Comedy

So war der Auftritt von Hazel Brugger in Solingen

Ist nicht nur „Komikerin des Jahres 2020“, sondern mittlerweile auch Ehefrau und Mutter: Hazel Brugger (29).
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Ist nicht nur „Komikerin des Jahres 2020“, sondern mittlerweile auch Ehefrau und Mutter: Hazel Brugger (29).

Der deutsch-schweizerische Comedystar, bekannt unter anderem aus der ZDF-“heute show“, trat im ausverkauften Theater und Konzerthaus auf – und streute gern Scheren-Witze ein. Für ein Solinger Paar gab´s zum Abschluss ein Foto.

Von Melissa Wienzek

Solingen. Einen rasanten wie schonungslosen Ritt durch ihr Leben als Mama und Ehefrau vollzog Comedystar Hazel Brugger (29) am Freitagabend im ausverkauften Theater und Konzerthaus – und das Publikum liebte sie dafür. Die Gagdichte bei ihrem Programm „Kennen Sie diese Frau?“ war hoch, immer wieder streute sie zudem kleine Klingenstadt-Scherze ein.

Denn die schweizerisch-deutsche Brugger, die mit dem Deutschen Comedypreis 2020 als beste Komikerin ausgezeichnet wurde, hatte bereits einmal in Solingen gedreht: Es ging um die kleinste Schere der Welt.

Das Thema schnitt sie immer wieder an: „Alle haben einen Messerblock von Wüsthof gekriegt, nur ihr nicht“, warf sie den Zuspätkommern entgegen, gefolgt von einem „Der Film hieß eigentlich ,Edward mit den schweren Händen‘, nur in Solingen hieß er ,Edward mit den Scherenhänden.‘“

Die Solinger lachten sich krumm über die Frau in Jeans und Bambi-Shirt. Viele waren aber auch aus anderen Städten ins Theater und Konzerthaus auf Einladung des Salons Knallenfalls gekommen. Auf 1044 Plätzen amüsierte man sich köstlich und erklatschte sich noch eine Fragerunde.

Die 29-Jährige, die als legendäre Außenreporterin der ZDF-„heute show“ bekannt wurde und eine der wenigen deutschsprachigen Comedians ist, die ein eigenes Netflix-Special haben („Tropical“), nahm sich gern selbst auf die Schippe. So spielte sie auf ihre 1,80 Meter, 74 Kilo, „einfach zu viel Mensch“ an. „Ich wäre gern 1,60 Meter und gern mal in der Dunkelheit das Opfer statt der Täter.“ Sie habe Zöliakie, gestand sie, oder wie ihre Eltern sagen, „etwas Psychisches“.

Über Lebensmittelunverträglichkeiten unterhielt sie sich dann auch gern mit dem Publikum. Über den Mann in Reihe 1, der lieber Bauchschmerzen in Kauf nimmt, statt Laktase-Tabletten zu nehmen, wie er gestand, sagte sie: „Ständig Bauchschmerzen zu haben, ist ja wie in Mülheim zu wohnen. Du bist mir zu krass.“ Sie griff stets die Antworten auf und reagierte spontan – pure Impro, großes Kino.

„Das Wort ,Ehe’ ist so unangenehm wie eine knarzende Tür.“

Hazel Brugger

Auch Bruggers Ehemann Thomas, mit dem sie seit drei Jahren verheiratet ist, bekam sein Fett weg. „Mein Mann sieht auf eine fast unangenehme Art deutsch aus. Und das Schlimme ist: Ich finde ihn attraktiv. Ein Gesicht, mit dem man Holz hacken kann.“ Sie sei zwar gern verheiratet, doch das Wort Ehe sei eigentlich an sich schon so unangenehm wie eine knarzende Tür bei „Harry Potter“.

Die deutschen Eigenheiten kamen ebenso aufs Tapet: zum Beispiel die Vorliebe für Brot. „Pumpernickel heißt so, weil es genau dieses Geräusch macht, wenn man versucht, es runterzuschlucken.“ Deutsche Enten seien für sie daher die krassesten Tiere der Welt: „Sie fressen altes, hartes Brot und vegetieren dann vor sich hin. In Australien sind Enten übrigens Singvögel.“

Auch die Geburt ihrer Tochter („Oder wie Thomas sie nennt: unsere Tochter“), das Elternsein und den weiblichen Körper, der sich verändert, thematisierte die 29-Jährige, teilweise recht schonungslos. „Meine Brüste sehen jetzt aus wie zwei längstgestreifte Damenstrümpfe, die mit feuchtem Vogelfutter ausgestopft wurden.“

Früher habe sie sich immer vier Kinder gewünscht. Warum? „Weil ich ein großes Auto legitimieren will.“ Es gebe aber auch so viele schöne Momente mit der Kleinen, die nun 1,5 Jahre alt ist. „Ich klemme mir beim Wickeln immer ihren Fuß ans Ohr und tue so, als wenn ich angerufen werde. Dann sagt sie: ,Komisch, Papa wird nie so oft angerufen.‘“

Lena und Kilian aus Solingen: Foto mit Hazel

Ein vorweihnachtliches Geschenk durften sich schließlich Lena (21) und Kilian (20) auf der Bühne abholen: Sie hatten bei einem Gewinnspiel gewonnen und durften mit Hazel Brugger ein Foto machen. Natürlich mit Händen in Scheren-Pose. Bereits drei Mal hat das Solinger Paar die Comedienne live gesehen. Bei einem Auftritt in Köln hatte Lena in der Fragerunde, die offenbar immer am Ende eines Auftritts steht, gefragt: „Sprichst du bei deinen Shows in der Schweiz eigentlich Schweizerdeutsch?“ Brugger lud sie daraufhin nach Basel ein – wo die zwei auch hinreisten. Und, wie lautet die Antwort? „Ja, tut sie, und ich habe einfach nichts verstanden“, gibt Lena zu.

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