Veränderung

Proteste in Iran: Solinger floh vor dem Regime

Hassan Firouzkhah hofft mit den Iranern.
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Hassan Firouzkhah hofft mit den Iranern.

Hassan Firouzk floh vor 36 Jahren aus dem Iran. Er ist sich sicher, dass die Zeit für einen Wandel gekommen ist.

Von Andreas Tews

Solingen. Hassan Firouzkhah wäre am liebsten selbst in seinem Herkunftsland Iran, um sich den Protesten anzuschließen. Aus eigenem Erleben weiß er, wie viel Mut es erfordert, sich offen gegen das Mullah-Regime zu stellen. 1986 musste er von dort fliehen, lebt seitdem in Solingen. Firouzkhah beklagt, dass durch das harte Vorgehen des Regimes gegen die Protestierenden viele Menschen sterben mussten und noch mehr inhaftiert wurden. Doch das Ausmaß der Proteste macht ihm Mut. Jetzt sei der richtige Moment für Veränderungen in Iran gekommen.

Wut, Misstrauen und Hoffnung sind stärker als die Angst

Der Vorsitzende des Solinger Zuwanderer- und Integrationsrates hat viele Verwandte in dem Golfstaat. Nicht zuletzt für sie hofft er, dass die Proteste zu einer guten Entwicklung des Landes führen werden. Er befürchtet aber, dass es noch viele weitere Tote geben wird.

Angst, so ist seine Beobachtung, zeigen die Protestierenden nicht. Viel größer seien die Wut auf das Regime, das Misstrauen den Regierenden gegenüber und die Hoffnung auf Veränderung. Auch Firouzkhah selbst hält die Beteuerungen der Staatsführung, dass sie Öffnung und Annäherung anstrebe, nicht für echt. Weil die Regierenden keine Möglichkeit hätten, sich ins Ausland abzusetzen, befürchtet er, dass sie sich so lange wie möglich im Amt halten wollen. Der 63-Jährige mit deutschem und iranischem Pass ist sich aber sicher, dass der Zeitpunkt für einen Wandel gekommen sei. Dies gelte nicht zuletzt, weil Russland und China das Regime wegen eigener Probleme derzeit weniger als zuvor unterstützen.

Wichtig sei auch die Frage, was im Erfolgsfall nach den Protesten kommt. Nach seiner Beobachtung seien viele im Gespräch, die Angehörigen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen hätten das Ziel, den Staat zusammenzuhalten. Firouzkhah plädiert für eine demokratische Staatsform. Dies habe in dem Land zwar keine Tradition. Die Iraner können es nach seiner Auffassung aber schaffen – eventuell auch mit Hilfe von Landsleuten, die im europäischen und amerikanischen Ausland leben.

Bis zu einem echten Wandel dürfte es nach Firouzkhas Einschätzung noch mehrere Monate dauern. Bis dahin sei es wichtig, dass die Iraner im Ausland, die wie er nicht vor Ort sein können, Sprachrohr der Freiheitsliebenden seien.

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