Handwerk: FDP-Abgeordneter befürchtet Pleitewelle ab Herbst

Richarda Müller-Nimbach (v. l.), Ulrich G. Müller, Manfred Todtenhausen, Robert Weindl, Nina Brattig und Raoul Brattig. Foto: Christian Beier

Liberale luden zur Bürgersprechstunde mit Manfred Todtenhausen

Von Karl-Rainer Broch

Die Bürgersprechstunde der Solinger FDP hatte am Freitag auf dem Gräfrather Marktplatz das Thema „Wie man das Handwerk vor Ort richtig unterstützt.“ Manfred Todtenhausen, Bundestagsabgeordneter seit 2017 sowie Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Energie, war als Gesprächspartner vor Ort.

Als gelernter Elektromeister, der nach wie vor sein Wuppertaler Familienunternehmen führt, kennt er die Probleme der Mittelständler und speziell der Handwerker aus eigener Erfahrung. Auf die Schwierigkeiten in der Corona-Pandemie ging er natürlich ein: „Dem Handwerk geht es gut, allerdings mit Ausnahmen.“ Er befürchtet, dass der Rückschlag im Herbst kommt, wenn die vorhandenen Aufträge abgearbeitet sind. Er befürchtet ab September eine große Pleitewelle, wenn alle Reserven aufgebraucht sind. „Ab Herbst oder Winter müssen die Kontakte gepflegt und Aufträge hereingeholt werden, sonst entstehen große Probleme.“

Todtenhausen, der trotz seines Wuppertaler Wohnsitzes auch für Solingen und Remscheid zuständig ist, fühlt sich als „bergischer Junge“: „Ich wurde mit Wupperwasser geboren.“ Er sieht eine enge Verknüpfung zwischen Handwerk und dem örtlichen Einzelhandel. „Davon hängen viele Existenzen ab, es kann zu einer Kettenreaktion von Einzelhandel zum Handwerk mit negativen Folgen kommen.“ Daher sei seine Aufforderung an die Bürger: „Kaufen Sie vor Ort und nicht im Internet, sonst kommt es zu weiteren Leerständen. Und das kann sich keine Stadt leisten.“

Todtenhausen plädiert für verstärkte Sonntagsöffnungen

Die Unternehmen wiederum sollten sich jetzt an Ausschreibungen beteiligen und Investitionen vorbereiten. In diesem Zusammenhang plädiert der FDP-Bundestagsabgeordnete auch für verstärkte Sonntagsöffnungen, um Arbeitsplätze zu sichern. „Ich verstehe den Widerstand der Gewerkschaften nicht. Die müssten doch an der Erhaltung von Arbeitsplätzen interessiert sein.“

Mit dem jetzt beginnenden Wahlkampf habe die Bürgersprechstunde am Freitag nichts zu tun, meinte der Solinger FDP-Chef Dr. Robert Weindl: „Wir gehen seit Jahren in die Quartiere, um Präsenz zu zeigen und zu merken, wo vor Ort der Schuh drückt.“

Dennoch nutzte der Oberbürgermeister-Kandidat der FDP, Raoul Brattig, die Gelegenheit, mit Bürgern ins Gespräch zu kommen: „Wir verteilen Kandidatenbriefe und Flyer, müssen aber auch auf die Straße.“

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