ST-Wohltätigkeitsaktion

Der Tod der Tochter war das Schlimmste

24. Dezember: ST-Leser spenden bisher schon 182.970 Euro an die Kette der helfenden Hände. Die Benefizaktion des Solinger Tageblatts geht aber auch nach Weihnachten weiter.
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Die Kette der helfenden Hände

59-Jährige muss neben dem Schicksalsschlag auch eigene Krankheit verarbeiten – einer von vielen Fällen für die „Kette der helfenden Hände“.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Sie war immer eine selbstständige Frau, hat gearbeitet, ihre drei Kinder groß gezogen. „Ich habe immer funktioniert“, erzählt Helene Schneider (Name geändert), „und jetzt geht das alles auf einmal nicht mehr“. Die körperlichen Einschränkungen und der Tod ihrer Tochter als größter Schicksalsschlag in ihrem Leben, belasten die 59-Jährige schwer.

Vier Schulter-Operationen musste sie in den vergangenen Jahren über sich ergehen lassen. Die Schmerzen sind geblieben. „Der einzige Ausweg ist jetzt nur noch ein künstliches Schultergelenk“, erzählt sie. Auch ansonsten fällt ihr jede Bewegung schwer. „Gehen kann ich nur noch kleine Strecken“ – auch eine Bandscheiben-Operation steht noch an.

Die größte Sorge bereitet ihr aber das Thema Krebs. 2013 erkrankte sie an Unterleibskrebs. Operationen und weitere Behandlungen folgten. „Auch heute habe ich immer noch Angst, wenn die nächste Untersuchung ansteht.“

Noch schlimmer sei aber die Krebs-Diagnose bei ihrer damals 21-jährigen Tochter gewesen. „Nach dieser furchtbaren Diagnose, dass mein Kind schwer krank ist, war es mehr als zehn Jahre ein ständiges Auf und Ab, immer wieder Hoffen, immer wieder Rückschläge“, erinnert sich die Mutter.

Die Tochter hatte gerade eine Ausbildung zur Hotelkauffrau begonnen, war voller Pläne. Die Diagnose Leukämie traf die Familie wie ein Schlag. Als sie die Diagnose erhielt, war eine Niere schon geschädigt. „Aber meine Tochter war selbst immer stark, hat uns immer noch Mut gemacht.“

„Am 11. Juni 2018 ist meine Tochter dann gestorben, sie war nur 32 Jahre alt“, erzählt Helene Schneider. Besondere Ironie des Schicksals: Am Tag darauf sollte die Operation stattfinden, bei der die junge Frau Stammzellen der Schwester erhalten sollte. Ihre beiden noch verbliebenen Kinder, eine Tochter und ein Sohn, geben Helene Schneider seitdem Halt. Ihr Mann hatte sie schon vor vielen Jahren verlassen. Mit ihrem Beruf und zusätzlichen Putzstellen hat Helene Schneider ihr Leben gemeistert. 22 Jahre lang hatte die gelernte Konditorin in der Gesenkschmiede gearbeitet. Durch die körperlichen Einschränkungen kann sie den Beruf nicht mehr ausüben. Insgesamt zwölf Operationen musste sie schon über sich ergehen lassen. „Ich habe nur eine kleine Rente, habe nie Geld vom Amt bekommen müssen, ich war immer zufrieden mit dem, was ich habe“, erzählt die 59-Jährige.

Mit einer Spende der „Kette der helfenden Hände“, der Wohltätigkeitsaktion des Solinger Tageblatts“, kann in diesen und vielen anderen Fällen zumindest finanziell etwas geholfen werden. Auch in diesem Jahr unterstützt die Kette in der Vorweihnachtszeit mehr als 800 Einzelpersonen und Familien in Solingen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

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