Hannes wird ohne Plastik gewickelt

Sie ermöglichen nachhaltiges Aufwachsen: Susanne Bunka (Mitte) als Fachfrau undMutter Melissa Roden vor Hannes.Foto:Christian Beier
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Sie ermöglichen nachhaltiges Aufwachsen: Susanne Bunka (Mitte) als Fachfrau undMutter Melissa Roden vor Hannes.Foto:Christian Beier

Melissa Roden vermeidet Müll. Susanne Bunka berät zum Thema. Ein Gespräch mit beiden.

Von Daniela Neumann

Selber etwas tun für die Umwelt – das kann zu Hause anfangen. Und rund um die allerkleinsten Menschen der Gesellschaft. „Wir haben uns vorher gut mit dem Thema beschäftigt“, sagt Melissa Roden. Mit vorher meint sie die Zeit vor der Geburt von Sohn Hannes. Der jetzt drei Monate alte Sohn von ihr und Ehemann Jan Roden liegt gerade im geerbten Stubenwagen im Wohnzimmer. Als er noch im Bauch war, ist Melissa Roden viel auf Trödelmärkte von Kindertagesstätten gegangen und hat dort die nötigen Kleidungsstücke für ihren Sohn besorgt. So hat sie Gebrauchtem einen neuen Nutzen ermöglicht.

Kleidung, Gegenstände, Windeln und Ernährung sind Themen

„Und der Vorteil von Secondhand ist, dass mögliche Rückstände von Chemikalien schon ausgewaschen sind“, erklärt Susanne Bunka. Die Kinderkrankenschwester ist gerade von Düsseldorf nach Solingen gezogen und informiert sich derzeit, wie sie hier ehrenamtlich beziehungsweise beruflich zum Thema Nachhaltigkeit informieren und beraten kann.

Nach Weiterbildungen und aus ihrer Erfahrung als Beraterin für Einrichtungen weiß sie: Auch wer das Thema bisher nicht auf dem Schirm hatte – wenn Menschen zusammenkommen, bringt eine Person es auf den Tisch, und dann kann darüber gesprochen, sich ausgetauscht und beraten werden.

„Wir haben damals gesucht: Was brauchen wir wirklich?“, erzählt Melissa Roden. Die 33-jährige Biologie-Lehrerin, aktuell in Elternzeit, ist über die Behandlung von Nachhaltigkeit an ihrer Schule in Wuppertal auch privat mehr und mehr ins Thema gekommen. Sie fuhr dann mit der Bahn aus Solingen dorthin.

Listen hätten ihr Mann und sie reduziert, und dann stand das Grundgerüst. Das besteht aus dem aus Sicherheitsgründen neu gekauften Autositz, dem Hochstuhl und dem Wickeltisch. Das Auto der Familie benutze sie für die regelmäßigen Einkäufe in der näheren Umgebung nicht, dafür nutze sie den Bus und ein Einkaufswägelchen. Den alltäglichen Bedarf decken Rodens in einem Unverpacktladen und im Bio-Supermarkt, wo es Glasverpackungen gibt. „Wichtig war mit bei den größeren Anschaffungen, dass sie nicht nur eine Funktion haben“, berichtet Melissa Roden: Dann könnten sie länger und mehr genutzt werden. So wird der Autositz mit Gestell darunter zum Buggy, der Hochsitz später zum Kinderstuhl.

Beim Thema Windeln hat sich die Familie auch für eine plastikfreie Variante entschieden. Was bis circa Ende der 1970er Jahre normal war, ist wieder im Kommen: Stoffwindeln. Übers Internet finden sich zahlreiche Informationen. „Es gibt verschiedene Systeme“, sagt Roden. Für unterwegs nutze die Familie eine Variante, bei der die benutzte Windel später ganz in die Waschmaschine kommt. Zu Hause hat Baby Hannes eine Überhose mit Saugeinlage an. Statt Feuchttücher setzt Roden Waschlappen in einem wiederverwendbaren Behälter ein.

Nach der Stillzeit möchte die junge Mutter auch bei der Ernährung ihres Sohnes nachhaltig weitermachen. Statt püriertes Obst in Quetschies zu kaufen, hat sie vor, das Püree selbst zu machen und dann in wiederverwendbare Behälter dafür umzufüllen. Und dann Ausflüge einfach gut zu planen, also etwa Obst und Snacks nachhaltig einzupacken.

In diesem Bereich berät auch Susanne Bunka persönlich. Müll zu reduzieren, sei ein großes Thema. Erwachsene könnten viel tun – so dass gerade „durch gutes Vorbild der Weg in eine müllärmere Zukunft gezeigt werden kann“.

ZUM THEMA

INFO Wenn Sie Rückfragen zu den Ansätzen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Umweltschutz haben, können sie sich per E-Mail melden:

daniela.neumann@ solinger-tageblatt.de

MEHR Die Stadt informiert über Ihre Bestrebungen hier:

www.solingen.de

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