Heinrich Heines letztes Lebensjahr

Tobias Keller von der Buchhandlung Jahn empfiehlt das Buch „Der weiße Abgrund“ von Henning Boëtius. Foto: Thomas Bähr
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Tobias Keller von der Buchhandlung Jahn empfiehlt das Buch „Der weiße Abgrund“ von Henning Boëtius. Foto: Thomas Bähr

Tobias Keller empfiehlt

Ein großes Thema in einem kleinen Buch behandelt Henning Boëtius in „Der weiße Abgrund“. Es geht um Heinrich Heines letzte Lebensjahre in Paris. Wie nähert man sich einem Eckpfeiler der Literaturgeschichte auf weniger als 200 Seiten? Der Autor Henning Boëtius bringt in kurzen Kapiteln Szenen des bewegten Lebens Heines und auch Eindrücke von seiner durch schwere Krankheit geprägten Endphase 1854 bis 1856. Der ausgemergelte Dichter vegetiert überwiegend im Bett vor sich hin, von unaussprechlichen Qualen gepeinigt. Dank gigantischer Morphiumgaben, die sein Arzt Gruby ihm verordnet, kann er aber in produktiven Phasen an einem großen Memoirenwerk arbeiten, dessen Verbleib ebenso mythenumrankt ist wie verschiedene andere Lebensumstände, nicht zuletzt die Art seiner schrecklichen Krankheit selbst. Boëtius nimmt sich in „Der weiße Abgrund“ als Romancier die Freiheit, über ungeheuerliche Intrigen kräftig mitzuspekulieren. Außerdem liefert er Kurzauftritte der anderen literarischen Berühmtheiten, die mit Heine verkehrten: Baudelaire, Flaubert, Nerval sind die klingendsten Namen. Medizinische Kuriositäten runden ein Buch ab, das Heine und seine Zeit wiederauferstehen lässt.

Henning Boëtius, Der weiße Abgrund, Verlag btb, 18 Euro.

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