Kette der helfenden Hände

Die ganze Familie ist von Krankheiten betroffen

Norbert Lesweng , Abteilungsleiter bei der Caritas, unterstützt die betroffene Familie. Der Familienvater selbst, der seine Geschichte erzählt, möchte anonym bleiben. Foto: Christian Beier
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Norbert Lesweng , Abteilungsleiter bei der Caritas, unterstützt die betroffene Familie. Der Familienvater selbst, der seine Geschichte erzählt, möchte anonym bleiben.

Kette der helfenden Hände unterstützt bei Schicksalsschlägen.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Wenn zu einer Krankheit oder Behinderung noch finanzielle Not hinzukommt, dann fällt es oft schwer, über die eigene Geschichte öffentlich zu sprechen. Umso höher muss es angesehen werden, dass Menschen, die von der Kette der helfenden Hände, der Wohltätigkeitsaktion des Solinger Tageblatts, eine Unterstützung erhalten, Einblicke in ihr eigenes Schicksal und das ihrer Familie gewähren.

Wie die Familie Kaufmann (Name geändert). Vater Olaf ist schwerbehindert. Auf dem rechten Ohr ist der 54-Jährige taub, auf dem linken Ohr hört er stark eingeschränkt. Noch schlimmer sei der Tinnitus auf beiden Ohren, erzählt er. „Die Synapsen für die Impulse in meinem Gehirn sind extrem verstärkt, wegen dieses ,Gewitters in meinem Kopf‘ sind auch die Schäden an den Ohren entstanden“, skizziert er sein Krankheitsbild. Starke Medikamente helfen, die fünffach erhöhte Gehirnaktivitäten in Schach zu halten. „Sonst könnte es in meinem Kopf einen Kurzschluss geben.“

Die Kette der helfenden Hände.

Gemeinsam mit seiner Frau und den 22-jährigen Zwillingstöchtern lebt er in Solingen. Auch seine Frau ist gesundheitlich stark eingeschränkt. Sie leidet unter dem Merfan-Syndrom, einer seltenen Erkrankung, bei der das Bindegewebe deutlich schneller altert als normal. Mit der ständig drohenden Gefahr, Risse in den Blutgefäßen oder ein Aneurysma zu erleiden.

Kette der helfenden Hände

„Schon vor 15 Jahren hatte meine Frau eine Erweiterung der Bauchschlagader. Um die Blutversorgung der Beine sicherzustellen, wurden ihr künstliche Gewebeschläuche eingesetzt“, skizziert Olaf Kaufmann ihre Erkrankung. Eine Netzhautablösung im Auge, die auch im zweiten Auge droht, ist eine zusätzliche starke Einschränkung. Dadurch kann die 47-Jährige nur sehr schlecht sehen.

Kontakt zur Caritas ist eine wichtige Stütze

Die beiden 22-jährigen Töchter, die noch mit in der elterlichen Wohnung leben, leiden unter psychischen Erkrankungen. Eine von beiden hat eine schwere Depression, hat deshalb drei Monate vor dem Abitur die Schule abgebrochen. Die Zwillingsschwester macht im kommenden Jahr ihr Abitur – kämpft dabei gegen eine soziale Phobie. Trotz der schwierigen gesundheitlichen Situation der Familie, denkt Olaf Kaufmann auch an andere. Schon seit vielen Jahren besucht er zwei- bis dreimal pro Woche das Haus Bethlehem an der Bahnstraße in Ohligs, ein Wohnheim der Caritas.

„Er macht Besorgungen für Menschen hier im Haus, die das nicht mehr selbst erledigen können, und verbringt Zeit mit den Bewohnern“, betont Norbert Lesweng, Abteilungsleiter der Caritas-Gefährdetenhilfe. „Wenn die Familie Dinge hat, mit denen sie nicht selbst klar kommt, helfen wir umgekehrt natürlich auch“, so Norbert Lesweng. Aktuell wohnen 34 Menschen im Haus Bethlehem, teilweise ehemalige Obdachlose, aber auch Menschen mit Behinderungen oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen.

Das Schicksal der Familie Kaufmann ist eines von vielen, bei denen die Kette der helfenden Hände in der Vorweih-nachtszeit zumindest finanziell etwas unterstützen kann.

Kette-Spenden

Veröffentlichung: Die Namen der Spender veröffentlichen wir im Solinger Tageblatt, sofern auf der Überweisung nicht „anonym“ angegeben wird.

Spenden: Das Geld geht zu 100 Prozent an bedürftige Menschen in Solingen.

Auf dem Konto der Kette sind schon 52.916 Euro eingegangen

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