ST-Wohltätigkeitsaktion Kette der helfenden Hände

Marlon hatte vor der Geburt einen Schlaganfall

Nina Kopp und Filippo Cascino mit ihren Kindern Marlon Joel und Valeria Jolie. Der Fünfjährige zeigt seine Hand- und Fuß-Orthesen, die jetzt wieder neu angepasst werden müssen, weil er aus den alten herausgewachsen ist.
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Nina Kopp und Filippo Cascino mit ihren Kindern Marlon Joel und Valeria Jolie. Der Fünfjährige zeigt seine Hand- und Fuß-Orthesen, die jetzt wieder neu angepasst werden müssen, weil er aus den alten herausgewachsen ist.

Die „Kette der helfenden Hände“ unterstützt Familien, bei denen eine Krankheit auch eine finanzielle Herausforderung ist.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Stolz zeigt Marlon Joel seine Urkunde. Zwölf Runden ist der Fünfjährige beim Sponsorenlauf seiner Kita Pinocchio I gelaufen. Auch seine vierjährige Schwester Valeria Jolie holt ihre Urkunde hervor. Auch sie hat mit zwölf Runden zum Erfolg des Laufs beigetragen – das Foto davon aus dem Tageblatt haben sie an der Pinnwand im Wohnzimmer aufgehängt.

Dass ihr Sohn Spaß am Laufen hat, dass es sein großer Wunsch ist, selbst Fußball zu spielen, freut die Eltern. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass es ihm heute so gut geht. „Marlon hatte schon vor der Geburt einen Schlaganfall“, erzählt Mutter Nina Kopp seine Geschichte. Die damals 19-Jährige hatte erst im achten Monat erfahren, dass sie schwanger war. Bis dahin hatte sie fast keine körperlichen Anzeichen auf eine Schwangerschaft gehabt.

Bei seiner Geburt schien der kleine Marlon völlig gesund. „Aber im ersten Lebensjahr haben wir gemerkt, dass körperlich etwas nicht stimmt, er hat sich auf der linken Seite nicht abgestützt, hatte dort motorische Defizite“, erzählt Vater Filippo Cascino. Auch in seinem Gesicht entdeckten die Eltern Auffälligkeiten. Der kleine Junge sabberte viel über die linke Mundecke, „oft verschluckte er sich so stark, dass er blau anlief“, so die Mutter.

Auch dass Marlon nicht robbte oder krabbelte, sondern nur über den Po rutschte und sich nur mit der rechten Hand geschoben hat, ist den Eltern aufgefallen. Alarmiert suchten sie die Kinderärztin auf. In der Kinderneurologie der Uniklinik Düsseldorf, wo Marlon zwei Wochen lang untersucht wurde, gab es dann die Gewissheit: ein Schlaganfall schon im Mutterleib.

Seitdem unternimmt das junge Paar alles, um den knapp Sechsjährigen zu fördern. Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie stehen jede Woche auf dem Programm. „Wir sind froh, dass einige Angebote in der Kita Pinocchio I, die beide Kinder besuchen, abgedeckt werden können“. Die zahlreichen anderen Termine für Therapien und regelmäßige Untersuchungen in Düsseldorf, wo man auf diese frühkindlichen Schlaganfälle spezialisiert ist, fordern die Eltern – auch finanziell.

Kette der helfenden Hände Solingen

Auch bei den Schuhen entstehen regelmäßig hohe Kosten. Weil Marlon Joel an der linken Hand und am linken Fuß zur Stabilisierung eine Orthese trägt, muss dort der Schuh eine Nummer größer sein. Deshalb müssen jeweils zwei Paar Schuhe in zwei verschiedenen Größen gekauft werden – bei ständig wachsenden Kinderfüßen auch ein großer Kostenpunkt.

Marlon freut sich, im Sommerin die Schule zu gehen

Froh sind die Eltern aber, dass ihr Sohn so gut mit der Situation umgeht. Jetzt freut er sich darauf, dass er ab Sommer die Grundschule Kreuzweg besuchen wird. Und er hat Spaß am Bewegen. „Im Kindergarten habe ich bei der Zirkus-Aufführung sogar eine Trapez-Nummer gemacht“, erzählt er stolz.

Wenn ihr Ältester in der Schule ist und sich dort alles gut eingespielt hat, möchte Nina Kopp auch wieder beruflich Fuß fassen. Sie ist ausgebildete Kinderpflegerin, hofft, bei der aktuellen Suche nach Fachkräften, in einer Kindertagesstätte wieder eine Anstellung zu finden. Erschwert wird die Situation der Familie auch dadurch, dass Vater Filippo Cascino auch gerade auf der Suche nach einer neuen Anstellung ist – gerne wieder in der Gastronomie.

Die Familie ist einer von vielen Fällen, bei denen die „Kette der helfenden Hände“, die Wohltätigkeitsaktion des Solinger Tageblatts, jetzt in der Vorweihnachtszeit etwas unterstützen möchte, weil eine Erkrankung oft auch zu finanziellen Engpässen führen kann.

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