Prozess

Nach Kehrblech-Attacke auf Mieter: Hausbesitzer müssen 5500 Euro zahlen

Prozess im Landgericht Wuppertal.
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Prozess im Landgericht Wuppertal.

Sie vermeiden damit ein Urteil wegen gemeinschaftlicher, gefährlicher Körperverletzung, eine Strafe in doppelter Höhe und Einträge in ihren Führungszeugnissen.

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach einem Prügelangriff auf einen Mieter müssen ein Solinger Hauseigentümer (37) und sein Vater (56) zusammen 5500 Euro an gemeinnützige Einrichtungen zahlen. Sie vermeiden damit ein Urteil wegen gemeinschaftlicher, gefährlicher Körperverletzung, eine Strafe in doppelter Höhe und Einträge in ihren Führungszeugnissen. Der Anklage zufolge sollten die Männer sogar ein Kehrblech als Waffe eingesetzt haben, das im Flur des Mietshauses lag. Die Tochter des Geschädigten soll Augenzeugin des Geschehens vom April 2020 gewesen sein.

Der Streit soll bei einem Zusammentreffen der beiden Angeklagten mit dem Geschädigten im Hausflur aufgeflammt sein. Andere Mieter berichteten, sie hätten laute Stimmen gehört und nachgesehen, dann aber keine Gewalt beobachtet. Der Geschädigte rief die Polizei, nachdem sich die Situation aufgelöst hatte und er mit seiner Tochter in seiner Wohnung in Sicherheit war. Später ließ er in einem Krankenhaus Verletzungen dokumentieren – an Rücken und Hinterkopf. Seiner Aussage bei der Polizei zufolge hatte er sich weggedreht, als die Schläge kamen. Wie unsere Zeitung am Rand der Verhandlung erfuhr, sollen Unstimmigkeiten um die Abwicklung eines Umbaus Auslöser für den Streit gewesen sein.

Durch die Zahlung gilt das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung als beseitigt. Das Landgericht hat zwischen dem ersten Prozesstag Anfang September und dem gestrigen Abschluss intensiv zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung vermittelt, um diese Lösung zu ermöglichen. Die Vorsitzende Richterin erreichte damit, dass die minderjährige Tochter des Verletzten nicht als Zeugin aussagen musste.

Zahlungen zugunsten des Kinderschutzbundes und der Krebshilfe

Vorübergehende Verstimmungen ergaben sich, weil die Angeklagten auf keinen Fall Wiedergutmachung an den Ex-Mieter zahlen wollten. Einer ihrer Anwälte erläuterte: „Die Fronten sind dermaßen verhärtet – nach zwei Jahren mit mehrfachen Strafanzeigen und weiterem Hin und Her.“ Auf Zahlungen zugunsten des Kinderschutzbundes und der Krebshilfe konnte man sich dann aber verständigen.
Lesen Sie auch: Solinger offenbar mit Sprengstoff in Düsseldorf gefasst - Polizei durchsucht Gebäude in Wald

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