Hilfe für ein menschenwürdiges Leben

Die katholische Kirche St. Joseph an der Hackhauser Straße in Ohligs gehört zur Pfarrgemeinde Sankt Sebastian, in der Kurt Dohmen als Diakon tätig ist. Fotos: Michael Schütz/Paul Grünewald
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Die katholische Kirche St. Joseph an der Hackhauser Straße in Ohligs gehört zur Pfarrgemeinde Sankt Sebastian, in der Kurt Dohmen als Diakon tätig ist. Fotos: Michael Schütz/Paul Grünewald

Theologen laden im ST zur Andacht ein – heute Diakon Kurt Dohmen

Liebe Leserinnen und Leser,

zu den schönsten Aufgaben eines Diakons gehört es, Kinder zu taufen. Bei jeder Taufe sage ich zu den Eltern und Paten, nachdem die Taufkerze an der Osterkerze entzündet wurde: „Christus, das Licht der Welt, hat Ihre Kinder erleuchtet. Sie sollen als Kinder des Lichtes leben.“

Im Lukas-Evangelium nennt Jesus seine Jünger „Kinder des Lichtes“ (Lk 16,8). Was für ein wunderschöner Name! Wir Christen sind „Kinder des Lichtes“, Menschen, die aus dem Evangelium leben, die sich für Gerechtigkeit einsetzen. Natürlich gehören wir dazu, aber würden Sie sich als „Kind des Lichtes“ bezeichnen?

Liest man den ganzen Abschnitt aus der Bibel (Lk 16,1-13), geht es da um ein Gleichnis, das uns nahelegt, den Mammon, also unser Geld, unseren materiellen Reichtum, klug einzusetzen. Jesus vergleicht die „Kinder des Lichtes“ mit den „Kindern dieser Welt“. Die Kinder des Lichtes sind selbstlos für andere Menschen da und geben von ihrem Besitz ab, die Kinder dieser Welt denken nur an sich selbst. Das zwingt mich zu einer Entscheidung: Möchte ich ein „Kind des Lichtes“ sein oder ein „Kind dieser Welt“? Jesus stellt nur diese beiden Möglichkeiten vor.

Ein krasser Gegensatz, der mich vor die Frage stellt: Was will ich eigentlich - und was bin ich? Das ist schon ziemlich ärgerlich, dass ich mich aus dem Mittelmaß, dem Graubereich herausbewegen soll. Anstrengend, dieses Evangelium! Wenn Jesus von unserem weltlichen Besitz spricht, nennt er ihn „ungerechten Reichtum“ und „fremdes Gut“. Alles was wir besitzen, gehört uns letztlich nicht. Nichts davon können wir nach dem Tod mitnehmen.

Und egal wie wir es drehen und wenden: Es ist ungerecht, dass manche Menschen in Saus und Braus leben und andere Menschen verhungern. Schauen wir auf die aktuelle Situation, ist es ungerecht, dass wir in den wohlhabenden Ländern mit der Covid-19-Pandemie doch irgendwie umgehen können, während in anderen Ländern etwa in Afrika das Ausmaß der Erkrankungen und Todesfälle nicht einmal öffentlich wird, weil es kaum Testmöglichkeiten gibt. Ganz zu schweigen davon, dass es dort so gut wie keine Intensivbetten gibt. Als Kinder des Lichtes sollen wir anderen Menschen helfen, dass sie menschenwürdig leben können. Kinder des Lichtes sein, das kann auch bedeuten, dass wir uns politisch engagieren, dass wir dem Frieden, der Gerechtigkeit, der Bewahrung der Schöpfung dienen.

Und natürlich geht es auch darum, vom eigenen Reichtum abzugeben. Es ist zum Beispiel sinnvoll und gut, die kirchlichen Hilfswerke zu unterstützen, aber hier in Solingen fällt mir auch der Verein Solingen hilft ein.

„Was will ich eigentlich - und was bin ich?“

Martin Luther sagte einmal: „Woran einer sein ganzes Herz hängt, das ist sein Gott.“ Wir dürfen uns an den Kostbarkeiten dieser Welt erfreuen, wir dürfen sie genießen. Wir dürfen uns auch an dem freuen, was wir besitzen.

Es gibt nichts in der von Gott geschaffenen Welt, was in sich schlecht wäre. Die Frage ist nur, welchen Sinn wir den Gütern dieser Erde geben. Wenn wir unser ganzes Herz daran hängen, dann machen wir die materiellen Dinge zu unserem Gott und sind „Kinder dieser Welt“. Dienen wir also nicht dem Mammon, sondern dienen wir Gott und werden so immer mehr zu „Kindern des Lichtes“.

Im Epheserbrief heißt es: „Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts! Denn das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.“

Ihr Diakon Kurt Dohmen

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