Andacht im ST

Hellere Zeiten sind unaufhaltsam

Vikarin Stefanie Bluth sieht in der Auferstehungsgeschichte ein Zeichen der Hoffnung. Archivfoto: Christian Beier
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Vikarin Stefanie Bluth sieht in der Auferstehungsgeschichte ein Zeichen der Hoffnung. Archivfoto: Christian Beier

Theologen laden im ST zur Andacht ein – heute Vikarin Dr. Stefanie Bluth aus Dorp.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Kann man heutzutage eigentlich noch an die Auferstehung glauben? Vielleicht fragen Sie sich das. Zu Ostern ist in den Kirchen wieder viel von der Auferstehung Jesu die Rede. Wir leben aber in einer aufgeklärten Welt, die sich in vielen Entscheidungen nach der Wissenschaft ausrichtet. Eine Totenauferstehung klingt da eher wie ein Wunder aus einer anderen Zeit. Wie ein Märchen oder bestenfalls eine Metapher. Gleichzeitig rückt der Tod näher: Mitten in Europa tobt ein Krieg. Seit über zwei Jahren kämpfen wir mit einer weltweiten Pandemie. Und der menschengemachte Klimawandel hat mit der Flutkatastrophe im letzten Sommer auch in Solingen Spuren hinterlassen. Zusätzlich hat jeder noch seine ganz persönlichen Erfahrungen. „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“ (1. Petrusbrief 1,3). Dieser Bibelvers begleitet Christinnen und Christinnen durch diese nachösterliche Woche. Die Botschaft der Auferstehung ist nicht die Botschaft eines medizinischen Wunders. Das biblische Zeugnis erzählt uns auch nicht, dass Jesus nach seinem Tod wieder in seinem irdischen Körper mit seinen Freunden und seiner Familie zusammengelebt hat und seinem Alltag nachgegangen ist, so als wäre nichts gewesen. Nein, der Tod und die Auferstehung haben für Jesus und seine Freunde alles verändert.

Bei der Auferstehung geht es vielmehr darum, dass der Tod, die zerstörerische Energie, der Hass und die ganzen Verhältnisse, die zu Jesu Hinrichtung geführt haben, nicht das letzte Wort haben. Es geht um die lebendige Hoffnung, dass selbst die größte Katastrophe ein gutes Ende nehmen wird. Diese positive Ausrichtung auch heute in unserer verrückten Zeit zu bewahren, ist so wichtig. Dabei soll die Hoffnung nicht das menschliche Handeln ersetzen. Ganz und gar nicht! Hoffnung macht Handeln erst möglich. Sie ist der Motor, der uns antreibt.

Die Hoffnung, dass der Krieg ein Ende finden wird, lässt geflüchtete Menschen aus der Ukraine trotz aller Umstände an eine gute Zukunft glauben. Sie hilft Politikerinnen und Politikern, wieder zurück an den Verhandlungstisch zu finden. Und uns hilft sie, politische Kräfte zu wählen, die für Frieden stehen.

Die Hoffnung, dass Corona kontrollierbar wird, hilft uns, auch einsame Quarantänezeiten und wirtschaftliche Engpässe zu überstehen. Sie hilft Ärztinnen, Ärzten und dem Pflegepersonal beim unermüdlichen Einsatz gegen diese Krankheit. Forscherinnen und Forschern hilft sie, nach den richtigen Maßnahmen zu suchen.

Die Hoffnung, dass die Menschheit doch noch entschieden und schnell handelt, bevor die Folgen der Klimakatastrophe unumkehrbar werden, treibt die Jugendlichen der Klimabündnisse auf die Straße. Sie trägt dazu bei, dass jeder Einzelne bewusster mit Ressourcen umgeht. Sie lässt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach umweltfreundlichen Techniken forschen und Verantwortliche die nötigen Entscheidungen treffen.

Ich wünsche mir so sehr, dass diese positive Kraft der Hoffnung sich bei uns immer stärker verbreitet. So wie der Frühling sich aktuell ausbreitet. Es wird heller. Das Licht lässt die Seele aufleben. Aber manchmal ist es auch noch kalt und ungemütlich. Dennoch sind wärmere helle Zeiten unaufhaltsam. Mögen Sie die Hoffnung in ihrem persönlichen Leben, aber auch in den dringenden Fragen dieser Zeit spüren! Möge Sie Ihnen zur Kraft für Ihre eigenen Aufgaben werden! Dafür will ich Gott danken.…

Ihre Stefanie Bluth

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