Corona-Auswirkungen

Handel: Ansturm bleibt am Montag aus

Im weihnachtlich geschmückten Hofgarten war das Parkhaus gestern stark ausgelastet, das Shopping-Center selbst nicht überlaufen. Foto: Christian Beier
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Im weihnachtlich geschmückten Hofgarten war das Parkhaus am Montag stark ausgelastet, das Shopping-Center selbst nicht überlaufen.

Der Lockdown ab Mittwoch führt zu mehr Betrieb, aber nicht zu Panikkäufen.

Von Anja Kriskofski, Philipp Müller und Björn Boch

Solingen. Panikkäufe gab es – zwei Tage vor dem Lockdown für die Geschäfte am Mittwoch – am Montag nicht. In der Innenstadt war das Parkhaus im Hofgarten Ziel vieler Solinger. Auch in Ohligs auf der Düsseldorfer Straße herrschte reger Betrieb. Doch es war nicht übervoll. Wegen der Abstandsregelungen in den Läden bildeten sich allerdings teilweise Schlangen vor den Geschäften.

Das Tageblatt hatte Ohligs in der Mittagszeit besucht. Da war es in den Stadtteilzentren sicher voller als an einem gewöhnlichen Montag. Auch in Wald auf der Friedrich-Ebert-Straße waren die Anwohner unterwegs. Gut besucht zeigte sich die Meile mit den Supermärkten an der Friedenstraße, am Montag eröffnete dort Aldi. Die Parkplätze wurden knapp. Solche Läden des täglichen Bedarfs dürfen allerdings über den Mittwoch hinaus geöffnet bleiben.

Da ab Mittwoch auch die Friseure schließen müssen, öffneten einige Salons am Montag – obwohl sie montags normalerweise geschlossen bleiben. „Wir haben die Hölle zu tun“, sagte Innungsobermeisterin Pia Schneider, die einen Friseursalon am Weyer betreibt. Gleichzeitig müsse man sich selbstverständlich weiterhin an alle vorgeschriebenen Hygieneregeln halten.

Friseurin vergibt Termine sogar bis Mitternacht

Melanie Tillert, Inhaberin eines Haarstudios in Wald, hatte am Montag Termine bis Mitternacht vergeben. „Wir haben unsere Stammkunden, die vor Weihnachten noch Termine vereinbart hatten, am Sonntag kontaktiert, als feststand, dass wir schließen müssen.“ Auch am Dienstag will sie bis zum späten Abend in ihrem Salon stehen. „Denn die Kunden sind so dankbar. Eine hat uns heute sogar beim Falten der Handtücher geholfen.“

Im Hofgarten waren nicht alle Läden gut besucht. Für Centermanager Ralf Lindl war das ein Spiegel der aktuellen Geschäftsentwicklung. „Gerade die Textilgeschäfte leiden momentan.“ Das galt am Montag nicht für C & A. Dort hatte sich am Morgen zu Geschäftsbeginn eine Schlange gebildet. Auch vor der Türe von P & C musste gewartet werden. Das Geschäft zwischen Fronhof und Clemens-Galerien schließt heute endgültig. So lockten dort Rabatte.

Die Strategie, mit Nachlässen letzte Umsätze zu erzielen, ist auch auf der Hauptstraße zu beobachten. Doch die Flaniermeile zwischen Mühlenplatz und Entenpfuhl blieb trotz des angekündigten Lockdowns fast leer. Nur vor einem Handyladen bildete sich eine Schlange.

Was in Ohligs, Wald und der Innenstadt auffiel, war, dass sich die große Mehrheit an die Maskenpflicht hält. Trotzdem waren der Kommunale Ordnungsdienst und die Polizei allgegenwärtig. Dass sich die Menschen in die Stadtteilzentren bewegten, zeigte sich am Montag am Autoverkehr, der für einen Montag sehr stark war.

Schaustellerin war mit dem Geschäft nicht zufrieden

Nicht zufrieden mit dem Geschäft zeigte sich eine Wurstverkäuferin an der Kirchstraße. Ob sie am Mittwoch öffne, sei noch nicht entschieden. Schausteller verbreiten in der Innenstadt und auch in Ohligs ein wenig Adventsatmosphäre.

Gegenüber der Wurstbude befindet sich das Modegeschäft von Detlef Ammann. Der Vorsitzende des Werbe- und Interessenrings Solinger Innenstadt hatte schon vor der Verkündung der generellen Schließung der meisten Einzelhandelsgeschäfte geklagt, dass der Umsatz nicht gut sei.

Von einem „heftigen Ansturm in Wald“ am Montag berichtete Rainer Francke vom Bücherwald. Er ist auch Vorsitzender des Werberings. „Schon am Samstag war relativ viel los. Die Menschen wollen ihre Sachen für Weihnachten noch zusammenkriegen.“ Wie andere lokale Buchhändler setzt Francke ab Mittwoch auf das Bestell- und Abholgeschäft, das aufrechterhalten werden darf.

Weiter geöffnet

Geschäfte für Lebensmittel und Getränke, Wochenmärkte für Lebensmittel, Direktvermarkter von Lebensmitteln, Abhol- und Lieferdienste, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz- und Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte, Weihnachtsbaumverkauf.

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