Kriminalkomödie

Heinz Erhards Humor füllt die Lücke im Kammerspielchen

Thorsten Hamer und Carolin Ufer unterhielten das Publikum mit „Ein Leben für den Humor.“ Foto: Michael Schütz
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Thorsten Hamer und Carolin Ufer unterhielten das Publikum mit „Ein Leben für den Humor.“

Kriminalkomödie fiel wegen positiven Corona-Tests aus.

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. Was macht man, wenn eine Schauspielerin ein paar Tage vor der Premiere positiv auf Corona getestet ist und sechs geplante Aufführungen gefährdet sind?

Im Kammerspielchen Gräfrath sollte am Samstag die Kriminalkomödie „Miss Otis lässt bitten“ starten. Regisseur und Hauptdarsteller Thorsten Hamer wollte die Vorstellungen nicht ausfallen lassen, sondern setzte sich mit Caroline Ufer und Ibrahim Benedikt zusammen, um binnen zweier Tage ein neues Stück zu schreiben. Daher hieß die Premiere am Samstag „Ein Leben für den Humor“, eine Hommage an den Komiker und Filmschauspieler Heinz Erhardt. Er wurde 1909 in Riga geboren und starb 1979 – neun Jahre nach seinem Schlaganfall, der ihm die Stimme raubte.

„Auch 2022 ist er nicht vergessen“, sagte Thorsten Hamer zum Publikum, das über die Programmänderung gar nicht traurig war, sondern bei dem Erhardt-Gedicht über die „Made“ im Chor den Text mitsprach. „Das ursprüngliche Stück kommt ins Kammerspielchen, wenn die Schauspielerin wieder gesund ist“, versprach Hamer.

Viele Zitate und Kostproben des bekannten Komikers

Mit Erhardts Lied „Fährt der alte Lord fort“ stimmten die drei Protagonisten auf der Bühne die Besucherinnen und Besucher ein, ehe man bei einem Casting den besten Erhardt-Darsteller suchte. Das war natürlich Thorsten Hamer, der 2020 seine „Große Heinz Erhard Revue“ wegen der Pandemie abbrechen musste und laut ARD der beste Darsteller des Jahrhundert-Komikers überhaupt ist. Er verwandelte sich mit Brille, passender Frisur und grauem Anzug in das Vorbild, würzte seinen Auftritt mit typischer Geste und Körperhaltung, dass es eine wahre Freude war.

Caroline Ufer und Ibrahim Benedikt unterlegten die vielen Zitate und Kostproben des Erhardt-Humors mit biografischen Notizen: „1938 betrat er die von ihm so geliebten Bühnenbretter und begrüßte seine Gäste mit: ‚Ich heiße nicht nur Heinz Erhardt, sondern Sie auch willkommen.‘“ Die Wiederauferstehung des Erhardt’schen Humors kam dann fast nonstop von der Bühne. Beifall wurde zum Beispiel mit: „Danke Ihnen für das Geräusch“, quittiert, oder er sprach von paradoxen Redewendungen wie „eingefleischter Vegetarier“.

Hamer begnügte sich dabei nicht ausschließlich mit Zitaten, sondern streute gelegentlich auch eigene Sprüche ein, allerdings genau im Tonfall Erhardts, darunter auch spitzzüngige Dialoge, manche auch den 50 Filmen entlehnt, die Erhardt gedreht hatte.

Nächste Vorstellungen des Erhardt-Stücks: Freitag, 25. März, Samstag, 26. März, je 20 Uhr, Sonntag, 27. März, 15 Uhr, Freitag, 1. April, 20 Uhr. Kammerspielchen Gräfrath, Gerberstraße 8. Karten für 24,50 Euro plus Gebühr gibt es beim Solinger Tageblatt und unter termine.solinger-tageblatt.de
theater-kammerspielchen.de
Solingen-live.de

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