Bergische Symphoniker

Herzliche Begrüßung für Daniel Huppert

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Als Begrüßungsgeschenk brachte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (r.) für Daniel Huppert (l.) einen speziellen Solinger Taktstock mit: ein Messer. Eine Geste, die nicht nur Stefan Schreiner, den Geschäftsführer der Bergischen Symphoniker, zum Lachen brachte.

Der Generalmusikdirektor dirigiert ein umjubeltes Konzert mit den Bergischen Symphonikern. Er ist Peter Kuhns Nachfolger.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Am Schluss Fußgetrampel, Bravorufe und immer mehr Zuhörer, die es nicht mehr auf den Stühlen hielt und ihren Beifall im Stehen spendeten: Der Einstand des neuen Generalmusikdirektors (GMD) Daniel Huppert im großen Konzertsaal konnte nicht besser laufen. „Aufbruch in die neue Welt“ war am Dienstagabend das Programm des Saisonauftakts überschrieben – angelehnt an Dvoráks neunte Symphonie in e-Moll im zweiten Teil und zweifelsohne ein nicht zufällig passendes Wortspiel mit Symbolcharakter.

Wagners „Rienzi“- Ouvertüre und Beethovens „heimliches erstes“ Klavierkonzert, Nr. 2 B-Dur, setzten weitere musikalische Höhepunkte. Zudem konnte Huppert mit dem jungen Pianisten Alexander Krichel ein beeindruckendes Talent präsentieren.

Gute zwei Stunden lang genoss das Publikum die Kompositionen dreier Meister ihrer Zeit, deren Faszination zu Recht bis heute reicht. „Aufbruchsstimmung“ war das verbindende Thema aller Werke: Was bei den – zu den Entstehungszeiten der Werke – noch jungen Komponisten Wagner und Beethoven ein Herantasten ans eigene Werk-Profil war, war bei Dvorák sein Sprung hinüber in die „Neue Welt Amerika“, der im 19. Jahrhundert durchaus Mut und Abenteuerlust erforderte.

Die Neugierde auf den Nachfolger des in Solingen geliebten Peter Kuhn am Pult der Bergischen Symphoniker hatte den Saal nahezu komplett gefüllt. Nur sehr vereinzelte Außenplätze und ein paar Stühle ganz hinten blieben leer. „Ich bin mal gespannt“, war ein häufig im Foyer und im Saal zu hörender Satz aus dem Publikum. Versehen mit herzlichen Glück- und Segenswünschen und einem dicken Bündel Paket an Vorschusslorbeeren von Oberbürgermeister Tim Kurzbach gleich zu Beginn, trat der derzeit auch noch in Schwerin amtierende GMD in die großen Fußstapfen seines Vorgängers – und dirigierte mit spürbarer Lust am Tun erfrischend.

Der gute Draht zwischen Musikern und Dirigent war spürbar

Bereits im Dialog mit Orchester-Kommunikationsleiterin Alexandra Kalka, die statt des sonst üblichen Referates von Katharina Knees auf das Konzert eingestimmt hatte, hatte Huppert den guten Draht betont, der sich bereits zwischen ihm und dem Ensemble eingestellt habe.

KONZERT

TERMIN Das nächste der zehn Philharmonischen Saison-Konzerte der Bergischen Symphoniker findet am 24. September um 19.30 Uhr im Theater und Konzerthaus statt. Um 18.45 Uhr gibt es eine Einführung von Musikwissenschaftlerin Katharina Knees.

Und das war zu spüren: Harmonisch und wie selbstverständlich agierten Leiter und Musiker zusammen. Klare Anleitungen vom Pult aus brachten einen optimalen Zusammenklang, der das Publikum begeisterte und die Motivation der Symphoniker beflügelte. Spielfreudig lieferten sie zunächst die elegische, leicht neblig-romantische Stimmung eines frühen Wagners, in der Fanfarenklänge ebenso Platz hatten wie seufzende Violinen und schmetternde Pauken. Sensibel im Dialog mit dem virtuosen Alexander Krischel am Flügel, stellten die Symphoniker dann Beethovens frühestes Klavierkonzert vor, in dem „noch viel Haydn und Mozart, aber auch schon seine eigene Sturheit zu finden ist“, wie Huppert in der Einführung gesagt hatte. Rhythmisch prägnant, in Teilen lyrisch-fein und mit beeindruckenden Kadenzen bewies Krischel seine Souveränität auf den Tasten des Pianos. Dass er als eine Zugabe ein selbst komponiertes Bonbon-Stück wählte, brachte ihm zusätzliche Sympathiepunkte. Dvoráks Meisterwerk, die Symphonie „Aus der Neuen Welt“ setzte ein wunderbares Ausrufezeichen hinter den Kulturgenuss und das von Tim Kurzbach in Worte gefasste herzliche Willkommen an den neuen Generalmusikdirektor Daniel Huppert.


Lesen Sie hier ein Interview mit Daniel Huppert über seine ersten Wochen als Generalmusikdirektor der Bergischen Symphoniker. 

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