Historisches Foto

Erkennen Sie, was wir heute suchen?

+
Erkennen Sie, was wir heute suchen?

In der vergangenen Woche suchten wir das Fachwerkhaus an der Eschbachstraße.

Von Moritz Jonas

In der vergangenen Woche suchten wir das Fachwerkhaus an der Eschbachstraße 31-35, wie viele Leser richtig erkannten. Die Überlieferungen zur Geschichte des Hauses gehen bis in 17. Jahrhundert zurück, berichtet Regina Mengel. Im Laufe der Jahre hat das Haus einige Besitzer aus den verschiedensten Branchen und Gesellschaftsschichten gesehen.

Das im 17. Jahrhundert erbaute Haus hat eine bewegte Geschichte hinter sich.

So wurde es zu Beispiel als Amtssitz des Burgerbürgermeisters genutzt, weiß Elke Hein-Krenzel. Das Haus wurde 1653 nach einem Großbrand wieder neu aufgebaut, zuvor wurde es unter anderem auch als Richterhaus genutzt, hier sei im Sinne des Burger Grafen recht gesprochen worden, berichtet Klaus Hinger.

1840 zog der erste Brezelbäcker in das Haus.

Am bekanntesten ist das historische Gebäude in Burg aber wohl für die berühmten Burger Brezel, die über lange Jahre in dem Fachwerkhaus gebacken wurden. So ist es auch ST-Leserin im Gedächtnis geblieben. Die Erfindung des Brezel gehe auf das Jahr 1795 zurück. Damals weilte ein französischer Soldat in Burg. Dieser beherrschte das Bäckerhandwerk und kreierte gemeinsam mit einem Unterburger Kollegen den Brezel, sagt Norbert H. Posthum.

Als erster Brezelbäcker sei mit ziemlicher Sicherheit ein Peter Hösterey ins Brezelhaus gezogen, 1840 lebte ein Wilhelm Hösterey dort. Um einen echten Burger Brezel herzustellen, brauche es einen echten Königswinter Ofen, denn dort habe es reichlich Tuffstein gegeben, ein Gestein vulkanischen Ursprungs, der sich bestens eignete. Dieser Stein gab dem Ofen seinen Namen.

2010 wurde das Gebäude in Solingen Burg zu einer Seniorenresidenz umgebaut.

Diese Öfen wurden nicht direkt befeuert, rechts und links neben dem eigentlichen Backraum befanden sich jeweils ein Feuerraum. Wenn die richtige Temperatur erreicht war, wurden die Brezel eingeschossen, weiß Klaus Hinger.

Dieser Burger Klassiker ist für viele noch immer in besonderer Erinnerung: „Als Kind waren Ausflüge nach Burg ein Highlight. Als Belohnung für den Fußmarsch gab es einen Brezel, der mit einem Band wie eine Kette um den Hals getragen wurde, erzählt Posthum.

Im Laufe der Jahre zogen verschiedenste Geschäfte in die ehemalige Bäckerei ein und wieder aus, berichtet Elke Hein-Krenzel: „Lebensmittel, Blumen- und Floristik, Töpferwaren, Antiquitäten, Elektrofachhandel. Dann folgten einige Jahre Leerstand, bis sich 2009 jemand der Sache annahm und es völlig sanierte und im Jahr 2010 die heutige Seniorenresidenz eröffnete.“ Seit dem 18. September 1984 sei das Gebäude sogar in der Denkmalliste der Stadt Solingen verzeichnet, weiß Posthum.

Erkennen Sie, was wir heute suchen? Woran erinnern Sie sich? Senden Sie Ihre Antworten doch bitte bis Donnerstag, 17. Dezember, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail an die Redaktion. 

redaktion@solinger-tageblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Corona: Solingen weiter mit landesweit höchsten Wert - Impfaktion wird wiederholt
Corona: Solingen weiter mit landesweit höchsten Wert - Impfaktion wird wiederholt
Corona: Solingen weiter mit landesweit höchsten Wert - Impfaktion wird wiederholt
City 2030 bekommt durch Landesmittel einen Schub
City 2030 bekommt durch Landesmittel einen Schub
City 2030 bekommt durch Landesmittel einen Schub
Verkehrsunfall in Ohligs: Polizei sucht Zeugen
Verkehrsunfall in Ohligs: Polizei sucht Zeugen
Verkehrsunfall in Ohligs: Polizei sucht Zeugen

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare