Gute Seele des Vereins

Sie hilft mit, wo immer sie kann

Die Ohligserin Annette Mjartan war und ist in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich tätig. Ab sofort berät sie auch in Ohligs Menschen, die sich freiwillig engagieren wollen.
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Die Ohligserin Annette Mjartan war und ist in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich tätig. Ab sofort berät sie auch in Ohligs Menschen, die sich freiwillig engagieren wollen.

Sich für andere einzusetzen, hat Annette Mjartan Schritt für Schritt weitergebracht.

Von Daniela Neumann

Von Daniela Neumann Sie wirkt zurückgenommen. Auf den ersten Blick. Aber die Ohligserin Annette Mjartan sagt: „Ich war immer ein unruhiger Mensch.“ Und ein friedliebender Mensch, ergänzt sie später. Sie hat ihre Definitionen: „Stillstand ist Tod.“ Plus: „Es ist so, dass ich Gewalt verabscheue.“ Diese zwei Züge lassen sie nicht los.

Zuerst aber arbeitet die heutige Endfünfzigerin rund 30 Jahre bei einem Patentanwalt als Bürovorsteherin: „Das hat mir sehr viel bedeutet.“ Tätig sein. Eine ähnlich lange Zeit, 25 Jahre lang, erlebt sie die Pflege ihres kranken Vaters mit: „Da habe ich sehr viel mitbekommen.“ Dann geht es um sie selbst: Mit 50 in den Ruhestand. Gesundheitliche Gründe. Frührentnerin. Ein riesiger Umbruch. Wieder parallel etwas: Scheidung.

DIE GUTE SEELE DES VEREINS

Da spürt sie ihre „melancholische Ader“. Setzt sich mit allem auseinander. Sich und der Welt. Altem und Aktuellem. Als „Gedichte-Freak“. Am Ende eine Erkenntnis: „Es gibt so viel Elend – und davon so viel größeres als das eigene.“ Sie spürt, es ist Zeit: „Fangen wir’s an.“

In der Nähe liegt ein Kindergarten. „Da habe ich einfach mal angerufen.“ In der Bücherstube dort hat sie dann angefangen auszuhelfen. Als Ehrenamtliche.

„Jetzt habe ich mein Büro zu Hause“, sagt Annette Mjartan. Und sie geht Schritt für Schritt von hier aus los. Über Bekannte erfährt sie von neuen Einsatzmöglichkeiten. Sie stößt zu „Mentor – die Leselernhelfer“ in Solingen. Einmal die Woche liest sie für eine Stunde mit einem Zweitklässler. „Das hat etwas gebracht in der Schule, das war so schön.“

Dann beginnt sie, bei der Caritas ehrenamtlich im Büro zu helfen. Dazu kommt die Betreuung einer alleinstehenden alten Dame. Mjartan besucht sie regelmäßig. Eine Perspektive, die ihr entgegenkommt, baut sie doch auf ihren Erfahrungen auf und greift darauf zurück. Dabei bleibt es. Aber dazu kommt Weiteres.

Im Josef-Haus an der Schützenstraße stößt sie auf die Zeitschrift des Hauses – und macht dort mit. Und sie verteilt die Seniorenzeitschrift „WIR“.

Kleine Dinge zählen auch. Ihr eigenes Leben wandelt sich wie ihr Engagement. „Zuerst hatte ich die jüngeren Leute“, sagt sie zu ihrer Tätigkeit als Übungsleiterin im Wald-Merscheider Turnverein. Dann gibt es Körperkräftigung und allgemeine Gymnastik für die älteren.

20 Jahre langsamer Wandel. Folgerichtig für sie. Längere Kapitel in ihrem Buch. Da über andere familiäre Bezüge der Einblick in ein Hospiz. Jetzt macht Annette Mjartan selber einen Kurs für palliative Arbeit.

Und hier ist ihr Ohligser Leben, 16 Jahre sind es nun im Stadtteil. Überschaubar. Gemütlich. Wohlig. Und auch verbunden mit ihrem Tun. Denn die Solinger Freiwilligen-Agentur bietet Info-Termine auch in Ohligs an. Mit anderen berät Annette Mjartan Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, aber noch nicht genau wissen, wo und wie sie das tun können.

Sie selbst hat einmal zufällig davon gelesen. Heute ist sie Beisitzerin und somit im Vorstand des Vereins. Sie bestärkt nicht nur Freiwillige. Sondern auch Menschen darin, sich zu melden, wenn sie Hilfe benötigen. Da brauche es keinen falschen Stolz zu geben, erklärt Mjartan. Oder sie sucht Sponsoren.

EHRENAMT

ANGEBOT Die Solinger Freiwilligen-Agentur versteht sich als Plattform und Mittlerin zwischen Freiwilligen und Institutionen, die Angebot und Nachfrage passgenau zusammenbringt. Weitere Infos gibt es im Internet: www.solinger-freiwilligen-agentur.de 

AUFRUF Menschen wie Annette Mjartan gibt es viele in der Stadt. Wenn Sie jemand kennen, der sich – oft unbemerkt – hinter den Kulissen als gute Seele für andere einsetzt, schreiben Sie uns bitte per E-Mail an: redaktion@solinger-tageblatt.de. Betreff: Gute Seele des Vereins.

Umtriebig. Das Wort fällt nicht nur ihr ein. Was ihr bei allem im Gedächtnis haften geblieben ist: „Wenn sich andere bedanken für etwas, was selbstverständlich ist.“ Um das so zu sehen, braucht es Antrieb. Und Frieden.

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