Kette der helfenden Hände

Assistenzhund Blu wird Oskars neuer bester Freund

Oskar (r.) und sein Zwillingsbruder Luis freuen sich auf den Labrador-Rüden Blu, der derzeit noch eine aufwendige Ausbildung absolviert, um Oskar als Assistenzhund zur Seite stehen zu können. Foto: Christian Beier
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Oskar (r.) und sein Zwillingsbruder Luis freuen sich auf den Labrador-Rüden Blu, der derzeit noch eine aufwendige Ausbildung absolviert, um Oskar als Assistenzhund zur Seite stehen zu können.

Die Kette der helfenden Hände hilft in vielen Fällen, wie in dem der Familie Sobetzko.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. In gut einem Jahr gibt es bei Familie Sobetzko Zuwachs. Dann soll der Labrador-Rüde Blu bei der vierköpfigen Familie einziehen. Und Blu, jetzt sieben Monate alt, wird eine ganz besondere Aufgabe haben. Er wird derzeit als Assistenzhund ausgebildet, um Sohn Oskar zu unterstützen. Der Neunjährige leidet unter einer Spastik, ist in seiner motorischen und geistigen Entwicklung stark eingeschränkt.

„Der Kontakt zu dem Hund soll Oskar emotional fördern“, erklärt Mutter Nicole Sobetzko. Deshalb lernt das Tier derzeit in der zweijährigen Ausbildung nicht nur Grundgehorsam, sondern beispielsweise auch, neben dem Rollstuhl zu laufen. Weil Oskar häufig unter Krampfanfällen leidet, soll Blu als sein sozialer Begleiter auch als Epilepsie-Warnhund ausgebildet werden und anschlagen, wenn er spürt, dass es seinem kleinen Herrchen nicht gut geht. „Blu kann Oskar dann beispielsweise die Pfote auf den Schoß legen und aufpassen, dass er nicht fällt.“

Oskar und sein Zwillingsbruder Luis sind nach einem Not-Kaiserschnitt 14 Wochen zu früh geboren worden. „Als extreme Frühchen waren Oskars Organe noch nicht ausgereift“, berichtet die Mutter. Auf der rechten Seite hat er eine spastische Lähmung. 20 Operationen musste der Junge bislang über sich ergehen lassen, 16 alleine in den ersten sechs Lebensmonaten. So brauchte er nach einer Blutung einen Shunt als künstlichen Ablauf des Nervenwassers. Eine Herzklappen-Operation, Leistenbrüche und mehrere Operationen am Darm standen schon auf der langen Krankenhausliste des Kindes. Zudem mussten seine Augen gelasert werden, deren Sehstärke, ebenfalls eine Folge der Frühgeburt, eingeschränkt ist.

Aber der Junge lässt sich nicht unterkriegen. In einem Lauftrainer, der Hüfte und Rumpf stützt, versucht er, die Muskeln zu kräftigen. In der Troxler-Schule, die er in Wuppertal unterstützt von einem Betreuer besucht, benutzt er den Rollstuhl. „Zu Hause robbt Oskar oft auf dem Po vorwärts“, erzählt seine Mutter.

Der Hund ist eine emotionale Unterstützung

Der Neunjährige ist sehr feinfühlig, bekommt viele Stimmungen mit und liebt es, Musik zu hören. Den Namen Blu hat die Familie für den Assistenzhund ausgewählt, weil Oskar das „B“ gut sprechen kann.

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Zwillingsbruder Luis, der die vierte Klasse der Grundschule Meigen besucht, ist immer für seinen Bruder da. Auch er freut sich auf den vierbeinigen Familienzuwachs. Im Oktober hat die Familie Blu und seinen Trainer für ein paar Tage in Bremen getroffen. Schon als das Tier fünf Wochen alt war, hat die Familie ihn gemeinsam mit der Akademie für Assistenzhunde, die ihn ausbildet, ausgewählt. „Die Charaktereigenschaft muss zum zukünftigen Herrchen passen“, erklärt Nicole Sobetzko. Im nächsten Frühjahr steht Blus erster „Hausbesuch“ in Solingen an. Weitere Ferienwochen bei Blu in Norddeutschland sind geplant. „Wir wollen engen Kontakt halten, damit Blu und Oskar sich aneinander gewöhnen“, so die Mutter, die hofft, dass der Hund ihren Sohn viele Jahre auf seinem Weg begleiten wird. Oskar und Luis lieben jetzt schon das Foto mit dem Labrador – und dieser hat ein T-Shirt von Oskar zum Spielen, damit er dessen Geruch nicht vergisst. Auch ein Video der Familie wollen die Sobetzkos schicken, damit Blu die Stimmen kennenlernt.

Ein Assistenzhund kostet inklusive der zweijährigen Ausbildung etwa 29 000 Euro. Die Kosten für die Ausbildung sind in Solingen dank vieler Spenden – und dank Unterstützung der Kette der helfenden Hände – zusammengekommen. „Wir sind froh, auf diesem Weg auf das Thema aufmerksam machen zu können“, betonen die Eltern. „Man kennt Blindenhunde, aber diese wichtige Art der Hilfe für Menschen mit Handicaps ist vielen noch unbekannt.“

Diese besondere Unterstützung durch die Kette der helfenden Hände ist einer von vielen Fällen, bei denen die ST-Wohltätigkeitsaktion gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit zumindest finanziell etwas helfen kann.

Kette-Spenden

Veröffentlichung: Die Namen der Spender veröffentlichen wir im Solinger Tageblatt, sofern auf der Überweisung nicht „anonym“ angegeben wird.

Spenden: Das Geld geht zu 100 Prozent an bedürftige Menschen in Solingen.

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