Josef-Haus

Verein sucht mehr Ehrenamtler

Sind begeistert von der Ehrenamts-Idee (v.l.): Bewohnerinnen Monika Latzel und Hannelore Sundermann, Renate Eigler vom Josef-Haus, Hans-Reiner Häußler und Annette Mjartan von der Solinger Freiwilligen Agentur sowie die Ehrenamtlerinnen Helga Reinert und Elfi Sperer. Foto: Christian Beier
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Sind begeistert von der Ehrenamts-Idee (v.l.): Bewohnerinnen Monika Latzel und Hannelore Sundermann, Renate Eigler vom Josef-Haus, Hans-Reiner Häußler und Annette Mjartan von der Solinger Freiwilligen Agentur sowie die Ehrenamtlerinnen Helga Reinert und Elfi Sperer.

Im Josef-Haus sind 45 Freiwillige aktiv. Interessierte können sich regelmäßig beraten lassen.

Von Simone Theyßen-Speich

Wenn Hannelore Sundermann ihr selbst geschriebenes Gedicht vom Kater Rambo vorträgt, strahlt sie über das ganze Gesicht. Die 89-Jährige lebt seit vier Jahren im Josef-Haus an der Krahenhöhe. Mit dem Gedichteschreiben hält sie sich geistig fit. „Und besonders schön ist, dass es liebe Menschen gibt, die zu Besuch kommen, Zeit für eine Unterhaltung haben oder einfach nur zuhören“, erzählt die Seniorin.

Diese Zeit bringen Ehrenamtler der Solinger Freiwilligen Agentur auf. 45 von ihnen sind mehr oder weniger regelmäßig in dem Seniorenheim aktiv. Elfi Sperer ist eine von ihnen. Seit mehreren Jahren engagiert sie sich im Josef-Haus. „Früher, als meine Mutter noch hier lebte, war ich jeden Tag hier. Und auch danach ist der Kontakt geblieben.“ Das Wichtigste für die Aufgabe sei, offen zu sein. „Die alten Menschen einfach mal in den Arm nehmen, das Herz öffnen, Zeit nehmen, das tut gut“, betont Elfi Sperer. „Und ich merke, wie mir diese Aufgabe selbst das Herz öffnet.“

Auch Helga Reinert besucht regelmäßig die alten Menschen im Josef-Haus. „Ich biete Sitzkreise im Gruppenraum an, da wird gespielt, gesungen oder es gibt Bewegung mit dem Ball“, erzählt die Ehrenamtlerin. All diese Angebote wären ohne das freiwillige Engagement nicht denkbar. „Wir haben zwar eine gute personelle Ausstattung, aber die Mitarbeiter stoßen an ihre zeitli-chen Grenzen“, erklärt Sozialdienst-Leiterin Renate Eigler.

Freiwilligenagentur hat schon 1100 Ehrenamtler vermittelt

Dort setzen die Ehrenamtler an. „Mich besucht regelmäßig ein junger Mann, der mir jetzt sogar Polnisch beibringt“, ist Bewohnerin Monika Latzel (76) begeistert.

1100 Ehrenamtler hat die Freiwilligen Agentur in den zehn Jahren ihres Bestehens bereits vermittelt. „Aber der Bedarf an Menschen, die Zeit für andere oder für eine gute Sache aufbringen, ist weiterhin riesig groß“, erzählt der Vorsitzende Hans-Reiner Häußler. Unterstützung geben die freiwilligen Helfer in Kindergärten und Schulen, in Senioreneinrichtungen, den Museen, im Natur-Bereich wie der Fauna oder dem Botanischen Garten sowie im sozialen Bereich. „Dazu gehört etwa die Telefonseelsorge oder die Solinger Tafel, Einrichtungen, die natürlich psychisch oder physisch anstrengender sind“, erklärt Häußler.

In allen Bereichen werden dringend Helfer gesucht. „Natürlich kann jeder Interessierte selbst entscheiden, was ihm liegt und wie viel Zeit er einbringen kann. Man muss sich zu nichts verpflichten und keine Voraussetzungen mitbringen – nur etwas Zeit“, hofft Annette Mjartan, eine von 15 Aktiven beim Freiwilligendienst, auf weitere Unterstützung.

FREIWILLIGEN AGENTUR

VEREIN Die Freiwilligen Agentur hat 45 Mitglieder, davon 15 Aktive. Der Jahresbeitrag für Privatpersonen beträgt 20 Euro. 

BERATUNG Jeden 1. Dienstag im Monat von 11 bis 13 und 16 bis 18 Uhr in der Stadtbibliothek, Mummstraße 10, (nächster Termin: 6.12.). Zusätzliche Beratung am 8. 12., von 10 bis 12 Uhr, im Café am Denkmal.

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