Hartschen-Schule fehlen Helfer

Die Wilhelm-Hartschen-Schule sucht Menschen für den Bundesfreiwilligendienst wie Mona Messerschmidt (M.). Die junge Frau unterstützt die Schüler Saskia Klein und Davide Colletti beim Lernen. Foto: Christian Beier

FÖRDERSCHULE Lehrer müssen Aufgaben der Betreuer übernehmen. Acht Stellen sind derzeit offen.

Von Anja Kriskofski

152 Schüler besuchen die Wilhelm-Hartschen-Schule in Wald. An der Förderschule werden Kinder mit einer geistigen Behinderung unterrichtet. Einige Schüler sind schwerst mehrfach behindert. Damit sie am Unterricht teilnehmen können, werden sie von Helfern betreut. Doch in diesem Schuljahr seien noch immer Stellen unbesetzt, sagt die Schulpflegschaftsvorsitzende Astrid Leonhardt. „Dabei ist ohne diese Einzelfallhelfer Unterricht oft kaum möglich. Und das trifft dann alle Kinder. “ Sie sieht die Stadt Solingen in der Pflicht.

Die Stadt finanziert Einzelfallhelfer nur in bestimmten Fällen

VERFAHREN BUNDESFREIWILLIGENDIENST Wer sich für eine Stelle an der WHS bewerben möchte, wendet sich an die Stadt Solingen: Hildegard Kohnke, Telefon 2 90-22 17, E-Mail: h.kohnke@solingen.de. Alle Bürger, die ihre Schulzeit absolviert haben, können den Bundesfreiwilligendienst machen. Die „Bufdis“ bekommen ein Taschengeld. Höchstgrenze: 357 Euro/Monat. Acht Stellen seien derzeit offen, bestätigt Birgit Kleedörfer, stellvertretende Schulleiterin. Die Schule setzt Helfer aus dem Bundesfreiwilligendienst („Bufdis“) ein oder junge Leute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen. „Diesmal ist es schwierig, Leute zu finden.“ Für die Schüler habe das zum Teil weitreichende Folgen: „Es gibt Kinder, die manchmal eine Auszeit brauchen.“ Ohne Helfer gehe das nicht, weil sonst die Aufsichtspflicht verletzt werde.

Der Bundesfreiwilligendienst wird vom Bund übernommen, bewerben können sich Menschen jeden Alters. „Bundesweit werden aber nur 30 000 Stellen finanziert“, erklärt Stadtsprecherin Stefanie Mergehenn. Die Stellen seien oft blockiert. Hinzu kommt, dass manche „Bufdis“ nach einigen Wochen an der WHS wieder aufhören. „Die Arbeit überfordert manche“, sagt Astrid Leonhardt. Wenn die Einzelfallhelfer jedoch nicht mit „Bufdis“ besetzt werden könnten, müsse die Stadt nach Alternativen suchen, fordert sie.

Alternativen gibt es, allerdings müssen dafür einige Kriterien erfüllt sein. Die Stadt könne einen Einzelfallhelfer zur Verfügung stellen, wenn die Schule die Betreuung eines Schülers nicht gewährleisten könne, erklärt Peter Otto, Sachgebietsleiter beim Stadtdienst Soziales. Das sei etwa bei einem Kind der Fall, das ständig überwacht werden muss. 14 solcher Integrationshelfer finanziere die Stadt derzeit. Eltern könnten einen entsprechenden Antrag stellen.

Es gebe jedoch mitunter unterschiedliche Ansichten zwischen dem, was die Eltern für ihr Kind beanspruchen, und dem, was aus Verwaltungssicht erforderlich sei, erklärt Otto. „Wenn ein Kind zur Toilette begleitet werden muss, reicht das für eine Betreuung im Rahmen der Sozialhilfe nicht aus. Das muss die Schule so organisieren.“

Die Hartschen-Schule hofft vor allem auf zusätzliche Bewerber für den Freiwilligendienst. Birgit Kleedörfer: „Wir nehmen gerne auch ältere Kandidaten.“

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