Heilige Drei Könige

Sternsinger ziehen wieder durch Solingen

Junge Sternsinger bei der Probe in der Gräfrather Klosterkirche.
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Junge Sternsinger bei der Probe in der Gräfrather Klosterkirche.

Weil weniger Kinder als vor der Pandemie mitmachen, bekommen einige Gläubige den Segen in diesem Jahr per Post.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Am Freitag fällt der offizielle Startschuss für die bundesweite Sternsingeraktion, an der sich auf die Solinger Katholiken wieder beteiligen. Erstmalig seit Beginn der Pandemie starten wir das Ganze wieder halbwegs normal“, sagt Monika Gluch von der Gemeinde St. Johannes der Täufer, die den Kirchensprengel dahingehend gemeinsam mit zwei Kolleginnen betreut und seit 20 Jahren aus Kommunionkindern und Älteren die Sternsinger macht.

Dazu gehören Vorbereitungstreffen ab Anfang Dezember. Dabei erfahren die Kinder nicht nur viel über das Land, das sie mit ihrer Spendenaktion unterstützen wollen, sondern auch über die Notwendigkeit der Hilfe von außen. Ebenso werden traditionelle wie neue Lieder eingeübt, beispielsweise „Da kommen die Könige“ oder „Der Segen des Herrn sei mit Euch“. Denn für die Lieder und den Segensspruch stecken die meisten Gastgeber von „Caspar, Melchior und Balthasar“ Geld in die Sammelbüchsen.

Wichtig ist Monika Gluch, dass „die Kinder nicht ver-, sondern gekleidet“ werden. Es gehe nicht darum, vorab ein bisschen Karnevalsstimmung zu verbreiten, sondern mit den Gewändern, die zum Teil aus dem Fundus der Gemeinde kommen oder manchmal auch genäht werden, etwas Passendes und Würdevolles für die Kinder herauszusuchen. Denn: Outfit und Botschaft sollten harmonieren. Segen zu den Menschen zu bringen, Freude zu schenken, sich Zeit für Gemeinschaft und Wertschätzung zu nehmen, sei der Kern des Projekts, sagt Gluch. Der Stern habe als „Lichtgeschenk“ eine starke und tiefe Symbolkraft. „Wenn die Kinder dort Besuche machen, wo weniger Finanzkraft herrscht, etwa in Altenheimen, bleibt die Sammelbüchse draußen“, sagt Gluch. „Es gibt genügend Gastgeber, denen eine Geldspende nicht wehtut und so gleicht sich das immer gut aus. Jedes Jahr kommt eine respektable Summe zusammen.“

Keine Diskriminierung, sondern Wertschätzung und Respekt

Ob eines der Kinder sich als Caspar das Gesicht schwärzen möchte, überlässt auch Regina Krieger von der Gemeinde St. Clemens ihren Schützlingen. „Das wird nur mehr ganz selten gemacht.“ Wer in diesem Kontext von „Diskriminierung“ oder „kultureller Aneignung“ spreche, habe offenbar nicht verstanden, wofür die „die drei weisen Könige aus dem Morgenland stehen, die dem Jesuskind Geschenke bringen“, sagt Monika Gluch. „Die drei symbolisieren die unterschiedlichen Kontinente und stehen dafür, dass Gottes Liebe und Größe ausnahmslos für alle Menschen gilt, jenseits von Hautfarbe und Aussehen. Also das Gegenteil von Diskriminierung, nämlich Wertschätzung und Respekt“, betont sie. Leider sei die Zahl der zur Verfügung stehenden Kinder im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie sehr reduziert, so dass die Gemeinde St. Johannes der Täufer zusätzlich wieder Segenspost verschicken wird.

„In St. Clemens kommt es hin.“ Aber auch dort seien viele der älteren Kinder abgesprungen. „Ich tüftele gerade noch, um Besuchswünsche und unsere Gruppen terminlich zusammenzubringen“, sagt Regina Krieger. Seit einigen Wochen liegen in allen katholischen Gemeinden Listen aus, in den man sich als Sternsinger-Gastgeber eintragen lassen konnte.

Auch in Gräfrath laufen die Vorbereitungen. Dr. Ulrike Spengler–Reffgen, seit vielen Jahren Motor des Projekts, kann sich nicht über zu wenig junge Interessenten beklagen. Aber auch sie sagt: „Von denen, die noch vor drei Jahren dabei waren, ist kaum einer dabei, wir konnten aber viele Kommunionkinder begeistern.“

Sternsinger

Aussendung: Es gibt mehrere Messen und Andachten zur Aussendung. St. Clemens: 6. Januar, 10 Uhr; St. Michael: 6. Januar, 17 Uhr; St. Suitbertus: 7. Januar, 10.30 Uhr; St. Engelbert: 7. Januar, 15 Uhr; St. Mariä Himmelfahrt: 7. Januar,
14 Uhr; St. Joseph, Liebfrauen Löhdorf und St. Katharina: jeweils 7. Januar, 9 Uhr.

Motto: Die diesjährige Aktion Dreikönigssingen steht unter dem Motto „Kinder stärken, Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“. International setzen sich die Partnerorganisationen der Sternsinger dafür ein, dass Kinder in einem
sicheren Umfeld aufwachsen können.

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