem Buchbestand öffneten 1881 in Gräfrath, 1897 in Wald und Ohligs und 1906 in Höhscheid. Am 27. Januar 1926 eröffnete der damalige Oberbürgermeister August Dicke die Solinger Stadtbücherei im ehemaligen Schulhaus an der Schulstraße 19, der heutigen Graf-Engelbert-Straße.“ Die Ursprünge der Büchereien gingen auf einzelne private Lesegesellschaften zurück, die sich ab Ende des 18. Jahrhunderts in zahlreichen Hofschaften bildeten, teilt Mengel mit. „Die erste Lesegesellschaft wird 1791 in Meigen gegründet.“ Grundstock der Ausleihe der seit 1926 existierenden Stadtbücherei seien die 3000 Bücher der Wandervolksbibliothek der Solinger Lesegesellschaft unter dem Vorsitz von Emil Kronenberg gewesen. „Insgesamt umfasste die Bibliothek 12 000 Bücher“, weiß Mengel.

Heute wird das Gebäude von Familie Licco genutzt.

Infolge des Zweiten Weltkrieges seien viele Bücher und Dokumente verlorengegangen, schreibt sie. „Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Bücher aus bestimmten Wissensgebieten im Fachschulgebäude an der Blumenstraße abzugeben. Mit einem Neubestand von 16 000 Bänden eröffnet die Hauptstelle am 22. Februar 1946 in der Aula des Fachschulgebäudes. Dort gab es einen Lesesaal.“

Mit einer Anekdote und zugleich einem ernsten Hintergrund blickt Bernhard Erkelenz auf die Entwicklung der öffentlichen Büchereien und deren Filialschließungen zurück: „Auf der Internationalen Möbelmesse in Köln bieten die Hersteller seit einigen Jahren keine Bücherregale mehr an. Auch ein Indiz für den Rückzug des gedruckten Buches.“

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