Heike-Melba Fendel lobt heutige Jugend

Der Autor und Regisseur Andreas Schäfer empfing Heike-Melba Fendel im Kulturpolitischen Salon der VHS. Foto: Christian Beier
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Der Autor und Regisseur Andreas Schäfer empfing Heike-Melba Fendel im Kulturpolitischen Salon der VHS.

Kulturpolitischer Salon der VHS

Von Jutta Schreiber-Lenz

Das Warten auf Heike-Melba Fendel, die sich leicht verspätete, hatte sich am Ende mehr als gelohnt. Die Chefin der PR-Agentur Barbarella, Autorin und Journalistin war am Mittwochabend der erste Gast von Andreas Schäfer im neuen VHS-Forum-Format „Kulturpolitischer Salon“. Schnell stieg sie mit Schäfer ein in die von ihm anmoderierte „Plauderei am Strand“ – vor an eine Leinwand projizierten Meereswellen – und gab dem leider sehr kleinen Publikum interessante Einblicke in ihr Leben und ihre Haltungen.

Sie habe als Kind der 1960er Jahre vieles unbedarft einfach gemacht und ausprobiert, ohne zuvor groß abzuwägen, sagte sie. „Einfach mal klingeln zu gehen bei der Stern-Redaktion in Hamburg“, mit Selbstbewusstsein und Neugierde aufs Leben ausgestattet, habe sich bewährt. Eine Karriere habe sie nie geplant. „Ich habe immer das getan, was ich richtig fand und wo ich mit Anstand Geld verdienen konnte.“

Diese Haltung zahle sich langfristig aus, davon ist sie überzeugt: „Wir als Agentur konnten einen Teil unserer Corona-Verluste auffangen, weil plötzlich mit der Kampagne ,Black lives matter‘“ der Bedarf an diversen Schauspielern, Sprechern, Entertainern da war, die wir immer schon unter Vertrag hatten, weil wir von ihrer Qualität überzeugt waren.“ Dass sie es im Laufe ihres Lebens, zum Beispiel in ihrer New Yorker Zeit, mit inzwischen namhaften Leuten zu tun hatte, mochte Heike-Melba Fendel gar nicht hoch hängen. „Wir haben damals halt Projekte miteinander gemacht und Ideen geschmiedet und sind dann wieder auseinandergegangen.“

Die 60-Jährige brach zudem eine Lanze für die heutige Jugend und sträubte sich nachdrücklich dagegen, dass „wir früher politischer waren“. Im Gegenteil betonte sie: „Waren wir damals eher theoretisierend und ideologisch unterwegs, so erlebe ich heutzutage vielfach handfesten Pragmatismus. Da wird mithilfe der sozialen Medien eine Organisation gegründet, Geld gesammelt und ein Schiff gekauft und ausgerüstet, das im Mittelmeer Flüchtlinge einsammelt.“ Der nächste Termin des Kulturpolitischen Salons ist am 3. November um 19 Uhr. Die Veranstaltung ist kostenlos. Ein weiterer Termin ist für den Januar vorgesehen.

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