Sportliche Heimat

Handballer helfen Ukrainern, Erlebtes zu verarbeiten

Stefan Bögel ist Geschäftsführer der HSV Frauenpower Spielbetriebs-GmbH und hat enge Kontakte zum ukrainischen Handball.
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Stefan Bögel ist Geschäftsführer der HSV Frauenpower Spielbetriebs-GmbH und hat enge Kontakte zum ukrainischen Handball.

Handball, so sagt Stefan Bögel, sei ihm in Bezug auf die ukrainischen Jungs, die er unter seine Fittiche genommen hat, nicht das Wichtigste, sondern ein Nebenaspekt.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Er ist Geschäftsführer der HSV Frauenpower Spielbetriebs-GmbH, ehemaliges Vorstandsmitglied des HSV Solingen-Gräfrath und hatte geschäftlich als Spielervermittler und Berater seit 1996 enge Kontakte zum ukrainischen Handball. Mit Beginn des russischen Einmarsches in der Ukraine und den ersten Fluchtbewegungen nach Deutschland war er um Hilfe aus dem Land gebeten worden.

Am Ende waren es 16 Jungen im Alter von 13 bis 17 Jahren, die nach einer unglaublichen Reise-Odyssee, teilweise über Bahnhöfe, die unter Beschuss standen, über die Schiene und mit Bussen in Solingen ankamen. Ihre Heimatstädte, aus denen sie ohne Angehörige geflohen sind, kennt inzwischen fast jeder in Deutschland aus den Nachrichten , darunter Butscha. Einer „seiner“ Teenager habe vier Wochen dort in einem Keller verbracht, erzählt Stefan Bögel. Schließlich habe er sich auf eigene Faust nach Westen durchgeschlagen.

Krieg in der Ukraine: So können Sie jetzt helfen

Das Handball- Training sei aus mehreren Gründen für die traumatisierten Jugendlichen wichtig. „Statt untätig vor sich hin zu grübeln, bietet er sportliche Bewegung, ein Trainingsziel, Ehrgeiz“, so Bögel. „Dazu die Gemeinschaft der Sportler untereinander.“ Er freue sich, dass einige der Älteren inzwischen in Köln ihr Abitur machen konnten. Und dass die Jüngeren ebenfalls an ihrer Schulbildung arbeiten. Sechs der ursprünglich 16 Ukrainer seien inzwischen wieder zurückgefahren. „Sie standen ständig in Kontakt mit ihren Schulen, Lehrern und zu Hause und wurden von dort zu diesem Schritt ermuntert. Letztlich ist man dankbar für alle jungen Männer, die man mit 18 zum ukrainischen Militär einziehen kann“, kommentiert Bögel nüchtern.

Den anderen möchte er dabei helfen, sich hier ein neues Leben aufzubauen. Dazu vermittelt er auch Praktikumskontakte. Er sei ja mit vielen Solinger Unternehmern verbunden, die den HSV als Sponsoren unterstützen.

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