Weihnachtsveranstaltung

Gastronom kümmert sich um alleinstehende und bedürftige Solinger

Der Gastronom Gerd König lud auch in diesem Jahr wieder zu einer Weihnachtsveranstaltung im Gemeindehaus in der Corinthstraße, wo alleinstehende und bedürftige Solinger gemeinsam Heiligabend verbrachten. Foto: to
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Der Gastronom Gerd König lud auch in diesem Jahr wieder zu einer Weihnachtsveranstaltung im Gemeindehaus in der Corinthstraße, wo alleinstehende und bedürftige Solinger gemeinsam Heiligabend verbrachten.

Veranstaltung in der evangelischen Kirche in Wald stand im Zeichen des Miteinanders.

Von Stephanie Licciardi

Auf die dunkle Straße fällt ein Lichtschein. Das hell erleuchtete Gemeindehaus in der Corinthstraße ist das Ziel. Drinnen duftet es herrlich nach Fleisch, Gemüse und anderen Genüssen. Das Team lächelt dem Besucher freundlich entgegen – hier in der evangelischen Gemeinde Wald herrscht eine Wohlfühlatmosphäre des Willkommens. Veranstalter Gerd König von cook.ing hatte in Kooperation mit der Evangelischen und Katholischen Kirche auch in diesem Jahr wieder alleinstehende und bedürftige Solinger zu einem traditionellen Weihnachtsfest eingeladen – viele waren der Einladung gefolgt.

„Wir erwarten bis zu 150 Besucherinnen und Besucher“, sagte Gerd König. Der frühere Pächter des Al B´Andy hatte vor rund fünf Jahren die Idee, an Heiligabend ein Essen für Alleinstehende unter dem Motto „Niemand muss alleine sein“ zu organisieren. „Beworben habe ich diese Veranstaltung nicht, die Menschen kamen irgendwann einfach“, erzählt Gerd König. Herumgesprochen habe sich das Angebot schnell.

Neustart mit einem frischen Konzept

In diesem Jahr wagte der Gastronom einen Neustart mit frischem Konzept. Mit Unterstützung der Evangelischen und Katholischen Gemeinden sowie 17 Gastronomen und Sponsoren – „stadtteilübergreifend“, wie König anerkennend sagt, wagte er den Sprung in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche Wald. „Ohne die Unterstützung der Gemeinden, des Helferteams sowie der zahlreichen Sponsoren wäre das kaum zu stemmen.“

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Gerd König freut sich besonders über die Essensspenden für das weihnachtliche Buffet. „Gerade die Gastromonem haben in der stressigen Weihnachtszeit alle Hände voll zu tun. Dass sie uns bei unserer Veranstaltung unterstützen, ist ein schönes Zeichen.“ Wichtig ist dem Gastronom auch, eine Feier stadtteilübergreifend anzubieten. „Endlich mal“, wie er betont. „Normalerweise heißt es ja immer, ,Wir Walder’ oder ,Wir Ohligser’. Bei uns geht es um den Solinger an sich.“

An Weihnachten macht sich Einsamkeit stärker bemerkbar

Neben einer gemeinsamen Mahlzeit möchte König Menschen an einen Tisch bringen. „Gerade Alleinstehende oder bedürftige Menschen, deren Hemmschwelle groß ist und die über die Feiertage allein sind, möchten wir zu einem gemütlichen Abend einladen.“ Dieses Anliegen teilt auch Gemeindeschwester Bettina Hahmann. „Der Kontakt ist vor allem für Menschen sehr wichtig, die einsam an der Seele sind.“ Jeder ist willkommen.

WEIHNACHTSFEST

ORGANISATOREN Kirchengemeinden und soziale Einrichtungen bieten an Heiligabend für alleinstehende Menschen und Bedürftige Veranstaltungen an.

TRADITION Im Mittelpunkt der Angebote steht der Mensch. Feiertage sind für viele Menschen eine emotionale Herausforderung. Solinger Firmen, Unternehmen und Gastronomen unterstützen das Konzept.

Die Gemeindeschwester des Sozialdiakonischen Zentrums Wald organisiert seit 2011 zweimal in der Woche ein Essen für Bedürftige unter dem Motto „Wir bitten zu Tisch“. Bettina Hahmann weiß: Viele Menschen, egal welchen Alters, welcher Berufs- oder Gesellschaftsschicht, sind heute einsamer denn je. „Viele, die hierher kommen, leben das Jahr über ganz normal. An Weihnachten aber macht sich bemerkbar, dass beispielsweise in der Familie oder im Umfeld nichts in Ordnung ist; sie alleine sind. Deshalb laden wir jeden dazu ein, konfessionsübergreifend, mit uns zu feiern.“

Wichtig sei ihr, dass an den Tischen niemand abseits sitzt. Von Jung bis Alt, Rentnern, mitten im Berufsleben Stehende, verwitwet oder kinderlos – jeder der Besucher bringt eine andere Geschichte mit. Dessen sind sich die Organisatoren bewusst, und so mischt sich das 15-köpfige Helferteam unter die Gäste, fragt nach dem Befinden oder hört auch einfach mal zu. „Hier herrscht Leben“, fasst Hahmann zusammen. Ihre wesentliche Aufgabe sieht sie darin, sich um Menschen zu kümmern, „einfach etwas zu tun“. „Wir möchten erreichen, dass sich hier alle wohlfühlen und bleiben.“ Denkbar sei, das Konzept 2020 zu erweitern. „Eine Fortsetzung ist geplant“, so Gerd König.

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