Nach Familiendrama

Hasseldelle: 2000 Spenden für hinterbliebenen Jungen gehen ein

Schon kurz nach der Tat nahmen viele Solinger vor Ort Anteil.
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Schon kurz nach der Tat nahmen viele Solinger vor Ort Anteil.

Fünfstelliger Betrag für hinterbliebenen Jungen.

Von Philipp Müller

Solingen. Am 7. September hatte die Stadt zu Spenden für den einzig hinterbliebenen Jungen des Familiendramas in der Siedlung Hasseldelle aufgerufen. Das war bisher sehr erfolgreich. Auf dem Treuhandkonto für die Gerd-Kaimer-Stiftung seien bisher 2000 Einzelspenden eingegangen, berichtet die Stadt. Das ergebe eine hohe fünfstellige Summe. Damit wird die Stiftung den weiteren Lebensweg des jungen Solingers unterstützen.

Am 3. September soll, das ist der Stand der Ermittlungen der Wuppertaler Staatsanwaltschaft, eine 27-jährige Mutter fünf ihrer sechs Kinder zunächst schläfrig gemacht und anschließend vermutlich in ihren Betten erstickt haben. Zu den Tatmotiven gibt es nur wenige Anhaltspunkte bisher. Denn die Verdächtige schweigt weiter. Sie sitzt in Untersuchungshaft, nachdem sie sich von einem Selbstmordversuch am Düsseldorfer Hauptbahnhof erholt hatte.

Dorthin hatte sie auch ihr sechstes Kind, einen elfjährigen Sohn, mitgenommen. Sie setzte ihn in einen Zug nach Mönchengladbach, der ihn zur Großmutter brachte. Dort lebt er auch heute noch.

Nicht nur die Spendenaktion hat eine große Breite in der Bevölkerung erreicht. Schon kurz nach der Tat verwandelten Solinger Bürger Bereiche vor dem Haus, in dem die Tat stattgefunden hatte, in ein Meer aus Trauerkerzen, Stofftieren und Blumensträußen.

Spendenaktion läuft weiter, W.I.R. überwies mehr als 500 Euro

Zu den Spendern gehört auch der Werbe- und Interessenring W.I.R. der Einzelhändler in der Innenstadt. Der Vorsitzende Peter Ammann berichtet, der Verein habe mehr als 500 Euro überwiesen. Die wurden durch den Verkauf von Corona-Alltagsmasken in den Geschäften gesammelt. Ihr Preisgeld aus der Wahl zum Bürgerpreis für das Ehrenamt in Höhe von 500 Euro hat die Hilfsgruppe „Corona Care Solingen“ ebenfalls an die Stiftung überwiesen.

Die Spendenaktion läuft weiter, denn es kämen immer noch Spenden an, auch von Gönnern außerhalb von Solingen, berichtet die Stadt. Das Konto wird als Treuhandkonto bei der Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung  geführt. Die IBAN  ist: DE 97 3425 0000 0001 6633  84. Bei der Überweisung wird um die Angabe des Stichwortes „Licht“ gebeten.

Standpunkt: Signal des Mitgefühls

Von Philipp Müller

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Groß war das Entsetzen nach der furchtbaren Familientragödie mit fünf toten Kindern in der Siedlung Hasseldelle. Groß ist jetzt die Welle des Mitgefühls für den überlebenden Jungen. Der Elfjährige wird auf die Unterstützung der Gerd-Kaimer-Stiftung setzen können. Sie war nicht für solche traurigen Anlässe gegründet worden. Aber der Namensgeber, der langjährige Oberbürgermeister Gerd Kaimer, wäre heute stolz auf die Spendenbereitschaft aus der Mitte der Solinger Stadtgesellschaft. Und das ist offenbar nicht ganz richtig. Denn die Stadt berichtet, dass unter den als enorm viel zu bezeichnenden 2000 Einzelspenden auch solche aus anderen Städten eintreffen. Geld wird niemals die Trauer und die Fassungslosigkeit des kleinen Solingers lindern. Aber dem Teenager wird über die Stiftung die Teilnahme zugewendet werden, die er brauchen wird. In der Berufsausbildung ist der Geldbeutel oft eher leer. Fortbildungen werden Summen verschlingen. Diese Sorgen nehmen ihm bereits heute die vielen großzügigen Spender.

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